So unterschiedlich sind Kohlenhydrate!

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Die Kohlenhydrate bilden neben den Fetten die Hauptenergieträger des Organismus. Ganz allgemein werden Kohlenhydrate auch als Zucker bezeichnet. Doch es gibt viele unterschiedliche Formen, die unterschiedlich absorbiert werden.

Der Vorteil gegenüber dem Fett liegt darin, dass Kohlenhydrate ohne Sauerstoff (anaerob) sehr viel schneller eine große Energiemenge liefern können als Fette und somit in Bezug auf körperliche Aktivität einen großen Stellenwert einnehmen. Aufgrund ihres biochemischen Aufbaus wurden Kohlenhydrate in der Vergangenheit in „einfache“ und „komplexe“ Kohlenhydrate unterteilt. 

Einfach-, Zweifach- und Mehrfach-Zucker

Man unterschied bei den „einfachen“ Kohlenhydraten zwischen Einfach-Zuckern und Zweifach-Zuckern1. Zu den „komplexen“ Kohlenhydraten zählen Mehrfach-Zucker und Vielfach-Zucker. Einfach-Zucker (Monosaccharide) sind Glukose (Dextrose oder Traubenzucker), Fruktose (Fruchtzucker) und Galaktose. 

Maltose (Malzzucker) bestehend aus 2 Molekülen Glukose, Saccharose (Haushaltszucker wie Rohrzucker) aus einem Molekül Glukose und einem Molekül Fruktose und Laktose (Milchzucker) aus einem Molekül Glukose und einem Molekül Galaktose zählen zu den Zweifach-Zuckern, den Dissachariden. 

Zucker bestehend aus 3-10 Monosacchariden bilden die Mehrfach-Zucker, die als Oligosaccharide bezeichnet werden. Die Vielfach-Zucker (Polysaccharide) sind Stärke und Zellulose1 (vgl. Tabelle 1). 

Pflanzliche und tierische Polysaccharide

Pflanzliche Polysaccharide auf Glukosebasis werden als Stärke bezeichnet. Der überwiegende Teil der Nahrungskohlenhydrate besteht aus ihnen, wie z. B. Nudeln oder Kartoffeln. 

Tierische Polysaccharide bezeichnet man als Glykogen. Die spielen in der menschlichen Ernährung jedoch kaum eine Rolle, da die Glykogenvorräte im verzehrfertigen Lebensmittel fast vollständig abgebaut sind1. 

Eine weitere Form der komplexen Kohlenhydrate stellen die für den menschlichen Organismus quasi unverwertbaren Pflanzenfasern (z. B. Zellulose) dar. Sie werden als Ballaststoffe bezeichnet und spielen eine wichtige Rolle bei der Verdauung1. 

Sind komplexe Kohlenhydrate langsamer absorbierbar?

Bei dieser Einteilung schloss man von der Molekülanzahl der Kohlenhydrate auf die Verfügbarkeit für den Organismus. Einfache Kohlenhydrate sollten schnell in den Organismus aufgenommen werden und komplexe Kohlenhydrate galten als langsam absorbierbar. Für die physiologische Bedeutung ist diese Einteilung allerdings wenig geeignet und überholt, da die Größe des Saccharides nicht zwangsläufig Einfluss auf die Geschwindigkeit der Aufnahme hat. So wird die Glukose aus der Stärke z. B. schneller ins Blut aufgenommen als Saccharose.

Literatur: 

1) Williams, Melvin H. (1997). Ernährung, Fitness und Sport. Rost, Richard (Hrsg. dt. Ausg.). Wiesbaden: Ullstein

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Über den Autor

Hanna Sandig

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