Prävention von Tauchverletzungen und -erkrankungen

0

Im dritten Teil unserer Serie zu den sportmedizinischen Aspekten des Tauchens erläutert Dr. Markus Klingenberg, wie Tauchverletzungen und -erkrankungen effektiv vermieden werden können.

Gefährliche Meerestiere oder ein plötzliches Versagen der Ausrüstung sind relativ betrachtet seltene Unfallursachen im Bereich des Freizeittauchens. Aus meiner eigenen langjährigen Erfahrung als Taucharzt einhergehend mit der Literatur (V) gibt es drei wichtigste präventive Maßnahmen neben der Beachtung der Standards.

Drei wichtige präventive Maßnahmen gegen Tauchverletzungen

1. Lassen sie regelmäßig eine professionelle Tauchtauglichkeits-Untersuchung durchführen. Vorbestehende Erkrankungen sind einer der wesentlichen Risikofaktoren für einen Tauchunfall. Bis zum 30.sten Lebensjahr sollte die Untersuchung alle 3 Jahre durchgeführt werden, bis zum 40.sten Lebensjahr jedes zweite Jahr und anschließend jährlich. Prinzipiell kann auch mit bestimmten Vorerkrankungen getaucht werden, in diese Fall sollte der Arzt aber zum Schütz des Tauchers bei Bedarf bestimmte sinnvolle Einschränkung definieren (z.B. Tiefenlimit, gesunder Tauchpartner, etc.).

2. Trinken sie ausreichend viel! Je nach klimatischen Bedingungen sind das 0,3 bis 0,5 l pro Tauchgang und das idealerweise davor! Damit einhergehend sollte natürlich auch gerade im Ausland eine Prophylaxe von Durchfallerkrankungen beachtet werden.

3. Tauchen Sie mit Nitrox, also einem erhöhten Sauerstoffanteil in der Luftversorgung von 30-36%. Diese Konzentration führen zwar zu einer Limitierung in der Tiefe im Vergleich zu normaler Pressluft, senkt aber auch gleichzeitig das Risiko einer Dekompressionserkrankung. Die meisten Tauchbasen weltweit stellen Nitrox ohne Preisaufschlag für ihre Taucher zur Verfügung und die Zusatzausbildung dauert etwa 1-2 Tage.

Sehr empfehlenswert für den interessierten Leser sind die frei zugänglichen Richtlinien der deutschen Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin (GTUEM), die in regelmäßigen Abständen aktualisiert werden (IV).

Lesen Sie auch Teil 1 Tauchen aus sportmedizinischer Sicht – Epidemiologie

und Teil 2 Ursachen für Tauchsport bedingte Erkrankungen.

Quellen: 

I. Tauchunfall-Statistik 2012. Fachstelle für Tauchunfallverhütung. www.ftu.ch 

II. Verband Deutscher Sporttaucher. www.vdst.de 

III. The 2010 DAN Diving Fatalities Workshop. www.alertdiver.com/349 

IV. Leitlinie Tauchunfallbehandlung. www.gtuem.org 

V. Divers Alert Networt. www.diversalertnetwork.org/medical

Teilen

Über den Autor

Markus Klingenberg

Leave A Reply