Magenentleerung bei Belastung und Folgen für das Trinken

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Es gibt durchaus effektivere Hydratisierungsmethoden als die reine Zufuhr von Flüssigkeit. Dies hängt mit der Verdauung des Getränks zusammen. Wie verändert sich die Magenentleerung bei Belastung und was bedeutet das für das Trinkverhalten?

Bis die Bestandteile eines Getränks von den entsprechenden Reservoirs im Körper aufgenommen wurden, kann man nur unwesentlich von eingenommenen Getränken profitieren. Dies wiederum hängt von der Rate ab, bei der das eingenommene Getränk aus dem Magen entzogen, vom Dünndarm aufgenommen und weitertransportiert wird.

Die Entleerungsrate des Magens kann von vielen Faktoren abhängen. Einschließlich der Zusammensetzung des Getränks und der durchgeführten Aktivität. Außerdem wurde eine neue Studie aus Großbritannien und Neuseeland aufgestellt, um diese beiden Schlüsselfragen zu beantworten:

– Ob sich die Magenentleerung während eines standardisierten Pendellauftest (LIST) mit wechselhafter Intensität verlangsamt. Dieser Test simulierte vom Aufbau her das Bewegungsmuster beim Fußball.

– Ob während diesem episodenhaften Training kalorienarme Flüssigkeiten effektiver entleert wurden als Kohlenhydratlösungen.

 

Die Studie

In einer Studie an 8 gesunden Männern, verglichen die Forscher den Umfang an entleerten Testgetränken während zwei 15-Minuten langen Walking-Einheiten mit dem entleerten Umfang während zwei 15-Minuten langen Pendeltesteinheiten des Loughborough Intermittent Shuttle Test (LIST). Bei jeder Einheit vollzogen die Athleten einen Durchgang nachdem die einen eine gegebene Menge an kohlenhydratfreien Placebos zu sich nahmen und die anderen die gleiche Menge an 6,4 % Kohlenhydrat-Elektrolyt Sportgetränken einnahmen.

Die Magenentleerung wurde vor und nach jedem der 4 Versuche gemessen, wobei eine Technik angewendet wurde, die von Athleten verlangte, dass sie ein Stück, das als „gastric aspiration tube“ bekannt ist, hinunterschlucken.
 

Die Ergebnisse

Die Forscher stellten fest, dass sich die Magenentleerung während des LIST Versuchs verlangsamte im Vergleich zu den Walking-Versuchen. Obwohl die gesamte Belastungsintensität normalerweise nicht als ausreichend angesehen wird, dass sie die Magenentleerung bei konstanter Intensität beeinflussen könnte. In Wirklichkeit trainierten die Versuchspersonen bei oder über 70 % ihrer VO2max für nur etwa 3 Minuten, 21 Sekunden während jeder 15-Minuten Periode des LIST und für den Rest der Zeit bei oder unter 50 % der VO2max – ähnlich zu den Intensitäten, die beim Profi-Fußball während des Spiels draußen auf dem Platz gemessen werden.

 

Das Fazit

Dieser Befund deutet darauf hin,“ sagen die Forscher, “dass selbst kleine Mengen an hoch-intensiven Sprints die Magenentleerung während des Trainings mit wechselhaften Intensitäten verlangsamen kann, so wie es eben bei vielen Sportarten der Fall ist.“
Die meisten Studien haben herausgefunden, dass Kohlenhydratlösungen mit einem Kohlenhydratinhalt von 6 % oder mehr sich langsamer entleeren als kalorienarme Getränke, wenn sie in Ruhephasen oder bei geringen bis moderaten konstanten Intensitäten eingenommen werden. Und, in der Tat, in dieser Studie entleerte sich der Umfang des Placebogetränks innerhalb von 30 Minuten während des Walking-Versuchs schneller als der des Kohlenhydratgetränks.
Dennoch entleerten sich beide Getränke bei gleicher verlangsamter Rate während des LIST Versuchs. Dies deutet laut Forschern darauf hin, dass Training bei dieser Intensität einen höheren Effekt auf die Magenentleerung hat als Kohlenhydratgetränke.
“Diese aktuelle Studie,“ so heben sie hervor,“ist die erste, die eindeutig zeigt, dass Training mit wechselhafter Intensität, das das Aktivitätsmuster im Fußball simuliert, die Magenentleerungsrate bei Wasser als auch bei kohlenhydrathaltige Getränken im gleichen Ausmaß verlangsamt.“
Sie schließen daraus, dass es wenige Gründe gäbe, das Trinken von Wasser während eines Fußballspiels einem Kohlenhydratgetränk in der Sporternährung vorzuziehen, wenn man den potenziellen Nutzen der eingenommenen Kohlenhydrate mitberücksichtigt. Nämlich dass der Ermüdungsprozess nach hinten verschoben und die Wasserabsorption in den Därmen gefördert wird.

 

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Quellenangaben:

Medicine and Science in Sports and Exercise, 2005, Bd. 37, 2, S.240-247, 2005

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