Blutungen bei Ultradistanzläufen

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Milde Blutungen in den Gedärmen gelten als gängige Sportverletzung bei der immer bekannter werdenden Sportart des Ultraausdauerlaufens. Diese Blutungen entstehen durch den massiven physischen Stress, der bei diesen Ultrawettkämpfen auszuhalten ist. Dieses Problem kommt insbesondere bei älteren Athleten, Frauen und Menschen mit Verdauungsbeschwerden sehr häufig vor.

Niemand kennt den genauen Grund dieser Blutungen oder weiß, ob diese Blutungen ein längerfristiges Gesundheitsrisiko mit sich tragen. Aber nun weist eine neue Studie aus Australien und Griechenland darauf hin, dass diese Blutungen in vielen Fällen durch die Einnahme von bestimmten Medikamenten, die als Protonenpumpenhemmer bekannt sind, verhindert werden können.

Die Auswirkungen dieser Medikamente wurden an 70 Athleten getestet, die an dem Spartathlon 2005 in Griechenland teilgenommen haben. Der Spartathlon ist einer der anstrengendsten Laufveranstaltungen der Welt, der eine Strecke von 246 km von Athen bis Sparta abdeckt und innerhalb von 36 Stunden abgeschlossen werden muss.

Die Hälfte der Athleten bekam für die 3 Renntage einen Protonenpumpenhemmer, genannt Pantoprazol, verabreicht, während der Rest einen identisch aussehenden Placebo einnahm. Vor und nach dem Rennen wurden Stuhlproben der Athleten nach Anzeichen von okkulten Blutungen untersucht (das sind Blutspuren, die man mit dem bloßen Auge nicht erkennen kann). Am Ende nahmen nur noch 37 Läufer – 20 von der Testgruppe und 17 von der Placebogruppe – an der Abschlussuntersuchung teil. Einige Läufer stiegen aus der Studie aus, während andere ausgeschlossen wurden, da sie das Rennen nicht in der festgelegten Zeit beenden konnten.

Die Ergebnisse waren erstaunlich: Bei 2 der 20 Athleten der Testgruppe (10 %) und bei 12 von den 17 der Placebogruppe (71 %) wurden Blutspuren in der Stuhlprobe gefunden. Die Forscher stimmten zu, dass „kleine Dosen an Protonpumpenhemmern das Auftreten von Darmblutungen bei Teilnehmern eines Ultramarathons erfolgreich verhindern kann“.

Dennoch denken sie, dass diese vielversprechenden Ergebnisse durch noch mehr Studien bestätigt werden müssen. So empfehlen sie dieses Medikament sicherlich nicht jedem Athleten, der an solch zermürbenden Wettkämpfen teilnimmt. Sie schlussfolgern, dass „die Einnahme von Protonpumpenhemmern bei Athleten mit erhöhtem Risiko an Darmblutungen während einer anstrengenden oder langanhaltenden Sportaktivität sinnvoll wäre“.

 

British Journal of Sports Medicine, 2006, Bd. 40, S. 359–362
 

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