Basketball: Sprunggelenksverletzungen – Tipps für die Genesung

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Die häufigsten Verletzungen ziehen sich Basketballer im Sprunggelenksbereich zu. Ramy Azrak erklärt, wie man die Stabilität im Sprunggelenk nach einer Verletzung schnell zurückerlangen kann.

Basketball ist ein temporeiches Spiel bei dem gelaufen, gedribbelt, gepasst, geworfen und gesprungen wird. Durch die vielen Stopp- und Sprungbewegungen, als auch durch das körperbetonte Spiel, kann es schnell zu Sportverletzungen kommen. Die häufigsten Verletzungen ziehen sich Basketballer im Sprunggelenksbereich zu. „Speziell im Basketball stellt die Außenbandverletzung am oberen Sprunggelenk die häufigste Verletzung dar“, und zwar zwischen 32 bis 56% (1). (Wie hoch ist Ihr Risiko einer Sprunggelenksverletzung?) Die Ursache hierfür liegt auf der Hand. In der Zone, auf engstem Raum, finden häufig Sprünge und Landungen statt, bei denen eine Landung auf einem fremden Fuß und damit verbundenes Umknicken nie vollständig vermieden werden kann.

Knickt man einmal um, und zieht sich eine Bandverletzung zu, so sollte man sich der PECH-Regel unterziehen und nach Abklingen der Schwellung einen Arzt aufsuchen, da ein Knochenbruch nicht ausgeschlossen werden kann.

 

PPause
EEisanwendung
CCompressionsverband
HHochlegen

 

Unterstützend sollte der verletzte Fuß in der Akutphase so häufig wie möglich hochgelagert und mit einer Salbe oder mit einem schmerzlindernden Gel (z.B. Voltaren) eingeschmiert werden. Zusätzlich ist die Eisanwendung wichtig, weil die starke Kühlung das Abklingen der Schwellung und des bläulich-roten Blutergusses beschleunigt. Längere Belastungen hingegen verzögern den Heilungsprozess.

 

Nicht zu viel Ehrgeiz nach einer Bandverletzung

Das Risiko, sich an der gleichen Stelle ein zweites Mal zu verletzen, ist bei Bandverletzungen sehr groß. Der Heilungsprozess einer Bandverletzung dauert zwar in der Regel je nach Verletzung nur 2 bis 4 Wochen, doch viele Basketball nehmen viel zu schnell das Mannschaftstraining auf. Noch fataler ist ein zu schneller Wiedereinstieg in den Wettkampf. Auch wenn sich der Fuß gut anfühlt und keine Schmerzen mehr zu spüren sind, sollte man die Instabilität des Bandapparates nicht unterschätzen. Und falls doch ein entscheidendes Spiel ansteht, dann sollte unbedingt ein stabiler Tape-Verband den Fuß fixieren. Doch wieso ist das Risiko sich an der gleichen Stelle erneut zu verletzen so groß?

Nach einer Bänderverletzung im Bereich des Sprunggelenks wird heut zu Tage tendenziell konservativ behandelt und nur noch in den seltensten Fällen operiert. Die konservative Methode bedeutet häufig, dass ein Patient den Fuß in den ersten Tagen ruhigstellen sollte. Das Gehen wird durch spezielle Schienen, bei Knochenbrüchen durch einen Gips, ermöglicht. Bei einer Außenbandverletzung kann eine Schiene das Umknicken des instabilen Fußes nach außen verhindern. Durch die konservative Behandlungsmethode wächst das „zerrissene“ Muskel- und Sehnengewebe von selbst wieder zusammen und an der Verletzungsstelle bleibt eine Vernarbung zurück, die immer ein Risiko birgt, besonders bei „schlechtem Heilfleisch“.

Neben dem biologischem Heilungsprozess, dem Zusammenwachsens der Struktur, kann der Patient zur eigenen, schnelleren Rekonvaleszenz beitragen und die Stabilität des Gelenks aktiv beeinflussen. Sobald nämlich die Bewegung der Pronation (Senken des medialen Fußrandes) und Supination (Heben des medialen Fußrandes) beschwerdefrei durchgeführt werden kann, sollte ein entsprechendes Reha-Training im Anschluss unbedingt absolviert werden. Bei einer typischen Sprunggelenksverletzung – Beschädigung der Struktur des Bandapparates – ist ein hochkomplexes Rehabilitationstraining mit individueller Anleitung gar nicht nötig. Einfache Übungen, wie der Einbeinstand auf einem weichen Kissen, auf einer Sportmatte, auf einem Trampolin oder im Sand, reichen vollkommen aus, um die Stabilität wieder zu erlangen.

 

Propriozeptionstraining

Das Ausbalancieren auf einem Wackelbrett oder einem anderen instabilen Untergrund nennt man

Der 'Baum', eine klassische Yoga-Übung, bei der die Propriozeptoren nach Sprunggelenksverletzungen im Basketball trainiert werden. 

Propriozeptionstraining. „Der Propriozeptionsbegriff geht ursprünglich auf Sherrington zurück und beschreibt die Fähigkeit, den Zustand sowie die Veränderung von Gelenkwinkelpositionen über spezialisierte Sensoren (Propriozeptoren) zu erfassen.“ (3) Das Ziel ist die Verbesserung der Tiefensensibilität, also die Wahrnehmung bestimmter äußerer Reize aus dem Körperinneren, abhängig von der Lage der Rezeptoren. Durch das Trainieren wird der Bewegungsapparat enorm gefordert und gefördert, leider wird diese Art des Trainings im Basketball häufig vernachlässigt.

 

Definition: Propriozeption

Propriozeption stärkt die Körperkontrolle, die Wahrnehmung des Bodens und die Integration der Bewegung. Durch die verbesserte Trittsicherheit wird das erneute Auftreten von Sprunggelenksverletzungen reduziert und die Bandführung des Sprunggelenks wird gestärkt (Vgl. 4)

 

Ein derartiges Training verbessert die Stabilität nachhaltig und senkt die Verletzungshäufigkeit. Das Training sollte aber nicht nur von Basketballern durchgeführt werden, die bereits eine Sprunggelenksverletzung hatten. Auch präventiv hat ein Propriozeptionstraining seine Wirkung. Allerdings muss ich an dieser Stelle erwähnen, dass es keine 100-prozentige Garantie gibt, das Verletzungsrisiko komplett einzudämmen, da es im Basketball immer zu unkontrollierten Landungen und unglücklichen Körperkontakten mit dem Gegenspieler kommen kann.

 

Ramy Azrak

 

Quellenangaben:

1. Sprunggelenksverletzungen im Basketball; Hintergründe, Therapie und Prophylaxe, Biographische Information der Deutschen Nationalbibliothek

2. http://www.medizinfo.de/sportmedizin/tipps/pech.shtml

3. http://www.medicalsportsnetwork.de/archive/854021/Propriozeptives-Training.html

4. http://gelenk-doktor.de/sprung-gelenk/sprunggelenk-verletzung-aussenband-innenband-syndesmosen-band

 

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Ramy Azrak

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