Kohlenhydrate bei hochintensiven sportlichen Belastungen

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Ist die Aufnahme von zusätzlichen Kohlenhydraten nur bei langen Ausdauerwettkämpfen zu empfehlen oder sollte man auch bei kürzeren Sportveranstaltungen auf Nahrungsergänzungn zurückgreifen?

Schon seit langem weiß man, dass die Aufnahme von Kohlenhydraten bei längeren Ausdauerwettkämpfen (über 2 Stunden) günstig ist. Seit kurzem mehren sich die Hinweise darauf, dass der Verzehr von Kohlenhydraten die Leistung auch bei viel kürzeren Sportveranstaltungen von rund 1 Stunde verbessern kann. Dies erfolgt vermutlich durch eine Steigerung der Aktivität des zentralen Nervensystems. Wissenschaftler aus Birmingham (England) untersuchten nun, ob sich diese Vorteile auch auf noch kürzere Wettkämpfe übertragen lassen.

 

Die Studie

Die Forscher überprüften die Wirkung einer Kohlenhydrataufnahme während einer hochintensiven sportlichen Belastung über einen Zeitraum von 25 Minuten. Die Probanden waren 12 ausdauertrainierte Radfahrer, die an 3 verschiedenen Tagen ein 16-km-Zeitfahren im Labor simulierten.

Bei einem Test erhielten die Radfahrer ein Kohlenhydratgetränk mit einer 6 %-igen KH-Elektrolyt-Lösung (eine ähnliche Zusammensetzung wie in vielen handelsüblichen Sportgetränken). Bei den beiden anderen Tests erhielten sie ein identisch schmeckendes Placebogetränk mit Elektrolyten, aber ohne Kohlenhydrate.

Sowohl der kohlenhydrathaltige Drink als auch die beiden Placebogetränke wurden jeweils 5 Minuten vor dem Start verzehrt (4 mls pro kg Körpergewicht). Außerdem wurden diese Getränke dann verabreicht, wenn die Sportler 25, 50 und 75 % des Zeitfahrens hinter sich hatten (jeweils 1,4 mls pro kg Körpergewicht). Anschließend verglichen die Forscher die erzielten Zeiten und Kraftleistungen der unterschiedlichen Testanordnungen miteinander.

 

Die Ergebnisse

Die aufgezeichneten Zeiten bei den 16-km-Zeitfahrern waren einander erstaunlich ähnlich – 25 Min. 30 Sek. und 25 Min. 27 Sek. für die beiden Placebotests gegenüber 25 Min. 38 Sek. beim Kohlenhydrattest. Auch die Kraftleistung war bei allen 3 Tests fast gleich, nämlich 300, 301 bzw. 299 Watt. Dasselbe gilt für die Pacing-Strategien und die Herzfrequenz.

 

Fazit

Die Forscher schlossen daraus, dass der Verzehr von Kohlenhydraten bei kurzen intensiven Belastungen von ca. 30 Minuten bei einer Intensität von 85–90 % des VO2max keine Leistungsverbesserung bewirkt. Um genauer sagen zu können, wo in etwa die Grenze liegt, d. h. ab welchem Punkt eine Kohlenhydrataufnahme Vorteile bringt, sind weitere Untersuchungen erforderlich. Die Ergebnisse der vorliegenden Studie (und der vorangehenden Untersuchungen) lassen vermuten, dass dieser Punkt zwischen 30 und 60 Minuten liegt.

 

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Quellenangabe:
1. European Journal of Applied Physiology, 2008

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