Sprunggelenksverstauchungen beim Fußball

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Sprunggelenkverstauchungen sind die häufigsten Verletzungen bei Profifußballern. Sie machen über 10 % der gesamten Verletzungen aus und sind der Grund, warum Spieler bei mehr als 2.000 Spielen gefehlt haben. Dies sind einige der Hauptergebnisse einer vom medizinischen Forschungsprogramm des britischen Fußballverbands durchgeführten genauen Analyse von Sprunggelenksverstauchungen, die sich Spieler im englischen Profifußball über den Zeitraum von 2 Spielzeiten zuzogen.

Alle Verletzungen der Spieler wurden von Juli 1997 bis einschließlich Ende Mai 1999 prospektiv gemeldet. Insgesamt 91 Clubs der englischen Fußballligen beteiligten sich aktiv an dem Projekt, wobei sie einen eigens für diese Studie entworfenen Fragebogen ausfüllten.

Die wichtigsten Ergebnisse in Bezug auf die Clubs, die für beide Spielzeiten Aufzeichnungen über Verletzungen führten (87 % im ersten Jahr und 76 % im zweiten), waren wie folgt:

  • Sprunggelenksverletzungen machten insgesamt 17 % der 6030 über die Dauer der Spielzeiten erlittenen Verletzungen aus
  • Verletzungen der Sprunggelenksbänder (Verstauchungen) waren die bei weitem häufigsten Sprunggelenksverletzungen; sie machten 11 % der gesamten Verletzungen aus.
  • 2/3 der Sprunggelenksverstauchungen zogen sich die Spieler während der Spiele zu, wobei Zweikämpfe für 59 % dieser Verletzungen verantwortlich waren.
  • Von dem kleineren Teil der ohne Einwirkung eines Gegenspielers verursachten Verstauchungen, entstanden 75 % bei der Landung, beim Sich-Drehen und Wenden und beim Laufen.
  • Über die Dauer der 2 Saisons fehlten Spieler 12.138 Tage und versäumten insgesamt 1.033 Spiele aufgrund von Sprunggelenksverstauchungen, wenn auch mehr als 4 von 5 solcher Verletzungen lediglich eine Abwesenheit von 1 Monat oder weniger erforderten.
  • Fast die Hälfte der Sprunggelenksverstauchungen erlitten Spieler während des letzten Drittels beider Halbzeiten des Spiels. Das unterstreicht die Bedeutung von Ausdauertraining bei der Rehabilitation von Sprunggelenken, damit eine Ermüdung am Ende jeder der beiden Halbzeiten vermieden wird.
  • 44 % der Sprunggelenksverletzungen zogen sich Spieler während der ersten 3 Monate der Saison zu, was die Bedeutung der Konditionierung vor Beginn der Saison unterstreicht.
  • Die Anzahl der erneuten Sprunggelenksverstauchungen war 9 % (höher als der Durchschnitt von 7 %), was die Notwendigkeit einer „kontrollierten Rehabilitation“ nahe legt.
  • Von den Spielern, die Sprunggelenksverstauchungen erlitten, trugen 32 % irgendeine Art der Sprunggelenksstütze. Das deutet darauf hin, dass eine solche Verletzung nicht das erste Mal aufgetreten war. Und/oder es lässt eine – im Nachhinein nicht zu befürwortende – zu frühe Rückkehr auf den Rasen nach der Verletzung vermuten

Die Forscher kommen zu folgendem Schluss: „Sprunggelenksverstauchungen (besonders jene, bei denen das seitliche Band betroffen ist) sind häufige Verletzungen im Fußball. Nicht so sehr die Schwere (Zeit versäumt) macht diese Verletzungen problematisch, sondern vielmehr die Häufigkeit und das Risiko einer erneuten Verletzung. Der Schwerpunkt liegt demzufolge auf Prävention durch die Anwendung einer angemessenen Rehabilitation, Konditionierung des Sprunggelenks in der Saisonvorbereitung und Schulung von Trainern und Spielern.“

British Journal of Sport Medicine, 2003, Bd. 37 , S. 233-238

Isabel Walker

 

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