Wie groß ist das Verletzungsrisiko für Ruderer wirklich?

0

Das Rudern ist aufgrund der gleichmäßigen und stoßfreien Bewegungen normalerweise kein verletzungsanfälliger Sport. Doch wie eine 1-jährige Studie irischer Wissenschaftler an Eliteruderern zeigt, ist auch diese Sportart keineswegs ganz gegen Verletzungsrisiken gefeit.

Die Wissenschaftler verfolgten die Fortschritte von 20 international startenden Ruderern, die zum Kader des irischen Ruderverbands gehören. Besonders interessant war hier die Beziehung zwischen der Verletzungshäufigkeit und Art bzw. Umfang des durchgeführten Trainings. Die Ruderer wurden im monatlichen Rhythmus befragt und die Trainings- und Wettkampfdaten, sowie die aufgetretenen Verletzungen erfasst.

Die Studie kam zu folgendem Ergebnis:

– Die durchschnittliche Verletzungsrate lag bei 3,67 pro 1000 Stunden; über einen Zeitraum von 12 Monaten wurden insgesamt 44 Verletzungen registriert.

– Im Durchschnitt verletzte sich jeder Sportler in diesen 12 Monaten 2,2 Mal.

– Am häufigsten kam es zu Verletzungen im Bereich der Lendenwirbelsäule (31,8 % der Gesamtverletzungen), danach folgten Verletzungen des Knies (15,9 % der Gesamtverletzungen) und der Halswirbelsäule (11,3 % der Gesamtverletzungen).

– Die Hälfte der Verletzungen (22, also 50 % aller berichteten Verletzungen) betrafen die Wirbelsäule.

     

    Bei genauer Analyse der Daten stellten die Forscher einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Trainingsbelastung auf dem Ruderergometer und dem Verletzungsrisiko fest.
    Ein Datenvergleich ergab, dass das Verletzungsrisiko für  Ruderer höher war, als für Sportler der meisten anderen Nicht-Kontakt-Sportarten, und sogar einiger Kontakt-Sportarten.

    Angesichts des relativ hohen Risikos für Verletzungen im Bereich der Lendenwirbelsäule und des deutlichen Zusammenhangs zwischen Verletzungen und Trainingsumfang auf dem Ergometer, empfahlen die Wissenschaftler, weitere Untersuchungen durchzuführen, um die Verletzungshäufigkeit zu reduzieren. Ein besonderes Augenmerk sollte hierbei auf der Verwendung von Ergometern im Training liegen.
     
    British Journal of Sports Medicine, 2008

Teilen

Über den Autor

Leave A Reply