Was ist oxidativer Stress und welche Auswirkungen hat er?

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Oxidativer Stress ist ein allgemeiner Begriff für Gewebeschäden auf molekularer Ebene, die durch Sauerstoffradikale verursacht werden. Erhöhter oxidativer Stress ist schädlich, denn Forschungsergebnisse deuten auf ein größeres Risiko für Entzündungen und Muskelschmerzen sowie weniger Erholung nach dem Sport hin.

Bedauerlicherweise ist die Gefahr eines Übermaßes an oxidativem Stress für intensiv trainierende Sportler größer, weil sie mehr und schneller Sauerstoff verbrauchen.

Allerdings wurde in den meisten Studien über oxidativen Stress immer nur ein einziger Trainingsdurchgang betrachtet. Darüber, wie Sportler auf mehrere Trainingsdurchgänge reagieren, ist kaum etwas bekannt.

Australische Forscher wollten hierauf eine Antwort finden und untersuchten an 8 durchtrainierten männlichen Radfahrern (durchschnittlicher VO2max 76 mls/kg/min), welche Auswirkungen ein hochintensives Fahrradtraining an 3 aufeinander folgenden Tagen auf oxidative Stressmarker im Blut- und Urin hat. Die Radfahrer absolvierten am 1. Tag ein Intervalltraining mit 9 Durchgängen à jeweils 30 Sekunden bei 150 % der maximalen Leistung. Am 2. und am 3. Tag folgte jeweils ein im Labor simuliertes Zeitfahren über 30 km. Die Wissenschaftler wollten insbesondere Marker für Schäden durch freie Radikale messen, z.B. Malondialdehyde (MDA) und Allantoin im Urin, den gesamtantioxidativen Status der Radfahrer (d.h. ihre Fähigkeit, den oxidativen Stress zu bekämpfen), den Vitamin E-Serumspiegel (ein antioxidatives Vitamin) und die Aktivität von 2 entscheidenden antioxidativ wirkenden Enzymen, nämlich Superoxid-Dismutase und Glutathion-Peroxidase.

 

Eine Übersicht über die Ergebnisse:

  • – Nach dem hochintensiven Intervalltraining des 1. Tages (d. h. mit erhöhtem oxidativen Stress) kam es zu einem signifikanten Anstieg von MDA im Serum und Allantoin-Ausscheidungen im Urin. Der antioxidative Stress insgesamt war ebenfalls größer, während der Vitamin-E-Spiegel abfiel.
  • – Während der nächsten 3 Tage war der Serum-MDA-Spiegel erheblich niedriger und die Allantoin-Ausscheidung im Urin wesentlich geringer, während sich der antioxidative insgesamt Status besserte.
  • – Während der Trainingseinheiten an aufeinander folgenden Tagen änderte sich die Tätigkeit der antioxidativen Enzyme nicht wesentlich.

Für Athleten, die häufig trainieren, sind diese Ergebnisse sehr ermutigend, da sie vermuten lassen, dass Wirkmechanismen im Körper vorhanden sind, die nach intensiven Trainingsbelastungen eine Erhöhung des antioxidativen Status insgesamt bewirken und den oxidativen Stress günstig beeinflussen, sodass es hier nicht zu der erwarteten Erhöhung kommt. Unklar ist allerdings noch, ob diese positive Anpassung auch an mehreren Tagen mit extrem hartem Intervalltraining (wie am 1. Tag der Studie) eintreten würde.

Applied Physiology, Nutrition, and Metabolism 2007, Bd. 32 (4), S. 677-685

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