Osteopathie ebnet den Weg zu einem höheren Leistungsniveau beim Sport

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Immer mehr Profis reisen mit ihrem persönlichen Osteopathen. Allein bei Olympia 2012 wurden Athleten in mehr als 40 verschiedenen Sportarten von über 100 Osteopathen betreut. In einem Gastbeitrag erläutert Osteopath Rohit Mathur die Grundzüge der Osteopathie.

Leistungssportler, die gegen die starke Konkurrenz bestehen möchten, sind auf einen voll funktionsfähigen Körper und einen Geist, der ebenso einwandfrei funktioniert, angewiesen. Die Osteopathie unterstützt all das und steigert zusätzlich die Leistungs- und die Regenerationsfähigkeit des Sportlers effektiv. Mit der Osteopathie sind Sie auf dem besten Weg, Höchstleistungen zu erzielen und mehr aus Ihrem Körper herauszunehmen.

Osteopathie: Prävention von Verletzungen und Überbelastungen 

Damit Leistungssportler ihr hohes sportliches Niveau halten können, benötigen sie ein effektives körperliches Training und eine perfekte Technik. Hinzu kommen die mentale Fitness und ein Ernährungsplan, der absolut auf die Bedürfnisse des Sportlers abgestimmt ist. Die Osteopathie kann dem ambitionierten Athleten dabei helfen, das Zusammenspiel der einzelnen Körpersysteme zu optimieren, um dadurch Höchstleistungen zu erzielen. Mithilfe des Osteopathen lässt sich so die Leistungsfähigkeit dauerhaft steigern. Das erkennen immer mehr Leistungssportler und Trainer. 

 Die Deutsche Leichtathleten Mannschaft wurde schon 2004 in Athen als auch 2008 in Peking bei Olympia von Osteopathen betreut. (2004: beispielsweise Silbermedaillen der Speerwerferin Steffi Nerius und der Kugelstoßerin Nadine Kleinert; 2008: Bronzemedaille der Speerwerferin Christina Obergföll) Und auch 2012 wurde der Deutsche Leichtathletikverband von Osteopathen begleitet. Auch die Deutsche Hockey-Nationalmannschaft der Damen 2004 beim Olympiasieg in Athen, war unter osteoplastischer Betreuung. (Quelle: VOD-Verband der Osteopathen) 

Fehlhaltungen, Funktionsstörungen und Dysbalancen sind beim Leistungssport keine Seltenheit. Doch solche Probleme müssen vom Athleten nicht einfach hingenommen werden. Die Osteopathie greift an dieser Stelle korrigierend ein und wirkt präventiv gegen Verletzungen oder auch Überbelastungen. Behandelt werden lokale Verletzung und die in der Peripherie beteiligten Strukturen. Zusätzlich ist es möglich, die Regenerationsfähigkeit des Körpers effektiv zu verbessern und sogar zu beschleunigen. Die Grundlage zum Erreichen eines weit höheren Leistungsniveaus ist geschaffen.

Eine bessere Koordinationsfähigkeit und mehr Leistung durch Osteopathie 

Ein hohes Lungenvolumen, ein Herzkreislaufsystem und ein Bewegungsapparat, die sehr gut funktionieren – für einen Sportler sind diese Dinge unabdingbar. Sie sind sein Kapital, auf das er angewiesen ist. Aber gerade das Lungenvolumen wird durch Funktionsstörungen im Bereich von Wirbelsäule, Rippen und Zwerchfell eingeschränkt. Solche Störungen kann der Osteopath beheben. Dadurch gewinnt der Sportler ein gesteigertes Atemvolumen zurück. Vor allem für Ausdauersportler kann eine solche Behandlung also definitiv einen Leistungsschub bedeuten. 

Aber nicht nur dort setzt die Osteopathie an. Wenn die Rezeptoren durch eine Einschränkung der Gelenkkapseln oder den Verlust der Elastizität gestört werden, kann das Nervensystem nicht mehr 100-prozentig funktionieren. In solchen Fällen kann der Sportler Bewegungsabläufe, die er zuvor absolut beherrschte, nicht mehr perfekt ausführen. Eine Einschränkung der Koordinationsfähigkeit liegt vor. Jetzt kommt der Osteopath ins Spiel. Denn er weiß, welche Techniken und Methoden das Gleichgewicht im Körper wieder herstellen und damit die Koordinationsfähigkeit samt der Leistung verbessern. 

Während Sportmedizin oder Sportwissenschaft manchmal ohne Rücksicht auf Verluste die sportliche Leistungsfähigkeit steigern möchten und dabei ab und an sogar den legalen Weg außen vor lassen, steht für den Osteopathen die Gesundheit des Sportlers im Mittelpunkt. Sinn und Zweck ist es, die Leistungsfähigkeit auf gesunde Weise dauerhaft zu steigern, in dem das Zusammenwirken von Gelenken, Nerven, Faszien und Muskeln sowie die Versorgung des Körpers mit Flüssigkeiten, optimiert werden.

Sportverletzungen – Osteopathie als Therapie 

Belastungen im Grenzbereich sind für viele Athleten an der Tagesordnung. Kommt es dabei zu Verletzungen, ist die Gesundheit oft nicht das einzige Problem des Leistungssportlers. Hier spielen auch wirtschaftliche und finanzielle Aspekte eine Rolle, weshalb Ausfälle – Erstrecht langfristige Ausfälle – umso problematischer sind. Die Osteopathie kann, wie schon erwähnt, an dieser Stelle präventiv wirken. Aber auch wenn es bereits zur Verletzung gekommen ist, kann diese durch den Osteopathen in vielen Fällen erfolgreich behandelt werden. Auch eine Zusammenarbeit mit einem Schulmediziner kommt infrage. Denn die Osteopathie aktiviert und verbessert die Selbstheilungskräfte des Körpers und ermöglicht dadurch eine schnellere Genesung. Eine Ausgezeichnete Unterstützung für den Schulmediziner. 

