Die Fehlstellungen der Füße

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Die Statik des Fußes ist genial, allerdings muss der Fuß auch einiges leisten. Nicht nur, dass er das gesamte Körpergewicht trägt, er muss in einem Jahr auch rund 2 Millionen Schritte aushalten – bei Läufern noch wesentlich mehr.

Je schneller wir z. B. beim Laufen unterwegs sind, desto höher ist das Gewicht, das durch die Füße gehalten werden muss. Diese hohe Belastung kann nicht jedermanns Fuß aushalten. Es kommt häufig durch Dysbalancen oder Fehlbelastungen zu Fehlstellungen der Füße. (Sportmedizin: Das Läuferknie)

  

Welche Fehlstellungen gibt es durch ein abgeflachtes Quergewölbe?

Zu Fehlstellungen kommt es durch Elastizitätsverlust des Bindegewebes, der mit dem Alter zusammenhängt, und durch Überlastungen, wie etwa durch verkürzte Wadenmuskulatur, Übergewicht, Laufsport oder das falsche Schuhwerk bei nahezu jeder Sportart.

Typische Fehlstellungen durch das Abflachen des Quergewölbes sind der Spreizfuß, Hallux valgus, Hammerzehen und der Schneiderballen. Wenn das Quergewölbe absinkt weichen die Mittelfußknochen auseinander, sodass der Fuß deutlich breiter wird. Die Hauptbelastung verlagert sich dadurch auf die mittleren Mittelfußknochen. Die seitlichen Mittelfußknochen kriegen im Schuhwerk selber mehr Druck. Auf Dauer bildet sich dort vermehrt Hornhaut und es entsteht Schmerz durch die Überlastung. Durch den Druck und die Kompression (1) werden die Zehengrundgelenke gereizt und entzünden sich. Diese Entzündung nennt man eine Metatarsalgie, die besonders beim Abrollvorgang schmerzhaft wird.

Durch die breite Fußstellung kommt es häufig zum Hallux valgus. Die Mittelfußknochen werden durch den Verlust des Gewölbes breit. Dies wird auch als Subluxation des Metatarsale (1) bezeichnet, da dieser in die Adduktion abweicht und somit ein muskuläres Ungleichgewicht erzeugt. Durch die Fehlstellung ändern die Sehen zwangsläufig ihre Zugrichtung und unterstützen somit noch mehr die seitliche Abweichung. Es bildet sich eine deutliche „Beule“ an der Großzehenseite, die sehr druck- und schmerzempfindlich sein kann.

Der Schneiderballen ist wie der Hallux valgus nur an der Kleinzehenseite. Er tritt deutlich seltener auf.

Der Hammerzeh ist die häufigste Zehendeformität. Es kommt zu Beugekontrakturen im Mittelgelenk der Zehenknochen.(2) Eine Kontraktur ist eine Einsteifung meistens bedingt durch eine Arthrose im betroffenen Gelenk. Im Falle der Hammerzehen bedeutet die Beugekontraktur, dass der Zeh nicht mehr gestreckt werden kann.

Ein weiteres Beschwerdebild bei Spreizfüßen stellt die Morton-Metatarsalgie dar. Es kommt zu einer Verletzung eines Endastes des N. Tibialis. Die Patienten klagen über scharfen, brenndenen oder krampfartigen Schmerz am Fußsohlenabschnitt auf Höhe der Mittelfußköpfchen mit Zug bis in den dritten und vierten Zeh hinein. Zunächst tritt er nur bei Belastung auf, dann aber auch als Dauerschmerz im Ruhezustand. Reproduzierbar ist der Schmerz durch das Zusammendrücken der Mittelfußknochen. Außerdem kann es zu Taubheitsgefühlen im Bereich der Zehen kommen. Das Nervengewebe wird meist in Bindegewebe umgewandelt.

 

Welche Fehlstellungen gibt es durch ein abgeflachtes Längsgewölbe?

Durch das Absinken des Längsgewölbe erscheint der Fuß eingesunken. Normalerweise ist zwischen Boden und dem Fußinnenrand ein Abstand von zwei Fingern, im Extremfall liegt er vollständig auf. Eine etwas abgeschwächte Form des Plattfußes ist der Senkfuß, hierbei senkt sich der Fußrand nur bei Belastung ab. Der Plattfuß entsteht durch eine herabgesetzte Funktion der Muskeln und der Bändern.

Der Fersensporn ist eine knöcherne Ausziehung am Fersenbein. Zur verknöcherten Ausziehung kommt es durch Mikroverletzungen des Muskelgewebes. Mikroverletzungen entstehen durch Überlastungen, beim Verheilen lagert der Körper das Kollagen im Sehnenansatz ein. Dieser Sporn kann ohne Beschwerden bestehen, allerdings kann es zu Entzündungen kommen, wenn dieser verknöcherte Ansatz aufgereizt wird.

 

Wie können Fehlstellungen behandelt werden?

Bei Fußfehlstellungen ist ein häufiges Mittel der Wahl die Einlage. Für den Fersensporn ist eine Aussparung im Bereich des Sporns sehr sinnig, um für eine Druckentlastung zu sorgen. Allerdings muss das Längsgewölbe gleichzeitig gestüzt werden. Zur Unterstützung sind bestimmte Kräftigungs- und Stabilitätsübungen wichtig, damit der Fuß aktiv lernt, das Gewölbe zu halten. Weitere Möglichkeiten sind Kortisoninjektionen, Stoßwellentherapie oder Laserbehandlungen, um die Schmerzen zu reduzieren. Eine letzte Möglichkeit ist die Operation.

Die Behandlung im Bereich des Plattfußes kann etwas aktiver angegangen werden. Wichtig sind das Barfußlaufen, weiche Sohlen und Fußgymnastik. Wenn die Aktivierung nicht anschlägt, werden ebenfalls Einlagen verschrieben und im äußersten Falle muss eine Operation durchgeführt werden.

Der Hallux valgus kann ebenfalls mit Fußgymnastik behandelt werden, allerdings kommt es sehr stark auf die Ausprägung an. Stark ausgeprägt lässt sich der Zeh nur operativ korrigieren.

Die Behandlung des Spreizfußes zielt voll auf die Entlastung der Mittelfußköpfe ab. Man arbeitet mit einer Pelotte, die entweder in Einlagen oder in den Schuh eingearbeitet wird. So kann die Belastung und Druckschwielenbildung reduziert werden.

 

Angi Peukert

 

Quellenangaben:

1. http://www.praxis-risch.li/Fussreferat.pdf

2. http://www.dr-gumpert.de/html/fersensporn.html

3. http://de.wikipedia.org/wiki/Spreizfu%C3%9F

4. Hochschild, Jutta: Strukturen und Funktionen begreifen. Funktionelle Anatomie – Therapierelevante Details. Band 2, Stuttgart: Thieme 2002

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