Knoblauch als Geheimwaffe

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Es ist bekannt, dass Knoblauch, d. h. genau genommen die im Knoblauch vorkommende stark riechende schwefelhaltige Verbindung Allicin, im Körper als Antioxidans wirkt. Kann dieser Stoff Sportler vor Muskelschäden schützen?

Ernährungswissenschaftler schreiben dem Knoblauch daher eine gesundheitsfördernde Wirkung zu. Neue Forschungsergebnisse chinesischer Wissenschaftler lassen vermuten, dass eine knoblauchreiche Ernährung auch für Sportler von Vorteil sein kann.

 

Aufbau

Ziel dieser Studie war die Untersuchung der Wirkung einer Allicin-Supplementierung im Hinblick auf durch Belastung entstandene Muskelschäden und das antioxidative Leistungsvermögen bei durchtrainierten Sportlern.

An einer doppelblinden, placebokontrollierten Studie nahmen 2 Gruppen Sportler teil, die nach dem Zufallsprinzip aufgeteilt wurden. Eine Gruppe erhielt ein Allicin-Supplement und die Kontrollgruppe nur Placebos. Die Teilnehmer nahmen 14 Tage vor und 2 Tage nach einem Bergablauftraining auf dem Laufband entweder Allicin oder ein Placebo. Diese Trainingsart wurde gewählt, weil die exzentrische Muskelkontraktion beim Bergablaufen zu erheblichen belastungsinduzierten Muskelschäden führt. Vor und nach dem Laufen protokollierten die Forscher bei den Sportlern diverse Messwerte. Hierzu gehörten die Blutlaktatkonzentration, das antioxidative Gesamtleistungsvermögen, die Messung von Markern für den Muskelabbau, die Konzentration einiger antioxidativer Enzyme und, was auch ganz wichtig ist, die von den Sportlern empfundenen Muskelschmerzen.

 

Ergebnisse 

Die Studie kam zu folgenden Ergebnissen:

– Die Allicin-supplementierte Gruppe wies signifikant niedrigere Werte bei den Markern für den Muskelabbau auf, z. B. Kreatinkinase, sowie auch niedrigere Werte des Immunmarkers L-6. Dies spricht für geringeren „biochemischen Stress“.

– Die Supplementierung mit Allicin führte zu einer höheren Gesamtkonzentration von Antioxidantien bei Ruhe. Dieser Wert blieb 48 Stunden nach der Belastung erhöht.

– Und schließlich empfanden die Teilnehmer der Allicin-Gruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe auch deutlich weniger Muskelschmerzen nach der Belastung.

 

Fazit

Die Wissenschaftler kamen zu dem Schluss, dass weitere Studien über die entzündungshemmende und antioxidative Wirkung von Allicin bei durch Belastung entstandenen Muskelschäden erforderlich sind. Dennoch zeigen die vorliegenden Ergebnisse, dass Allicin durchaus geeignet sein könnte, um Muskelschäden und Muskelschmerzen nach der Belastung zu reduzieren.

European Journal of Applied Physiology, 2008

 

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