Warum kommt Herpes im Winter und was kann man dagegen tun?

0

Lippenherpes sieht nicht nur unschön aus, er juckt und zieht und kann sogar bluten. Auftreten kann der Lippenherpes bei fast Jedem. Doch gerade beim Wintersport passiert das häufiger. Warum ist das so und was kann man dagegen tun?

Einen wirklichen Schutz vor Lippenherpes gibt es nicht. Denn fast jeder Mensch trägt den Virus, der den Lippenherpes verursachen kann, bereits in sich. Rund 95 % aller Menschen sind vom Herpes simplex, wie die Lippenbläschen medizinisch genannt werden, betroffen. Daher kann man davon ausgehen, dass man sich bereits im Säuglingsalter ansteckt. Und auch wenn er bei einem selber noch nicht aufgetreten ist, ist man mit fast hundertprozentiger Sicherheit Träger des Herpes simplex.

Der Lippenherpes bricht nur unter bestimmten Bedingungen aus. Ansonsten schlummert der Virus in unserem Körper ruhig vor sich hin. Jeder Mensch ist hier anders. Während er bei einigen Unglücklichen bis zu 12-mal im Jahr vorkommt, bleiben andere ihr Leben lang verschont, auch wenn sie Träger des Virus sind. Beim Wintersport wie Skifahren treffen mehrere der Risikofaktoren aufeinander. Daher erhöht sich gerade im Skiurlaub die Wahrscheinlichkeit, dass man abends im Spiegel eine unschöne Überraschung erlebt. Denn verstecken kann man den ausgebrochenen Lippenherpes nur schwer.

 

Auslöser für Herpes

Der Virus braucht in der Regel einen Auslöser, um aktiv zu werden. Hier zählen neben Stress vor allem eine intensive Sonneneinstrahlung, ein geschwächtes Immunsystem, Krankheiten und psychische Faktoren wie ein Ekelgefühl. Vom Ekel und Stress einmal abgesehen, treffen die anderen Ursachen beim Wintersport zu. Man ist dauerhaft der Sonneneinstrahlung ausgesetzt, im Winter ist das Immunsystem angegriffen und oft kränkelt man ohnehin etwas vor sich hin. Im Winter ist die UV-Strahlung durch den reflektierenden Schnee noch einmal erhöht. Und weil der Fahrtwind die Lippen austrocknet, wird dem Herpes simplex hier sozusagen der Weg frei gemacht.

Der Herpes sieht unschön aus, aber Angst muss man nicht haben. Jeder Ausbruch dauert rund 8-12 Tage und verheilt in der Regel folgenfrei, sofern man nicht permanent die Kruste aufbricht und entfernt. Dennoch fühlt man sich meistens nicht wohl, wenn die Lippe verpustelt ist. Viele ekeln sich vor sich selber und verstecken sich am liebsten hinter einem Schal, bis die Bläschen verschwunden sind. Um das zu vermeiden, ist es klug, schon etwas gegen die auslösenden Faktoren zu unternehmen.

 

Was hilft – was nicht?

Wie bereits erwähnt, gibt es keinen 100 %-igen Schutz und man kann einen Ausbruch auch nicht immer verhindern. Man kann aber die Risikofaktoren beeinflussen. Gerade im Winter ist es daher wichtig, nicht nur das Gesicht, sondern auch die Lippen mit UV-Schutz einzucremen. Am besten benutzt man hier eine Creme, die die Lippen zudem feucht hält. So hat man schon zwei Faktoren entschärft. Mit viel Trinken und ausreichend Schlaf stärkt man zudem das Immunsystem, was auch das Ausbrechen des Herpes simplex beeinflusst.

Falsch hingegen ist das alte Hausmittel, die Bläschen mit Zahnpasta einzureiben. Nicht nur sieht der weiße Fleck im Gesucht unschön aus, die Zahnpasta trocknet die Lippen zusätzlich aus. Besser sind die in der Apotheke erhältlichen Mittel, wobei viele davon nur die Symptome wie das Jucken und Ziehen lindern, aber keinen Einfluss auf die Länge oder Intensität der Infektion haben. Besser sind hier spezielle Herpespflaster, die direkt auf die Bläschen geklebt werden. Diese können den Herpes nicht nur etwas verstecken, sondern decken diesen auch zu, sodass der Schorf nicht aufgerissen wird und kein Schmutz in die Wunde kommt. Das beschleunigt den Heilungsprozess etwas und Sie sind schnell wieder bei „Lippen-Gesundheit„.

 

Lesen Sie auch: Brauchen Sportler eine Grippeimpfung? 

 

Christian Riedel

Teilen

Über den Autor

Christian Riedel

Leave A Reply