Nasenspray kann süchtig machen

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In der kalten Jahreszeit ist allzu oft die Nase verstopft. Um beim Training oder auch beim Einschlafen frei atmen zu können, benutzen viele Sportler ein entsprechendes Nasenspray. Doch Vorsicht. Wer zu oft zum Spray greift, kann leicht süchtig werden.

Schon bei einer leichten Erkältung verstopft schnell die Nase. Das ist zwar nicht gefährlich, aber unangenehm. Vor allem beim Sport hat man schnell das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen. Auch beim Einschlafen tut man sich schwer, wenn man gezwungen ist, durch den Mund zu atmen. Daher greift man schnell zum Nasenspray. Die darin enthaltenen Wirkstoffe wie Xylometazolin oder Oxymetazolin bewirken, dass die bei einer Erkältung entzündeten Nasenschleimhäute wieder abschwellen. Gleichzeitig wird die Produktion von Sekret gebremst, so dass die Nase zumindest eine Zeit lang aufhört zu laufen.

 

So macht Nasenspray süchtig

Nasenspray ist rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Und es spricht auch nichts dagegen, hin und wieder die Nase damit zu befreien. Vor allem vor dem Einschlafen macht es Sinn, um ruhig atmen zu können. Trotzdem darf man dabei nicht vergessen, dass auch Nasenspray ein Medikament ist, das wie alle anderen Arzneimittel süchtig machen kann. Das Problem, speziell beim Nasenspray, ist zudem, dass sich die Schleimhäute an die Wirkstoffe gewöhnen können und die Wirkung der Medikamente verpufft. Im äußersten Fall brauchen die Schleimhäute die Sprays, um überhaupt zu funktionieren.

Hier kann ein Teufelskreis entstehen, der am Ende süchtig macht. Da die Schleimhäute irgendwann ohne Spray nicht mehr richtig funktionieren, greift man schneller zum Spray, um die Nase überhaupt wieder frei zu bekommen. Ohne die Dosis aus dem Zerstäuber bleibt die Nase zu. Man sprüht immer öfter und immer mehr, damit man überhaupt einmal wieder frei atmen kann. Setzt man das Spray dann ab, leidet man rasch unter Atemnot, einer verstopften Nase und teilweise sogar unter Erstickungsängsten. Am Ende kann man ohne das Spray gar nicht mehr durch die Nase atmen. Man wird regelrecht süchtig und letztendlich kann ein zu häufiger Einsatz von Nasenspray die Schleimhäute sogar beschädigen.

Die Sucht nach Nasenspray ist häufiger als man denkt, wie auch die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) berichtet. Schätzungen der DHS zufolge sind rund 100.000 Menschen wegen der Spray-Sucht in Behandlung. Die Dunkelziffer dürfte dabei deutlich höher liegen. Wie bei jeder Sucht ist auch bei der Abhängigkeit von Nasenspray ein Entzug unter ärztlicher Aufsicht notwendig, da das eigenständige Absetzen der Medikamente zu den bereits beschriebenen Problemen führen kann, wie auch die DHS empfiehlt.

Damit es erst gar nicht soweit kommt, ist ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Nasenspray wichtig. Doch nicht jedem ist bewusst, dass auch frei erhältliche Mittel süchtig machen können. Daher greifen viele Menschen zu leichtfertig zu dem Zerstäuber. Die DHS geht davon aus, dass alleine in Deutschland in jedem Jahr rund 630 Millionen Packungen Nasenspray verkauft werden, ohne dass sie einer ärztlichen Kontrolle unterliegen.

 

Hilfe aus der Sucht

Besteht der Verdacht, süchtig nach dem abschwellenden Spray zu sein, sollte man, wie erwähnt, nicht eigenverantwortlich das Medikament absetzen. Spätestens nach 7 Tagen sollte man auf das Nasenspray ohnehin verzichten, um keine Abhängigkeit zu erzeugen. Grundsätzlich ist es ohnehin besser, auch beim Nasenspray erst mit seinem Vertrauensarzt darüber zu sprechen, bevor man sich selbst behandelt.

Bei einem Suchtverdacht ist es wichtig, mit seinem Hausarzt darüber zu sprechen. Schließlich können die Schleimhäute, die sich an das Feuchtigkeitsspray gewöhnt haben, austrocknen, was Atemnot und Erstickungsängste hervorrufen kann. Insofern sollte man die Dosis langsam reduzieren, bevor man es ganz absetzt. Eine Möglichkeit ist auch, den Wirkstoff zu reduzieren, indem man das Spray mit einer Kochsalzlösung verdünnt. Kindgerechte Medikamente enthalten den Wirkstoff ebenfalls in einer geringeren Dosis. Es gibt auch die Ein-Loch-Technik, bei der man immer nur in ein Nasenloch sprüht, bis die andere Seite sich vollends regeneriert hat. Sobald diese Seite wiederhergestellt ist und auch ohne das Spray funktioniert, kann man das Spray ganz absetzen. Doch alle diese Schritte sollte man immer mit seinem Hausarzt absprechen.

Damit es erst gar nicht soweit kommt, sollte man verantwortungsvoll mit dem Mittel umgehen. Dafür gibt es hier ein paar Tipps:

– maximal 3-mal am Tag sprühen

– maximal 7 Tage hintereinander benutzen

– nur sprühen, wenn der Arzt sein Einverständnis gibt

– nur sprühen, wenn die Nase wirklich verstopft ist

– da der Schlauch meistens leer ist, einige Probestöße machen, bis eine Fontaine kommt und erst dann einmal kräftig sprühen

– nur einmal pro Nasenloch sprühen. Die Dosis wurde vom Hersteller entsprechend berechnet. Um Sprühverlust zu verhindern, das Spray tief genug in die Nase stecken

– Ein eigenes Spray benutzen, um gegenseitige Ansteckung zu verhindern

– Verfallsdatum beachten

 

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Christian Riedel

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