Nahrungsergänzung und Doping

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Sportler, die sich Dopingtests unterziehen müssen, sollten bei Nahrungsergänzungsmitteln äußerst vorsichtig sein. Die unbeabsichtigte Einnahme einer verbotenen Substanz durch Nahrungsergänzungsmittel ist in den Augen der Anti-Doping-Agentur noch lange kein Entschuldigungsgrund.

Hierfür spricht auch die Tatsache, dass eine neue US-Studie die Substanz Bumetanid in einem rezeptfrei erhältlichen Nahrungsergänzungsmittel nachweisen konnte. Es wird als diätetisches Lebensmittel vermarktet, das laut Werbeaussagen nur „natürliche Reiniger“ und „keine herkömmlichen Appetitzügler“, wie z. B. sympathomimetische Amine, enthält.

Bumetanid ist ein „Schleifendiuretikum“ für die klinische Behandlung von Herzinsuffizienz, akuter Niereninsuffizienz, Bluthochdruck und Ödemen. Viele Diuretika sind jedoch im Sport verboten, da Sportler sie auch zur Verschleierung benutzen könnten um durch Wasserverlust ihr Gewicht zu reduzieren. Diuretika sind harntreibende Substanzen. Durch die Einnahme wird versucht, ein „Verdünnungseffekt“ von Dopingsubstanzen, wie z. B. von Anabolika und Stimulanzien, zu erzielen – in der Hoffnung, dass die Nachweisgrenze unterschritten wird.

 

Die Studie

In der Studie des Center for Human Toxicology an der Universität von Utah wurde 2 männlichen und 2 weiblichen freiwilligen Probanden je eine Kapsel des Nahrungsergänzungsmittels („StarCaps“) verabreicht. Die Probanden gaben zu verschiedenen Zeitpunkten (2, 4, 8 und 12 Stunden) nach der Verabreichung eine Urinprobe ab. Die Proben wurden mithilfe einer hochsensitiven Methode untersucht – der Hochleistungs-Flüssigkeitschromatrografie mit Massenspektromie-Kopplung (HPLC-MS).

 

Die Ergebnisse

Im Urin konnte Bumetanid in einer Konzentration von 4,6 ng/l bis 351,3 ng/l nachgewiesen werden. Noch beunruhigender ist allerdings, dass die StarCaps-Kapseln eine Bumetanidkonzentration enthielten, die fast der therapeutischen Dosis entsprach. Die Wissenschaftler zogen hieraus den folgenden Schluss: „Die Ergebnisse zeigten, dass Verbraucher bei Nahrungsergänzungsmitteln in unkontrollierter Qualität Gefahr laufen, unwissentlich verschreibungspflichtige Medikamente einzunehmen, und die Sportler somit unbeabsichtigt positiv auf Bumetanid getestet werden und Disziplinarmaßnahmen ausgesetzt sein könnten.“

 

Fazit

Die Botschaft für Sportler lautet, dass bei Nahrungsergänzungsmitteln äußerste Vorsicht geboten ist und Sie im Zweifelsfall lieber die Finger davon lassen sollten!

 

Quellenangabe:
1. Journal of Analytical Toxicology. November – Dezember 2007, Bd. 31 (9), S. 601–604
 

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