Tour de France: Cavendish gewinnt fünfte Etappe

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Cap Fréhel (SID) – (SID) –

Der deutsche Top-Sprinter André Greipel hat das zweiten Duell gegen seinen Dauerrivalen Mark Cavendish verloren. Der exzentrische Brite vom Radrennstall HTC-Highroad siegte am Mittwoch nach einem Sturzfestival auf der 5. Etappe der 98. Tour de France im Massensprint, Greipel blieb nur der sechste Platz. Nach 164,5km zwischen Carhaix und Cap Fréhel verwies Cavendish den Belgier Philippe Gilbert (Omega Pharma-Lotto) und den Spanier José Joaquin Rojas (Movistar) auf die Plätze zwei und drei.

Das Gelbe Trikot behielt Weltmeister Thor Hushovd (Norwegen/Garmin-Cervélo). Andreas Klöden (Mittweida/RadioShack) ist als Fünfter mit zehn Sekunden Rückstand weiterhin bester Deutscher in der Gesamtwertung, Tony Martin (Cottbus/HTC-Highroad) liegt auf Platz elf. Martin hatte kurz vor dem Ziel noch einmal eine mutige Attacke lanciert, kam aber nicht zum Erfolg. Das Grüne Trikot des Punktbesten übernahm Gilbert von Rojas „am grünen Tisch“. Die Rennkommissare distanzierten Rojas nachträglich wegen Behinderung im Zwischensprint.

Für Cavendish war es der insgesamt 16. Tagessieg bei der Frankreich-Rundfahrt. Er ist damit unter den Sprinter Rekordhalter in der Tour-Geschichte und verdrängte den Belgier Freddy Maertens, der insgesamt 15 Etappen gewann. Cavendish holte sich auch im vergangenen Jahr auf der 5. Etappe seinen ersten von am Ende fünf Tagessiegen.

Bis zum Finale prägten zahlreiche Stürze den Verlauf, mehrere Favoritenteams waren betroffen. Der gefürchtete Seitenwind an der bretonischen Küste hatte indes keinen Einfluss auf das Rennen. Keine Rolle im Kampf um den Tagessieg spielte der belgische Superstar Tom Boonen (Quick Step). Der Kapitän des Kölners Gerald Ciolek stürzte nach etwa 100km heftig und quälte sich unter sichtbaren Schmerzen mit großem Rückstand ins Tagesziel.

An diesem recht harmlos erscheinenden Tag musste auch Klödens RadioShack-Rennstall einen schweren Rückschlag hinnehmen. Der sächsische Rundfahrtspezialist verlor nach einem schweren Sturz den Slowenen Janez Brajkovic, der als einer der vier Kapitäne in die Frankreich-Rundfahrt gegangen war. Brajkovic musste mit dem Krankenwagen abtransportiert werden. Über die genaue Verletzung war zunächst noch nichts bekannt, Brajkovic schien aber benommen zu sein. Er war auf einem Markierungsstreifen ausgerutscht.

In den Unfall war neben Brajkovic auch der niederländische Podiumsanwärter Robert Gesink (Rabobank) verwickelt. Der Kapitän des Hannoveraners Grischa Niermann hatte Schmerzen am rechten Arm und schlug sich das linke Knie auf, fuhr aber weiter. Neben Brajkovic musste auch der Franzose Christophe Kern (Europcar) als insgesamt dritter Fahrer die Tour vorzeitig beenden.

Nur kurz nach Brajkovic kam auch Titelverteidiger Alberto Contador (Spanien/Saxo Bank) zum zweiten Mal bei dieser Tour zu Fall. Contador warf daraufhin sichtlich genervt sein Rad in den Straßengraben. Teamchef Bjarne Riis gab dem 28-Jährigen ein neues Gerät und schob ihn persönlich an. Contador schien sich, bis auf Schürfwunden, nicht verletzt zu haben. Großes Pech hatte Contadors Helfer Nicki Sörensen. Der aktuelle dänische Meister wurde von einem Begleitmotorrad regelrecht umgefahren, konnte aber wieder aufs Rad steigen.

Frühe Fluchtgruppen scheinen derweil zu einem Markenzeichen der diesjährigen Tour zu werden. Ein weiteres Mal standen die Ausreißer des Tages zeitig fest. Diesmal machten sich vier Fahrer auf und davon, darunter in Anthony Delaplace (Frankreich/Saur-Sojasun) der jüngste Starter der Tour. Zu ihm gesellten sich seine Landsleute Sébastien Turgot (Europcar) und Tristan Valentin (Cofidis).

Vierter im Bunde war der Spanier José Ivan Gutierrez (Movistar), der sein Glück schon am Montag versucht hatte. Die Sonderpreise gingen an Delaplace, der sich eine Bergwertung sicherte, und Turgot, der den Zwischensprint gewann. Schon 45 km vor dem Ziel war der Traum vom Etappensieg aber vorbei. Später versuchten noch Thomas Voeckler (Frankreich/Europcar) und Jérémy Roy (Frankreich/FDJeux), der allmählich zum Ausreißerkönig avanciert, vergeblich ihr Glück. Roy attackierte in dieser Tour bereits zum dritten Mal.

Am Donnerstag hat die Große Schleife ihr längstes Teilstück zu bieten: Insgesamt 226,5 Kilometer muss das Peloton auf seinem Weg von Dinan nach Lisieux abspulen. Um Punkte für das Bergtrikot geht es bei insgesamt drei kleineren Anstiegen, zwei davon zählen zur dritten Kategorie.

Die reinen Sprinter werden womöglich in die Röhre schauen. Drei Kilometer vor dem Ziel stellt sich ihnen und dem Rest des Feldes ein Anstieg entgegen. Kandidaten auf den Etappensieg sind dagegen erneut sprintstarke Allrounder Gilbert, Hushovd oder Matthew Goss (Australien/HTC-Highroad).

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