Kölner Liste warnt vor verunreinigten Nahrungsergänzungsmitteln

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Werden Sportler bei der Dopingprobe positiv getestet, geben viele an, dass ein verunreinigtes Nahrungsergänzungsprodukt schuld an der verräterischen Probe sein soll. Was sich zunächst als faule Ausrede anhört, kann in Wirklichkeit zutreffen. Um so etwas zu vermeiden, gibt es die Kölner Liste.

Ein Albtraum für alle Sportler ist es, unverschuldet bei einer Dopingprobe positiv getestet zu werden. Es droht eine Sperre und auch der Ruf leidet, wenn verbotene Mittel im Urin oder im Blut nachgewiesen wurden. Man sucht nach Gründen und kann sie zum Teil in Nahrungsergänzungsmitteln finden. Vor allem Produkte aus dem Ausland, aus Osteuropa oder aus China, können Verunreinigungen enthalten, die zu einem positiven Dopingtest führen können.

Für viele Sportler gehören Nahrungsergänzungsmittel zum Trainingsalltag dazu. Proteine, Aminosäuren, Vitamine oder Mineralstoffe sollen beim Muskelaufbau helfen, das Immunsystem stärken oder die Regeneration beschleunigen. Bei Amateuren ist das auch kein Problem. Doch ambitionierte Sportler und Profis, die auch im Training regelmäßig auf verbotene Mittel getestet werden, müssen vorsichtig mit den Produkten sein, um nicht plötzlich unerwartet und unschuldig zum Täter zu werden.

 

Nutzloses Doping

Allzu leicht kann ein verunreinigtes Produkt dazu führen, dass die Dopingprobe positiv wird. Das hat auch eine vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) geförderte Studie der Deutschen Sporthochschule in Köln ergeben. Bei 15 % der in 13 Länder produzierten Produkten fanden die Kölner Rückstände von Anabolika, überwiegend Prohormone, die nicht auf der Packung angegeben waren. Alleine in Deutschland waren 11 % der getesteten Mittel verunreinigt und hätten nach der Einnahme zu einer positiven Dopingprobe geführt. Da die gefundenen Anabolika aber keine Auswirkung auf den Körper gehabt hätten, kann man von einer Verunreinigung ausgehen. Was umso ärgerlicher ist, da sie mit großer Wahrscheinlichkeit trotzdem zu einem positiven Dopingbefund geführt hätten.

 

Die helfende Liste

Insofern hat man auch in Deutschland keine Garantie, ein 100 %ig sauberes Mittel zu erwischen. Um einen positiven Dopingtest zu vermeiden, sollte man vor der Einnahme eines Produkts einen Blick auf die so genannte „Kölner Liste“ werfen. Diese Liste ist eine Zusammenfassung von geprüften Nahrungsergänzungsmitteln, bei denen das Dopingrisiko nur minimal ist. Nimmt man nur Produkte zu sich, die auf dieser Liste stehen, kann man davon ausgehen, dass die Wahrscheinlichkeit sehr gering ist, ein verunreinigtes Mittel zu erwischen.

Zudem können Sportler ihre Mittel gezielt in den Labors der präventiven Dopingforschung an der Deutschen Sporthochschule (DSHS) in Köln gezielt auf Verunreinigungen mit Anabolika, Prohormonen und Stimulantien testen lassen. So können sie sicher gehen, dass die gekauften Mittel auch sauber sind.

 

Service für Hersteller

Auch Hersteller haben die Möglichkeit, ihre Produkte testen zu lassen. So können sie sicher gehen, dass die Mittel auch sauber sind und nicht zu einer positiven Probe führen können. Auf der Seite können sie dann eine Stellungnahme abgeben und auch eine Selbstauskunft geben, wie die Produkte hergestellt, verarbeitet und vertrieben werden. So finden Sportler eine Orientierung in der undurchsichtigen Branche der Nahrungsergänzungsmittel.

Die Kölner Liste versteht sich als Möglichkeit zur Aufklärung und nicht als Empfehlung, bestimmte Mittel zu nehmen oder die Finger davon zu lassen. Und eine 100 %ige Garantie, ein sauberes Mittel zu erwischen, gibt es nie. Man kann aber die Gefahr verringern, ein kontaminiertes Produkt zu erwischen.

Zum einen warnt der Olympiastützpunkt Rheinland, der die Kölner Liste erstellt und regelmäßig aktualisiert, davor, Ergänzungsmittel aus China und Übersee zu benutzen und von Bestellungen im Internet besser abzusehen. Wenn man zum anderen nur auf Mittel zurückgreift, die auf der Kölner Liste stehen, ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass man bei der nächsten Dopingprobe unschuldig positiv getestet wird.

Mehr Informationen und die Produkte der Kölner Liste finden Sie auf www.koelnerliste.com 

 

Lesen Sie auch: Die NADA – für fairen und sauberen Sport 

 

Christian Riedel

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