Krankheiten der Ausdauerathleten

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Bislang ist der Konsum von hohen Mengen oxidationshemmender Nährstoffe (Vitamin C, Vitamin E und Beta-Carotin) mit einer Verringerung des Krebsrisikos in Verbindung gebracht worden. Jetzt gibt es darüber hinaus auch Anzeichen dafür, dass die Antioxidantien helfen können, ein anderes Problem für Ausdauerathleten in den Griff zu bekommen – die gewöhnliche Erkältung.

In einer Untersuchung, die 1993 von Forschern der Universität von Witwaterserand und der Universität von Kapstadt in Südafrika durchgeführt wurde, nahmen 43 Teilnehmer des Comrades Marathons (90 km) 3 Wochen lang täglich 500 mg Vitamin C zu sich. Weitere 45 Teilnehmer nahmen täglich 500 mg Vitamin C und 400 IE Vitamin E ein, während 37 Läufer ihre Ernährung mit 300 mg Vitamin C, 300 IE Vitamin E sowie 18 mg Beta-Carotin (eine Chemikalie, die der menschliche Körper sofort in Vitamin A umwandelt) ergänzten. 47 weitere Läufer nahmen nur ein Placebo ein, und allen Läufern wurden nicht-sporttreibende Kontrollpersonen gegenübergestellt, die ähnliche Mengen Antioxidantien oder Placebos einnahmen. Alle Personen wurden 14 Tage nach dem Marathon auf Infektionen hin überwacht. [MAM]
Während der 2 Wochen nach dem Comrades waren Atemwegserkrankungen unter den Läufern stärker verbreitet, als bei den nicht-sporttreibenden Kontrollpersonen (sehr große körperliche Anstrengung hat die Tendenz, das Immunsystem zu schwächen). Innerhalb der Laufgruppe jedoch, schien die Einnahme von Vitamin C oder einer Kombination von Vitamin C, E und Beta-Carotin zu helfen, Infektion zu verhindern. Nur 16-20 % der Läufer, die Vitamin C allein oder die Kombination von C, E und Beta-Carotin bekamen wurden krank – verglichen mit 40 % der Läufer, die ein Placebo einnahmen.
Es scheint, dass die Zufuhr zusätzlicher Antioxidantien die Risiken von Atemwegsinfektionen während Phasen extremer körperlicher Anstrengungen bei Ausdauerathleten senken kann. Es ist möglich, dass die Antioxidantien dabei helfen, die Zellmembrane der Atemwege der Athleten zu stabilisieren; und die Zellen weniger anfällig für Virenangriffe zu machen. Dabei kann besonders Vitamin C schützend sein: Die südafrikanischen Forscher fanden heraus, dass die Mitglieder der Gruppe mit dem niedrigsten Aufkommen an Infektionen ungefähr 1007 mg Vitamins C pro Tag konsumierten.(1)

Kann Bewegung Ihr Lungenkrebs Risiko senken?

Vermehrte körperliche Tätigkeit verringert erwiesenermaßen das Risiko von Dickdarmkrebs.Epidemiologen waren sich aber nicht sicher, ob Bewegung auch das Krebsvorkommen in anderen Körperteilen begrenzen kann. Nun weisen jedoch Studien Informationen von Forschern der Harvard-Universität (USA)darauf hin, dass regelmäßige Bewegung auch die Häufigkeit von Lungenkrebs verringern kann.
Die Forschern Ralph Paffenbarger und I-M. Lee untersuchten zwischen 1962 und 1990 in Harvard 17.755 Männer (Altersdurchschnitt = 47 Jahre). Das Bewegungsniveau der Männer wurde durch Fragebögen festgestellt, und die Betroffenen wurden entweder als nicht-aktive (ein Verbrauch von weniger als 1000 Kalorien pro Woche durch Bewegung), gemäßigt-aktive (ein Verbrauch von zwischen 1000–2500 Kalorien pro Woche) oder in-hohem-Grade-aktive eingestuft (ein wöchentlicher Verbrauch von mehr als 2500Kalorien durch Bewegung – was dem laufen oder gehen von mehr ca. 32–40 km pro Woche entspricht). Faktoren, die tendenziell das Risiko von Lungenkrebs erhöhen–Rauchen, Alter und Körpergewicht – wurden statistisch kontrolliert.
Insgesamt traten während der Studie 354 Fälle von Lungenkrebs auf. Die anschließende Analyse der Daten zeigte, dass körperliche Tätigkeit mit einem bemerkenswert niedrigeren Risiko von Lungenkrebs verbunden ist – besonders bei den Männern, die während der 28-jährigen Studie in hohem Grade aktiv waren. Das Auftreten von Lungenkrebserkrankungen bei dieser Gruppe war nur halb so groß wie bei der Gruppe der nicht-aktiven.
Da allerdings keine diätetischen Aufzeichnungen gemacht wurden, ist es auch möglich, dass die aktiveren Personen auch höhere Mengen an oxidationshemmenden Nährstoffen während der Studie konsumiert haben. Und da Antioxidantien mit niedrigeren Frequenzen von Lungenkrebs verbunden sein können, könnte ebenso eine solche diätetische Ergänzung – noch eher als die körperliche Tätigkeit – die wahre Quelle des Schutzes vor Krebs gewesen sein Allerdings war die oxidationshemmende Nährstoffergänzung während des Forschungszeitraums (1962 bis 1990) noch keine weitverbreitete Praxis – die Antioxidantien-Erklärung ist daher eher unwahrscheinlich. [MAM]
Wie kann Bewegung die Lunge vor krebsartigem Wachstum schützen? Der tatsächliche Mechanismus ist unbekannt, aber es ist klar, dass regelmäßige körperliche Betätigung – solange sie nicht extrem betrieben wird – dazu neigt, das Immunsystem anzuregen. Ein gut funktionierendes Immunsystem ist besser darin, kleine Anhäufungen von Krebszellen anzugreifen, bevor sie eine Chance bekommen, sich zu vollentfalteten Tumoren zu entwickeln.
Der Verbindung zwischen Bewegung und einem verringerten Lungenkrebsrisiko ist große Beachtung zu schenken – schließlich ist Lungenkrebs der häufigste tödliche Krebs bei Männern. In den Vereinigten Staaten und in Europa trägt er zu ca. 20–25 % aller Krebstodesfälle bei – so sterben alleine in den USA jährlich fast 100.000 Männer an dieser Form von Krebs.(2)

Quellenangaben:

  • Medicine and Science in Sports and Exercise, 1994, Bd. 26 (5), S. 218
  • Medicine and Science in Sports and Exercise, 1994, Bd. 26 (5), S. 216
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