Die Wirkung von Kohlenhydraten auf die Stimmung im Training

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Der physiologische Nutzen der Kohlenhydrataufnahme für das Ausdauertraining ist hinreichend dokumentiert. Wenig bekannt ist hingegen ihre Wirkung auf die Stimmung, die für die Leistung in gleichem Maße von Bedeutung sein kann.

Eine Gruppe britischer Wissenschaftler hat jetzt eine wegweisende Studie herausgebracht, die belegt, dass Kohlenhydrate in der Ernährung zu einem Anstieg der Glücksgefühle führen können, und zwar sowohl während als auch nach längerem Radfahren.

9 Ausdauersportler trainierten 2-mal 2 Stunden bei 70 % VO2max auf dem Ergometer. Zwischen den Trainingseinheiten war eine Woche Abstand. Beim 1. Durchgang nahmen sie unmittelbar vor dem Training sowie alle 15 Minuten während des Radfahrens eine Kohlenhydrat-Elektrolyt-Lösung zu sich.

Beim 2. Durchgang folgten sie exakt dem gleichen Schema, nur dass sie einen identisch schmeckenden Wasserdrink (Placebo) zu sich nahmen. Die Glücks- bzw. Unmut-Gefühle der Radfahrer wurden alle 15 Minuten während des Trainings, unmittelbar nach, sowie 5, 15 bzw. 30 Minuten nach Trainingsende anhand einer speziellen Skala – der Gefühls-Skala – ausgewertet.

Zusätzlich wurde während des Versuchs alle 15 Minuten die RPE-Skala bewertet (rating of perceived exertion), die misst, als wie leicht oder schwer das Training empfunden wird.

 

Ergebnisse

Während des Kohlenhydratversuchs waren die Glückswerte der Radfahrer allgemein höher als während des Placebo-Versuchs. Darüber hinaus stiegen die Werte während des Kohlenhydratversuchs an und blieben konstant, während sie bei dem Placebo-Versuch abfielen.

Ebenso waren bei dem Kohlenhydratversuch die Glückswerte 15 Minuten nach Trainingsende deutlich höher als vor dem Training, während sie bei dem Placebo-Versuch nach Trainingsende niedriger waren. Interessanterweise nahm die gefühlte Erschöpfung in beiden Versuchen sukzessive zu und wurde bei dem Kohlenhydratversuch erst nach 75 Minuten als deutlich geringer empfunden. Das legt die Vermutung nahe, dass die gefühlte Erschöpfung (was man spürt) in keiner direkten Relation zur Stimmung steht.

 

Fazit

„Ob jemand sich während des Trainings gut oder schlecht fühlt, ist sicherlich ein wichtiger Faktor für den Trainingserfolg“, meinten die Forscher. Es kann in der Tat den Ausgang eines Wettkampfs entscheiden, sowie Auswirkungen auf die Ausdauer haben. „Die Ernährung während des Ausdauertrainings scheint eine Schlüsselrolle bei der Empfindung desselben zu spielen. Dem sollte in weiteren Studien nachgegangen werden.“

 

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Quellenangabe:

1. Medicine and Science in Sports and Exercise, Bd. 37 (10), S. 1768–1773

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