Doch es sind nicht nur die großen, sondern auch die kleinen Verletzungen, die Ihrem Körper schaden, aber nicht immer auf den ersten Blick sichtbar werden. Der menschliche Körper ist in der Lage, kleine Verletzungen zu kompensieren, in dem er unbewusste Ausweichbewegungen durchführt, um verletzte Stellen zu schonen. Der Körper ist ein wahres Talent, wenn es darum geht, sich anzupassen und neue Komfortzonen zu finden. Doch irgendwann ist Schluss. Nicht alles kann dauerhaft kompensiert werden und zudem können sich die Kompensationen negativ auf andere Körperstrukturen auswirken. Das Resultat sind Beschwerden oder auch Schmerzen, ganz ohne eine offensichtliche Verletzung. In solchen Fällen sucht der Osteopath den Ursprung der Beschwerden und behandelt den betroffenen Bereich.

Myofasziale Ketten als Beispiel

Ein Beispiel einer Kompensation über myofasziale Ketten: Bei einer sportlichen Aktivität knickt der Athlet im Fußgelenk nach innen um und erleidet ein sogenanntes Inversionstrauma. Es kommt zu einer Überdehnung der Aussenbänder im Sprunggelenk. Durch das Umknicken im Knöchel, kann sich das Wadenbein nach unten fixieren und hängenbleiben. Da der Beinbizeps (M. bizeps femoris) am Wadenbein (Caput fibulae) befestigt ist und sein Ursprung auf der Rückseite des Hüftknochen (Tuber Ischiadicum) ist, bekommt dieser Muskel nun einen verstärkten Zug nach unten. Der Hüftknochen auf der betroffenen Seite wird durch diesen Zug nach hinten rotiert. Somit hat der Betroffene nun einen erworbenen Beckenschiefstand. Durch diese Verdrehung im Becken, kommt nun auch der Hüftkopf etwas höher, der Oberschenkelhalskopf wird somit auch nach oben gezogen und das Bein wirkt nun etwas kürzer. Ein Beckenschiefstand leider auch Auswirkungen auf die gesamte Wirbelsäule, da das Becken das Fundament der Wirbelsäule ist. Auch wenn die Knöchelverletzung schon lange ausgeheilt ist, kann sich die Wirbelsäule über die Jahre neu anpassen und es kann zu zusätzlich zu einer Skoliose führen. Eine Skoliose hat wieder Auswirkungen auf andere Strukturen der Wirbelsäule wie Bandscheiben, Bänder, Muskeln und Faszien. Schmerzen, Verspannungen und Bewegungseinschränkungen können im Nacken oder Rücken über diese myofasziale Ketten entstehen. Die Ursache lag aber an einer Sportverletzung am Knöchel. Dies war nur ein Beispiel von vielen für eine Kompensation.

Wie läuft eine Behandlung beim Osteopathen ab? 

Am beginn einer osteopathischen Behandlung wird eine ausführliche Anamnese gemacht. Auch länger zurückliegende Unfälle, Verletzungen oder Operationen werden berücksichtigt, denn diese wichtigen Informationen können den ersten Hinweis für Kompensationen liefern. Es folgt eine intensive körperliche Untersuchung mit den Händen des Osteopathen. Dabei tastet sich der Osteopath von der Haut nach weiter innen zu tieferliegenden Strukturen des Körpers. Er fühlt die unterschiedliche Hauttemperatur, Gewebespannung, Feuchtigkeit und Verschieblichkeit. Eine Vielzahl von Tests kommen hier zum Einsatz, bei dem der Patient teilweise mithelfen muss. 

Durch die körperliche Untersuchung konnte sich der Osteopath ein umfassendes Bild vom Zustand seines Patienten machen. Nun wird eine individuelle Behandlung gestartet. Sanfte Methoden wie auch chiropraktische Techniken kommen hier zum Einsatz. Dabei beeinflusst er mit einer Vielzahl von Verfahren: Muskeln, Bänder, Nerven, Gelenke und Bindegewebe. Die gleiche Erkrankung an zwei Patienten, können unterschiedliche Behandlungsschwerpunkte erfordern. Daher sind keine festen Behandlungsabläufe indiziert.

Fazit: 

Osteopathie erfreut sich als Behandlungsmethode vor allem unter Leistungssportlern immer größerer Beliebtheit. Sie kann präventiv gegen Verletzungen oder Überbelastung wirken und hilft auch dann, wenn die Verletzung bereits vorhanden ist. Wo die Sportmedizin häufig allein die Leistungsfähigkeit des Sportlers im Blick hat, behandelt der Osteopath den Menschen, ohne seine Gesundheit zu gefährden, und ermöglicht es ihm, seine Leistungsfähigkeit auf legalem Wege und ohne gesundheitliche Risiken zu steigern. Dabei eignet sich die Osteopathie natürlich nicht nur für den professionellen Athleten, sondern auch für Freizeitsportler, die ihre Gesundheit verbessern und ihre Leistung steigern möchten. Auch das Gesundheitssystem sieht das Osteopathie eine schonende und wirksame Therapiemethode ist. Immer mehr gesetzliche Krankenkasse unterstützen nun auch ihre Mitglieder bei den Kosten.

Rohit Mathur

Osteopath und Personaltrainer

www.osteovital.net

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