Seitenstiche während des Laufens

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Obwohl Seitenstiche sehr häufig unter Sportlern vorkommen – beispielsweise beeinträchtigen sie 60 % der Läufer pro Jahr – und obwohl sie sogar in Shakespeares Werken auftauchen, gibt es immer noch keinen Konsens zu deren Ursache.

  • Zwei alternative Gründe wurden für Stiche vorgeschlagen – die vor kurzem die technischere Bezeichnung des „durch Training hervorgerufene flüchtige Schmerzen im Bauch“ (ETAP) gegeben wurde:

  • – Diaphragmatische Ischaemie (gehemmter Blutfluss zum Diaphragma);

  • Stress (durch das Rütteln des Oberkörpers / Rumpfes) an den subdiaphragmatischen Bändern, die die abdominalen Organe stützen.

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    Dennoch, laut Leitartikel im Britischen Journal der Sportmedizin (British Journal of Sports Medicine), wurde die frühere Behauptung annuliert, da Reiter sehr viel mit Seitenstichen zu tun haben, obwohl an deren Atmung eher weniger Anforderungen gestellt werden. Das Letztere steht wiederum im Widerspruch zu der Tatsache, dass die Seitenstiche auch beim Schwimmen auftreten.

    Der Artikel, von Dr. D.P. Morton aus Australien, gibt eine dritte mögliche Erklärung für dieses häufige Läufer-Problem: Irritationen (durch Friktionen) des parietalen Bauchfells, das die Wände des Abdomen umsäumt. Dieses ist, so argumentiert er, empfindlich gegenüber allen Rumpfbewegungen, wenn es irritiert ist und wenn es sich über den Abdomen ausdehnt, so kann dies in unterschiedlichen Bereichen Schmerzen hervorrufen. Außerdem wird der subdiaphragmatische Bereich des parietalen Bauchfells von Ästen des Zwerchfellnervs versorgt, die im Nacken aufsteigen. Dies würde die häufige Verbindung der Seitenstiche mit Schulterschmerzen erklären.

    Prävention/Behandlung (nach Morton)

    – Da energiedichte hypertonische Flüssigkeiten provozierender für das ETAP zu sein scheinen als isotonische und hypotonische Getränke, sollte das erstere als Präventionsmaßnahme vermieden werden;

    – Da Probleme an der Wirbelsäule an dem Auslösen von Seitenstichen beteiligt sein könnten, so könnten Maßnahmen zur Optimierung der Wirbelsäule von Vorteil sein.

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    Quellenangaben:

    British Journal of Sports Medicine 2003; 37:287-288

     

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Trainingsworld

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