Welchen Einfluss hat Karies auf die Leistung?

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Bei der Leistungsfähigkeit spielen viele Faktoren eine Rolle. Darunter fallen auch viele Punkte, an die man im ersten Moment nicht unbedingt denkt. Zahnarzt Dr. Roland Althoff erklärt, warum auch von Karies befallene Zähne enorme Auswirkungen auf die sportliche Leistung haben können.

Bekannt geworden ist 2010 der Fall von Franck Ribery. Immer wieder stoppten kleine Verletzungen den Einsatz des französischen Fußballnationalspielers. Später wurden die Zähne als Wurzel allen Übels ausgemacht. Seitdem im Mund des Bayernprofis wieder alles in Ordnung ist, kickt Ribery auch beinahe verletzungsfrei. Für Zahnarzt Dr. Roland Althoff MSc ist das keine Überraschung. Er weiß genau, wie groß die Rolle der Zahngesundheit für einen gesunden Körper und der damit verbundenen Leistungsstärke ist.

Für die Leistungsfähigkeit spielt die Zahngesundheit eine wichtige Rolle“, erklärt der Zahnarzt. „Ein wichtiger Komplex sind die Zähne selber. Vor allem stark kariöse Zähne können im Körper allerhand Unheil verursachen.“ Ist ein Zahn nicht mehr vital, sondern durch Karies von Fäulnis befallen, sterben Nerven und Gefäße im Zahn ab. Wie immer wenn etwas abstirbt, entstehen entsprechende Zersetzungsprodukte. Damit diese für den Organismus giftigen Eiweißzerfallsprodukte nicht in die Blutbahn gelangen, kapselt der Organismus den Zahn vom Kreislauf ab. Er bildet ein so genanntes Granulom im Kiefer rund um die Wurzeln des absterbenden Zahns.

 

Verwesende Zähne

„Diese Abfallprodukte ähneln denen, die bei allen Verwesungsprozessen entstehen“, erklärt Dr. Althoff. „Und auch wenn der Körper den kaputten Zahn vom Körper abgrenzt, gelangen trotzdem Giftstoffe in den Kreislauf und ins Blut. Daher ist das Immunsystem permanent damit beschäftigt, die Abfallprodukte abzubauen und das Gift abzuwehren. Als Konsequenz ist man oft müde, man fühlt sich schwach und die Leistung verschlechtert sich. Zudem erhöht sich die Gefahr, krank zu werden, weil das Immunsystem durch den Dauereinsatz geschwächt ist.“

Im Röntgenbild ist das Granulom als dunkler Fleck im Knochen unter dem eigentlichen Zahn erst gut zu sehen, wenn durch den Entzündungsprozess 40 % des Knochens abgebaut sind. Ansonsten kann man selber nur schwierig feststellen, ob ein Zahn so kaputt ist, dass er schon dem Zersetzungsprozess unterworfen ist und der Gesundheit schadet. „Insofern sollte man bei einer länger anhaltenden Schwächeperiode auch einmal an seine Zahngesundheit denken und zum Zahnarzt gehen“, empfiehlt Dr. Althoff.

 

Jeder Zahn hat sein Organ

Schwäche und ein anfälliges Immunsystem sind aber nicht die einzigen Probleme, die durch kariöse Zähne verursacht werden können. „In der traditionellen chinesischen Medizin geht man davon aus, dass jeder Zahn über Energieleitungen, den so genannten Meridianen, mit einem bestimmten Organ oder Körperteil verbunden ist“, beschreibt Dr. Althoff den Zusammenhang zwischen den Zähnen und unserer Gesundheit und gibt direkt ein Beispiel aus seiner eigenen Erfahrung: „Ich hatte einmal eine Patientin mit einem sehr kranken unteren Backenzahn. Nach einer intensiven Behandlung war der Zahn wieder gesund. Ein paar Wochen später kam die Patientin wieder in die Praxis und berichtete, dass auch ihre langwierigen Knieschmerzen verschwunden sind und sie wieder wandern gehen kann. So gibt es von jedem Zahn entsprechende Verbindungen, die den so genannten Zahn-Organ-Tabellen entnommen werden können.“

 

Rheuma durch schlechte Zähne

Aber auch für diejenigen, die der traditionellen chinesischen Medizin eher skeptisch gegenüberstehen, gibt es in der Schulmedizin einige Punkte, die den Einfluss der Zahngesundheit auf den Organismus hervorheben. „Die kranken Zähne können rheumaartige Schmerzen in den Gelenken hervorrufen“, sagt Dr. Althoff. „Dass man mit großen Schmerzen in den Gelenken nicht mehr so leistungsfähig ist, ist leicht nachzuvollziehen. Zudem werden durch die große Belastung des Immunsystems die Heilungsprozesse im Körper, sei es in den Organen oder im Bewegungsapparat, behindert.“

Um den Körper und das Immunsystem zu schützen fit zu bleiben, ist eine gute Zahngesundheit also von großer Bedeutung. „Meistens muss der schuldige Zahn nicht gezogen werden“, sagt der Zahnarzt. „Eine Wurzelbehandlung ist nach dem aktuellen Stand moderner Endodontie meistens sinnvoller. Hier wird der Zahn geheilt und die Giftstoffe verschwinden aus dem Körper.“ Daher sollten gerade Sportler regelmäßig 2-mal im Jahr ihre Mundhöhle und die Zähne checken und professionell reinigen lassen.

 

Christian Riedel

 

Quellenangabe:

1. http://www.zahnarztpraxis-oppspring.de/

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Christian Riedel

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