Steigert Vitamin E die Ausdauer?

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Das Vitamin E ist ein Antioxidans, der die Muskelzelle nach einem anspruchsvollen Training vor der Ausschwemmung von wichtigen Proteinen aus den Muskelfasern schützen kann. Dies kann dann die Erholung nach dem Training ausdehnen und zu längerfristigen Verbesserungen der Leistung führen.

Um feststellen zu können, ob Vitamin E wirklich die Leistung fördert, haben Wissenschaftler aus Freiburg kürzlich 36 Rennradfahrer des deutschen Nationalteams untersucht. Die Radfahrer waren schon mindestens 7 Jahre lang aktive Wettkampfsportler.

 

Der Aufbau

Über einen Zeitraum von 5 Monaten nahm eine Athletengruppe 3-mal pro Tag 110 mg Vitamin E (330 mg pro Tag) zu sich, während andere Athleten nur einen Placebo einnahmen. Beide Gruppen trainierten auf ähnliche Weise.

Nach 5 Monaten erhöhten sich die Werte des Vitamin E im Blut um 65 % bei der Gruppe, die dieses zu sich nahm, während in der Placebogruppe kein Anstieg dieses Wertes zu erkennen war. Nach dem 5-monatigen anstrengenden Training stieg die Blutkonzentration der Kreatinkinase – ein Schlüsselenzym, das als Marker für Muskelzellschäden gilt – in der Placebogruppe an. In der Vitamin-E-Gruppe hingegen sank die Konzentration.

 

Die Ergebnisse

Obwohl die Vitamin-E-Gruppe einen höheren Vitamin E-Spiegel und einen niedrigeren Kreatinkinase-Wert aufwies, waren sie dennoch nicht zu höheren Leistungen fähig als die Placebogruppe. Hinzu kommt, dass die Herzfrequenz und die Blutlaktatwerte bei beiden Gruppen während des intensiven Trainings absolut identisch waren.

Die Ergebnisse der deutschen Forscher sind ähnlich wie die, die bei vielen anderen Studien erzielt wurden. Sie haben gezeigt, dass die Ergänzung durch Vitamin E nicht für eine Leistungssteigerung von Schwimmern, Läufern oder Eishockeyspielern entscheidend ist. Die deutschen Forscher glauben, „dass die Leistungskapazität nicht durch eine Zufuhr von a-Tocopherol optimiert werden kann.”

 

Probleme

Dennoch lief die deutsche Studie nicht reibungslos ab. Zum einen erforderte die Aufmachung der Studie, dass beide Athletengruppen – die Vitamin E- und die Placebo-Gruppe – genau das gleiche Training absolvieren. Der eigentliche Sinn der Vitamin E-Zufuhr ist der, dass die Muskelmembranen geschützt werden und die Erholung in solch einem Maße gefördert wird, dass erhöhte Trainingsbelastungen möglich werden. Das erhöhte Training kann dann zu einer verbesserten Leistung führen. Behält man das im Hinterkopf, so sollte eine ideale Nachfolgestudie den Vergleich von natürlich gewählten Trainingsbedingungen und die nachfolgenden Leistungen beider Gruppen beinhalten. Es kann sein, dass die Vitamin E-Gruppe dann ein härteres Training aushalten könnte.

Ein weiteres Problem der deutschen Studie liegt darin, dass die Athleten während den 30- bis 40-minütigen Belastungen untersucht wurden. Wenn die Hauptfunktion des Vitamin E darin besteht, die Ausschwemmung durch die Muskelzellen zu verhindern, dann wäre es angemessener nach der Funktion des Vitamins während längeren Belastungen zu untersuchen, z. B. während einem Marathon, Triathlon oder langen Radrennen.

 

Fazit

Zusammenfassend kann man also sagen, dass eine Ernährung mit Vitamin E zu einer verbesserten Erholung von anstrengenden Trainingseinheiten beiträgt. Aber es ist noch nicht klar, ob es einen direkten Einfluss auf die Leistung hat.

 

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