Die guten Vorsätze – Alle Jahre wieder

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Alle Jahre wieder, pünktlich zu Silvester und Neujahr, wollen gute Vorsätze angepackt und ausgeführt werden. Ab der ersten Januarwoche ist ihre Ausführungsquote auch sehr hoch. Aber laut der Statistik halten die Vorsätze in der Regel bis Ende Februar. Dann geraten sie immer mehr in Vergessenheit.

„Der gute Vorsatz ist ein Gaul, der oft gesattelt, aber selten geritten wird.“ (Mexikanisches Sprichwort)

Nun haben wir Ende Januar – ziehen Sie doch ganz kurz eine Bilanz – wie schaut’s mit Ihren Vorsätzen aus? Denn rein statistisch gesehen, haben Sie noch einen Monat Zeit. Sind Sie noch fleißig oder hat sich die anfängliche Inbrunst auf eine rätselhafte Weise verflüchtigt?

 

Die psychologische Sicht

Interessant ist es zu wissen, was die moderne Psychologie zu diesem Thema sagt. Um persönliche Ziele zu erreichen, braucht man 2 Begleiter: Einmal die Motivation, das ist die emotionale Triebkraft für Verhalten, und die Volition, das ist die Willenskraft, also die Fähigkeit, besonders unter Stress und bei Handlungsbarrieren die ursprünglichen Vorhaben weiterhin zu verfolgen.

Die emotionale Triebkraft und die Willenskraft lassen sich trainieren. Das ist eine sehr positive Erkenntnis. Die negative Erkenntnis ist dagegen, dass man sich von der bequemen Vorstellung verabschieden muss. Es ist unbestreitbar, dass Änderungen des Lebensstils viel Kontrolle und somit Energie kosten. Wenn der Mensch zu viele Dinge auf einmal ändern möchte, führt dies zum Überstrapazieren der Willenskraft, genauso wie bei einer Übermüdung bei einem Muskel. Aus diesem Grund scheitern so viele strenge Diäten innerhalb kürzester Zeit.

 

Konkrete Hilfen

An dieser Stelle empfiehlt es sich, eine Bedürfnishierarchie zu erstellen, um die aktuellen Bedürfnisse zu konkretisieren und realistisch zu fassen. Denn Volition ist keine Spaßbremse – der Spaß kommt einfach nur später.

Mit Änderung des Lebensstils ändert sich oft auch das eigene Selbstbild. Folgendes Beispiel: Wenn eine Frau gewohnt ist, gut gekleidet, frisiert und geschminkt im Büro zu erscheinen, nimmt sie bei unsicherer Wetterlage automatisch den Wagen und nicht das Fahrrad. Mit einer unmodischen Regenjacke und verschwitzt im Büro anzukommen, steht außer Frage. Und ruck zuck ist der Sommer ohne Fahrrad vorbei.

Also sollten Sie sich überlegen, ob der Vorsatz auch zum Selbstbild passt. Folgende Tipps versprechen Erfolg:

1. Motive klären – Wozu sollte ich gesünder leben? Was will ich damit erreichen?

2. kleine kurzfristige Ziele festlegen – z. B. wenn es um Fitness geht: Trainingsplan erstellen, Schuhe besorgen usw.

3. Ort und Zeit konkret benennen

4. Unterstützung organisieren – durch Familie, Nachbarn oder Experten

5. Zeit für Entspannung nehmen

6. Gewohnheiten entstehen durch Wiederholungen und dadurch spart man psychische Energie. Z. B. vor dem Frühstück 5 Min. Gymnastik machen oder statt dem Fahrstuhl die Treppe nehmen.

7. Rückschläge sind ganz normal. Es kommt nun darauf an, was Sie daraus lernen, um den Schaden zu begrenzen. Nehmen Sie Ihr Ziel am nächsten Tag wieder auf.

8. Erfolge registrieren und stolz darauf sein

  

Die Wenn-Dann-Methode

Eine weitere tiefgründige Methode, die besonders für die Notfälle bereit gehalten werden sollte, ist die „Wenn-Dann-Sätze“-Methode – das schlagen einige Wissenschaftler vor:

Stellen Sie sich vor, dass die erste Woche sehr gut verläuft und Sie sich an all Ihre Vorsätze halten. Doch eines Sonntags bekommen Sie ganz plötzlich Heißhunger auf Süßes. An dieser Stelle muss ein fertiger „Wenn-Dann-Satz“ her: „Wenn ich Lust auf Süßes habe, dann esse ich einen Apfel.“ Nun kommen Sie nach dem Joggen nach Hause und finden nicht anderes als Milch, Schokolade und Eier im Kühlschrank. Jetzt brauchen Sie einen „Notfall-Wenn-Dann-Plan“: „Wenn ich abends Lust auf Süßigkeiten bekommen, dann putze ich mir sofort die Zähne.“ Denn Zahnpasta schmeckt nach Minze und das passt nicht zum Süßen.

Weitere Notfallsätze könnten wie folgt aussehen:

– Wenn ich einen Teller nehme, dann achte ich darauf, dass es ein kleiner ist.

– Wenn ich Durst habe, dann greife ich zu Wasser.

– Wenn ich morgens zur Arbeit aufbreche, dann steige ich aufs Rad.

 

Lesen Sie auch: Gute Vorsätze – So bleiben Sie am Ball 

Marina Lewun

 

Quellenangabe:

1. Schöpf, C. (2012). Selbststeuerung. Stern – gesund leben 1/2012. Druck- und Verlagshaus, Hamburg

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