Trainingsvorteil durch Proteinzufuhr?

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Die Ernährung nach sportlicher Belastung ist für die Erholung des Sportlers ein äußerst wichtiger Aspekt. Dies gilt insbesondere für mehrtägige Wettkämpfe oder nach einem harten Training.

Vieles spricht dafür, dass eine kalorienreiche Sporternährung nach sportlicher Belastung zu einer schnelleren Regeneration führt. Ob allerdings eine proteinreiche Diät die Erholung gleichermaßen fördert, konnte bislang nicht ausreichend belegt werden. Wissenschaftler aus Neuseeland untersuchten nun, welche Wirkung eine diätetische Proteinzufuhr nach sportlicher Belastung im Vergleich zu kalorienreicher Nahrung auf die anschließende Leistung hat – mit verblüffenden Ergebnissen.

 

Die Studie

12 Radfahrer absolvierten über 4 Tage 3 hochintensive Radrennen. Der Ablauf sah wie folgt aus.

1. Tag: ein 2,5-stündiges hochintensives Rennen.

Am 2. und 4. Tag: wiederholte Sprint-Tests (15 bzw. 60 Stunden nach der 1. Trainingseinheit).

Der 3. Tag war ein Ruhetag.

Während einer 4-stündigen Erholungsphase am 1. und 2. Tag nahmen die Radfahrer folgendermaßen zusammengesetzte Mahlzeiten zu sich:

– Die proteinreich-ernährte Gruppe erhielt 1,4 g Kohlenhydrate pro Kilogramm Körpergewicht und pro Stunde, dazu 0,7 g Protein und 0,26 g Fett pro Kilogramm Körpergewicht und pro Stunde.

– Die Kontrollgruppe erhielt 2,1 g Kohlenhydrate pro Kilogramm Körpergewicht und pro Stunde, 0,1 g Protein und die gleiche Fettmenge.

Zu den anderen Zeiten nahmen die Radfahrer normale kohlenhydratreiche Nahrung zu sich.

Während der Studie wurden verschiedene Untersuchungen vorgenommen, z. B. Muskelwachstum/-abnahme (durch Messung der Stickstoffbilanz), Intensität der Muskelbelastung (Cortisol- und Cytokin-Werte), Risse in der Membran der Skelettmuskeln (Kreatinkinease-Wert) und Schäden durch oxidativen Stress (Malonyldialdehyd-Wert).

 

Die Ergebnisse

Es zeigte sich, dass die durchschnittliche Sprintleistung im Radfahren am 2. Tag kaum verändert war. Am 4. Tag war sie bei der proteinreich ernährten Gruppe jedoch um 4,1 % höher als bei der Kontrollgruppe. Darüber hinaus war die Stickstoffbilanz in der Gruppe mit proteinreicher Ernährung am 1. Tag positiv (ein Hinweis auf Muskelwachstum), während sie in der Kontrollgruppe negativ war. Die Auswirkungen auf oxidativen Stress, Entzündungsmarker und Cortisol wurden als unklar bzw. unbedeutend eingestuft.

 

Fazit

Die Forscher stellten fest, dass nach der Aufnahme von proteinreicher und kalorienreicher Nahrung eine verzögerte Leistungssteigerung (nach 60 Stunden) erfolgte. Diese Ergebnisse lassen vermuten, dass für Sportler, die über mehrere Tage mehrfach hintereinander einer großen Belastung ausgesetzt sind, eine erhöhte Proteinzufuhr vorteilhaft sein kann.

 

Quellenangaben:

1. Applied Physiology, Nutrition, and Metabolism. 2008, Bd. 33 (1), S. 39–51

 

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