Mehr Leistungsfähigkeit durch hochdosierte Natriumdrinks?

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Einer amerikanischen Studie zufolge läst ein hoch dosierter Natriumdrink das Blutplasmavolumen und die Ausdauerleistung ansteigen, ohne die Hitzeregulierungssysteme des Körpers zu beeinträchtigen.

Die Aufrechterhaltung des Blutvolumens ist ein Schlüsselfaktor bei der optimalen Ausübung von Ausdauerübungen. Es ist für die Gewährleistung einer adäquaten Sauerstoff- und Nährstoffzufuhr in die arbeitenden Muskeln entscheidend und erleichtert den Abtransport von Stoffwechselabfällen. Die Notwendigkeit das Plasmavolumen aufrechtzuerhalten ist ebenso ausschlaggebend, da bedeutende Mengen an Hitze durch Stoffwechsel erzeugt werden, die zu einer Konkurrenz des Blutflusses zwischen Haut und Muskeln führen.

Eine Möglichkeit, das Plasmavolumen zu steigern, ist die Zufuhr von Natrium in der Ernährung, womit jedoch – unerwünschter Weise – eine Verhinderung des Schwitzens auftreten kann, was zu einer Beeinträchtigung der thermischen Regulation während des Trainings führt.

Ziel dieser Studie war es herauszufinden, ob eine unmittelbar vor den Übungen oral eingenommene Natriumzufuhr (z. B. durch Nahrungsergänzung) mit einem niedrigen Flüssigkeitsvolumen (IPOSL) das Plasmavolumen junger gesunder Männer steigern und ihre Leistung während eines 15-minütigen Zeitfahrens verbessern kann, ohne die thermische Regulation zu beeinträchtigen, die an Hand von Schweißrate und Kerntemperatur gemessen wurde.

14 mittelmäßig fitte Freizeitradfahrer im Alter von 23–32 Jahren nahmen an 2 identischen Versuchen teil. Diese bestanden aus 45-minütigen Radfahren unterhalb der maximalen Leistungsgrenze, gefolgt von einem 15-minütigen Zeitfahren gegen einen konstanten Widerstand bei maximaler Leistung nach Verabreichung einer der folgenden Drinks:

  • ein hoch dosierter Natriumdrink (IPOSL) mit einem Gesamtvolumen von 10 ml pro Körpergewicht, aufgeteilt in 3 gleiche Portionen, die in 15-minütigen Intervallen getrunken wurden
  • ein Drink mit dem gleichen Gesamtvolumen, auf die gleiche Weise getrunken, jedoch als Placebo ohne Natrium

Die gegensätzlichen Drink-Zusammensetzungen führten zu signifikanten Unterschieden im Ruheplasma vor der Übung. Der IPOSL-Drink führte dabei zu einer 3,1 %igen Expansion, während der Placebo-Drink sogar zu einer 4,7 %igen Reduktion des Volumens führte.

Nach Beginn der Übung sank das Plasmavolumen der Teilnehmer beider Versuchsgruppen um einen signifikanten Prozentsatz, woran sich auch während der Übungsphase nichts änderte. Durch den IPOSL Drink wurde das Plasmavolumen 15 bzw. 30 Minuten nach Beginn der Übung in höherem Maße aufrechterhalten als durch den Placebo-Drink. Nach 45 Minuten verlor sich dieser Effekt jedoch.

Nichtsdestotrotz erbrachten die Teilnehmer der IPOSL-Gruppe während des anschließenden 15-minütigen Zeitfahrens erheblich mehr Leistung. Sie fuhren knapp 1 km weiter als die Fahrer, die den Placebo-Drink zu sich genommen hatten. Was Herzfrequenz, Kerntemperatur sowie die Rate der gefühlten Erschöpfung oder die Gesamtkörperschweißrate anging, konnten zwischen den Gruppen keine Unterschiede festgestellt werden. Das lässt darauf schließen, dass der hoch dosierte Natriumdrink keine negativen Auswirkungen auf die Hitzeregulation hatte.

Am merkwürdigsten an diesen Resultaten war die Tatsache, dass die Radfahrer nach Einnahme des IPOSL-Drinks im Zeitfahren eine bessere Leistung erbrachten, obwohl sich die Auswirkungen auf das Plasmavolumen bereits erschöpft hatten.

Die Wissenschaftler weisen daraufhin, dass diese Leistungsunterschiede wohl eher durch die Reduzierung des Grundplasmavolumens im Placebo-Versuch als durch die Steigerung desselben bei der IPOSL-Gruppe verursacht worden sein dürften. Sie sind der Ansicht, dass weitere Untersuchungen nötig sind, um den wahren Grund für ihre Resultate aufzudecken.

 

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