Triathlontraining auf Hawaii – zweite Disziplin: Rad

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In vielen Ironmanberichten liest man ja des Öfteren vom heftigen Wind auf der 2. Hälfte der Radstrecke. Ich kann euch jedoch beruhigen, so schlimm ist es hier gar nicht. Um genau zu sein sogar recht schön und unwindig – wenn man weiß, wo man entspannt ohne viel Verkehr fahren kann.

Doch um richtig loszulegen sollte man entweder sein eigenes Rad mitnehmen (empfehlenswert, da dies bei vielen Fluggesellschaften nicht teuer ist), oder sich, wie ich, ein Rad bei einer der beiden größeren Verleihstationen in Kona holen. Ich nahm natürlich die günstigste Version (ein einfaches und schönes Specialized mit 18 Gängen). Ab zwei Tagen empfiehlt sich hier BikeWorks, mit 52,50 $ für 2 x 24 Stunden ist man dabei. Helm, Schloss und Reparaturset inklusive! Und wie so oft gilt: Je länger die Mietdauer desto günstiger die Preise. Der fahrbare Untersatz war also da, doch wo nun fahren? Auch hier helfen BikeWorks und das Internet schnell weiter. Auf ihrer Webseite findet man Tourenvorschläge verschiedener Längen und Höhenmetern.

Für den ersten Tag hatte ich mir eine recht harte (zumindest wenn man so lange nicht im Sattel saß wie ich) aber wunderschöne Tour von Kona nach Honaunau herausgesucht. Hier fährt man auf 47 Meilen vor allem auf eher weniger befahrenen Straßen. Dabei erklimmt man „mal eben“ 4.800 Fuss! Die Strecke führt durch die regenwaldähnlichen grünen Gebiete bergaufwärts von Kona aus, um dann ein karges Lavafeld nahe dem Pazifik zu durchqueren. Dabei kommt man an der für ihre Delfine, guten Schnorchelmöglichkeiten und nicht zuletzt Herrn Cook berühmte Kealakekua Bay vorbei. Anschließend könnte man einen Stopp in Honaunau einlegen, hier wird gezeigt, wie die Hawaiianer zur Ankunft Cooks gelebt haben. Das einst zerstörte Dorf wurde wieder detailgetreu aufgebaut und gegen eine geringe Gebühr kann man sich dort in aller Ruhe mit der Hawaiianischen Kultur anfreunden. Nach einem kurzen Anstieg lädt außerdem die Painted Church zu einem Besuch ein. Eine erlebnisreiche Radtour also.

Der nächste Tag gestaltete sich landschaftlich weniger spektakulär. Um 6.30 Uhr morgens traf ich mich mit 4 Mitgliedern des Hawaii Cycling Club vor der Cycle Station, dem zweiten größeren Radgeschäft in Kona. Dieses liegt allerdings etwas außerhalb in Richtung Flughafen. Zusammen fuhren wir als kleine Gruppe nach Waikoloa. Hier geht es eigentlich nur am Highway entlang, was tempotechnisch natürlich sehr schön ist. Diese Strecke ist übrigens auch Teil der Ironmanstrecke. What a feeling! Ich würde diese 57 Meilen (ab Kona) mit ca. 1.400 Fuß Gesamtanstieg definitiv eher als Einstieg empfehlen. An sich ist die Strecke vom Vortag aber spektakulärer. Wer wie ich nicht unbedingt alleine fahren möchte, ist bei den wöchentlichen Ausfahrten immer herzlich willkommen. Gäste werden hier gern gesehen. Mehr Infos hierzu auf der Clubhomepage.

Außer diesen Strecken gibt es natürlich noch zahlreiche weitere, hier läßt man sich am besten auf der Clubseite und der Seite von BikeWorks inspirieren. Laut den Clubmitgliedern sind viele sehr schöne Strecken aber nur mit Transfer zu erreichen – am besten besorgt man sich hier also einen Mietwagen. Das ist generell auf allen Inseln Hawaiis mehr als ratsam, da die Busse nur selten verkehren. Vor allem auf der Nord- und Ostseite der Insel soll es wohl das ein oder andere Schmankerl geben. Vorsicht ist rund um Hilo geboten, hier regnet es sehr oft. Doch man sollte sich diesen Teil der Insel keinesfalls entgehen lassen. Ebenso wenig wie die aktiven Vulkane. Mit etwas Glück kann man nachts die Lava orange leuchten sehen – im Idealfall erlebt man sogar, wie sie in den Pazifik fließt. Auch der höchste Berg der Erde (gemessen wird am Fuß, nicht der sichtbare Teil über Wasser) befindet sich übrigens auf Big Island/Hawaii: Der Mauna Kea – 17.000 Fuß unter und 13.000 Fuß über dem Wasser. Derzeit liegt sogar Schnee und man könnte tatsächlich, anders als beispielsweise auf Teneriffa, sogar Ski fahren. Leider konnte ich beides nicht selbst live sehen, aber es muss mehr als beeindruckend sein.

Ob das Lauftraining hier ebenfalls beeindruckend ist, erzähle ich euch nächste Woche.

 

Sandra Holte

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