Bronchialverengung und Atemwegsprobleme bei Ski-Alpinisten

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Eine erstmalig durchgeführte Studie zu Atemwegsverengungen bei Skialpinisten zeigte auf, dass ungefähr die Hälfte von ihnen eine anstrengungsinduzierte Bronchialverengung (BV) entwickeln. Dabei beunruhigt insbesondere, dass sich fast Dreiviertel der Alpinisten ihres Problems gar nicht bewusst sind.

Das sind die Hauptschlussfolgerungen einer erstmalig durchgeführten französischen Studie, welche die Verbreitung von AIB unter dieser Athletengruppe untersucht hat. Sie kam infolge von Berichten über eine starke Verbreitung von AIB unter Skilangläufern und Schlittschuhläufern zustande. Diese trainieren ebenfalls in kalter trockener Luft – klimatische Bedingungen, welche bei Tieren zu kleinen Atemwegsentzündungen, Obstruktion sowie Hyperreaktivität geführt haben.
Die Studie wurde mit 31 hoch trainierten Ski-Alpinisten durchgeführt, die sowohl national als auch international aktiv sind. Man hat ihre Lungenfunktionsdaten am Tag vor sowie innerhalb von 30 Minuten nach Beendigung des “Trace Catalane“-Rennens eingeholt. Das Rennen fand im Januar 2002 in Les Angles in Frankreich statt und wurde zu 90 % auf Höhen über 2.100 m ausgetragen, mit einer durchschnittliche Wettkampfzeit von 159 Minuten.
Am Tag vor dem Rennen füllten alle Teilnehmer einen Fragebogen aus, der unter anderem folgende Informationen prüfte: atmungsspezifische Vorgeschichte, Asthma- oder BV-Diagnose, Einnahme von Asthma- bzw. BV-Medikamenten, bekannte Allergien und eventuelle Anzeichen der 4 häufigen Asthmasymptome – Husten, Pfeifen, Engegefühl in der Brust und Atemnot – während des Trainings bzw. Rennens.
Nach dem 2. Test wurden die Athleten entweder als BV-positiv oder als unauffällig eingestuft – abhängig davon, welche Verminderung sie bei der Einsekundenkapazität (FEV 1) zeigten, dem Schlüsselwert zur Bestimmung der Lungenfunktion.

Dies sind die Hauptergebnisse:

  • Bei 6 der 31 Athleten war schon vorher Asthma bzw. BV diagnostiziert worden; 3 Athleten befanden sich zum Zeitpunkt des Rennens schon in medikamentöser Behandlung.
  • 16 Athleten wurde nach dem Test als unauffällig eingestuft – einschließlich 2 der 6 bereits mit Asthma bzw. AIB diagnostizierten Athleten (ein Athlet nahm bereits Medikamente).
  • Von den 15 Athleten, deren Asthma- bzw. BV-Befund aufgrund des Tests positiv war, waren vorher nur 4 positiv diagnostiziert worden. Das heißt, dass 11 Athleten (73 %) nichts von ihren Problemen wussten, obwohl alle außer einem von zumindest einem Asthmasymptom berichtet hatten.

„Die Studie zeigt somit auf”, betonen die Wissenschaftler, „dass es bei Wettkampf-Ski-Alpinisten, die regelmäßig kalten Wetterkonditionen ausgesetzt sind, nach Anstrengungen oft zu Atemwegsverengungen kommt. … Wichtiger ist jedoch, dass wir zeigen konnten, dass 73 % der Athleten vorher nicht entsprechend diagnostiziert waren, obwohl sie nach eigenen Angaben einen Großteil der Symptome zeigten.“
Die Forscher empfehlen, ein systematisches Screening für alle potenziell BV-gefährdeten Athleten einzurichten. Weiterhin sollten die Auswirkungen einer BV-Erkrankung für Athleten wie z.B. Skialpinisten, welche ständig in großen Höhen trainieren müssen, untersucht werden.

International Journal of Sports Medicine 2005; Bd.26, S. 233-237
 

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