Erkrankungen der Atemwege und der Lunge

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Erkrankungen der Luftwege oder Lunge beeinträchtigen nicht nur die sportliche Leistung immens, sondern können auch direkte Auswirkungen auf die Gesundheit des Herzens haben.

Unsere Lungen nehmen über die eingeatmete Luft Sauerstoff auf und geben ihn an das Blut weiter, gleichzeitig scheiden sie die bei den Verbrennungsprozessen entstandene Menge an Kohlendioxid wieder aus. Über den Lungenkreislauf ist das Herz direkt mit der Lunge verbunden. Daher beeinträchtigen Erkrankungen der Luftwege oder Lunge nicht nur die sportliche Leistung immens, sondern können, aufgrund der starken Vernetzung, auch direkte Auswirkungen auf das Herz haben.

(Lesen Sie dazu auch die ersten beiden Teile des Artikels:

Arteriosklerose, koronare Herzkrankheiten, Herklappenfehler und Herzinsuffizienz

Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen)

 

Erkrankungen der Luftwege

Die oberen Luftwege bezeichnen den Nasen-Rachen-Raum, wohingegen die unteren Kehlkopf, Luftröhre und das Bronchialsystem beinhalten. Ihre häufigste und in der Regel harmloseste Erkrankung ist der Schnupfen. Da mit ihm jedoch oft weitere Erkrankungen wie die Mittelohrentzündung, Nebenhöhlenentzündungen oder eine Bronchitis einhergehen können, ist hier bereits von sportlicher Aktivität abzusehen. Die Keime gelangen sonst leichter und vermehrt in Lunge und Herz und können bis zu einer Herzmuskelentzündung führen.

 

Chronische Bronchitis

Durch schlechte Luft, vor allem beim Rauchen, kommt es zu einer chronischen Bronchitis. Die Schleimhäute sind dauerhaft angeschwollen und es wird verstärkt Schleim produziert, der die Atmung erschwert. Je weiter die Krankheit fortschreitet, desto stärker wird die Atemnot, hinzu kommt eine Schwäche der rechten Herzhälfte und Zynose, eine bläuliche Verfärbung von Lippen, Fingern und Haut.

Als Therapie sollte an erster Stelle die Vermeidung der Einatmung weiterer Giftstoffe stehen. Medikamente (z. B. Kortisonspray) können kurzfristig helfen. Spezielle Atemgymnastik kombiniert mit einem Ausdauer-Schwimmtraining liefern auf der sportlichen Seite die besten Erfolge.

 

Asthma

Weiterhin geläufig ist die Krankheit Asthma bronchiale. Infolge einer Entzündung oder Überempfindlichkeit der Bronchien kommt es zu einer Verengung der Atemwege und damit einhergehend zu Atemnot. Man unterscheidet allergisches Asthma (z. B. durch Pollen), nichtallergisches Asthma (durch Viren, Bakterien), Belastungsasthma und weitere Mischformen.

Neben der Atemnot hat der Betroffene oftmals einen Hustenreiz und einen erhöhten Puls. Es gilt, wie immer, die auslösenden Faktoren zu meiden. Bei allergisch bedingtem Asthma ist auch eine Hyposensibilisierung möglich. In der Regel kommen Medikamente auf Kortisonbasis oder Beta-2-Sympathomimetika zum Einsatz. Letztere simulieren eine Adrenalinausschüttung und haben eine anabole Wirkung. Sie werden daher auch als Dopingmittel missbraucht.

Für die Sporttherapie eignen sich dieselben Maßnahmen wie bei der chronischen Bronchitis. Schwimmen in warmem Wasser ist ideal, da bei verstärkter Atmung in trockener und kalter Luft die Schleimhäute der Bronchien auskühlen und austrocknen, was wiederum zu Anfällen führt. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit im Schwimmbad minimiert sich diese Gefahr.

 

Erkrankungen der Lunge

Lungenemphysem

Die Lungenblähung (Lungenemphysem) ist eine irreparable Erweiterung der Lufträume, bei der sich die Lungenbläschen zuerst vereinen, dann erschlaffen und verhärten. Dies verringert die Fläche der Lunge und somit ihre Fähigkeit, wie oben beschrieben Gase auszutauschen. Eine Lungenblähung kann altersbedingt auftreten, als Folge einer Erkrankung der Atemwege oder durch Narben, die entstehen, wenn lange Quarzstaub eingeatmet wird.

Diese Krankheit kann nur bei früher Diagnose geheilt werden. Unter bestimmten Voraussetzungen ist eine Lungentransplantation möglich und nötig. Rauchen sollte unbedingt vermieden werden. Medikamente und Atemgymnastik schließen sich an.

 

Lungenentzündung

Bekannter ist die Lungenentzündung. Wie der Name schon impliziert, entzündet sich ein Teil der Lunge, hauptsächlich die Lungenblasen. Meistens ist nur ein kleiner Teil der Lunge befallen. Ursache ist eine Infektion mit Bakterien oder Viren. Selbstverständlich ist Sport in dieser Zeit tabu und die Behandlung gehört in fachkundige Hände. Die Leistungsfähigkeit kann bis zu 4 Wochen nach der Heilung noch beeinträchtigt sein. Nehmen Sie darauf Rücksicht und starten Sie langsam mit Ihrem Training.

 

COPD

Beide Krankheitsbilder gehören zu der Sammelgruppe COPD (eng.: chronic obstructive pulmonary disease), im Volksmund auch als Raucherlunge bezeichnet. Krankheiten dieser Sparte gehören weltweit zu der 4.-häufigsten Todesursache. Es kann nicht oft genug betont werden, dass das Einatmen von Schadstoffen die Hauptursache darstellt. Die Lunge benötigt 10, das Herz sogar 15 Jahre, um nach hohem Zigarettenkonsum wieder vollkommen zu regenerieren.

Gut geeignet bei Patienten mit einer leichten bis mittelschweren COPD sind Ausdauersportarten mit gleichbleibender, mittlerer Intensität wie Wandern, Walken, leichtes Joggen, Radfahren, Tanzen und Gymnastik. Noch vielversprechender ist nach neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen eine Kombination aus Kraft- und Ausdauertraining. Auch Yoga, autogenes Training und Pilates führen zu einer Verbesserung der gesundheitlichen Situation.

 

Fazit

Als Sportler oder Trainer ist es wichtig, die geläufigsten Krankheiten von Herz und Lunge zu kennen. Vor allem die Auswirkung diverser Medikamente auf die Leistung und die körperliche Fitness muss bei der Trainingsplanerstellung miteinbezogen werden. Das Kennen und Erkennen von Symptomen kann Leben retten – auch in Turnhalle, Fitnessstudio oder auf dem Sportplatz.

Diese Artikelreihe sollte Ihnen einen kleinen Überblick verschaffen, es ist jedoch unumgänglich, dass Sie sich – vor allem wenn Sie regelmäßigen Kontakt zu Betroffenen oder Risikogruppen haben – weiterbilden. Versuchen Sie, in jedem Fall mit dem behandelnden Arzt Kontakt aufzunehmen und Absprachen zu treffen.

 

Marcel Kremer

 

Quellenangaben:

1. Classen, M.: Innere Medizin, 5. Aufl., München 2004.

2. Hollmann, W.: Sportmedizin, 4. Aufl., Stuttgart 2000.

3. Weineck, J.: Sportbiologie, 8. Aufl., Balingen 2002.

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