Durchfall beim Sport – Chaos im Verdauungssystem

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Kann Sport kann eine Durchlässigkeit der Darmwand verursachen?

Nicht nur Athleten mit Autoimmunkrankheiten oder chronischen Darmentzündungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosaa leiden häufig unter Durchfall beim Sport. Wenn Sie Ihren Körper mit anstrengendem Training überlasten, ist die Folge ein durchlässiger Darm. Sie haben richtig gelesen, ein übermäßiges Training im Fitnessstudio, auf dem Asphalt oder im Schwimmbad kann die Darmwand durchlässig machen.
Fast die Hälfte aller Langstreckenläufer leidet unter der sogenannten Läufer-Diarrhöe. Die Symptome, die vor allem während des Laufens auftreten, umfassen u. a. Schwindel, Übelkeit, Magen- oder Darmkrämpfe, Erbrechen und Durchfall. Um dem Blutfluss zum Herzen und zur Skelettmuskulatur während des Trainings Priorität einzuräumen, wird weniger Blut zum Magen- Darm-Trakt und anderen inneren Organen (wie Leber und Milz) geleitet. Dieser unzureichende Blutfluss führt zu einer durch Ischämie (Minderdurchblutung) hervorgerufenen Darmverletzung, wodurch die Funktion der Darmbarriere gestört und die Durchlässigkeit der Darmwand erhöht wird.

Wie beeinflusst das Training unsere Verdauung?

Eine erhöhte Durchlässigkeit der Darmwand erlaubt einer Vielzahl von Toxinen, aus dem Darm in den Körper zu sickern. Nicht alle Ausdauersportler leiden unter offensichtlichen Symptomen wie dem Durchfall, doch anstrengendes Training scheint die Darmdurchlässigkeit grundsätzlich zu verstärken, wenn auch in unterschiedlichem Maß. Verschiedene Studien haben eine erhöhte Durchlässigkeit der Darmwand bei Sportlern dokumentiert, die von keinerlei gastrointestinalen Symptomen berichteten. Und eine Studie zeigte, dass die Darmwand bei gut trainierten Athleten, die an sportbedingten gastrointestinalen Symptomen litten, nach dem Training viel durchlässiger war als bei Athleten ohne Symptome.
Anstrengende sportliche Betätigung steht auch mit nahrungsmittelabhängiger, anstrengungsinduzierter Anaphylaxie in Verbindung, einer Krankheit, bei der eine anstrengungsinduzierte Erhöhung der Durchlässigkeit der Darmwand die Absorption von Allergenen aus dem Magen-Darm-Trakt erleichtert.

Schadet die Einnahme von Schmerzmitteln wie Ibuprofen dem Darm?

Die durch anstrengendes Training erhöhte Durchlässigkeit der Darmwand kann noch weiter verstärkt werden. Eine Studie zeigte, dass die Einnahme von Ibuprofen, einem nichtsteroidalen Entzündungshemmer (NSAID), die Durchlässigkeit der Darmwand und sportbedingte Schädigungen des Darms bei gut trainierten Athleten signifikant verschlimmerte. Es gibt auch einen engen Zusammenhang zwischen der Nahrungsaufnahme sowie dem Konsum von kohlehydratreichen und mit Elektrolyten angereicherten Getränken und gastrointestinalen Symptomen bei Ausdauersportlern. Anstrengender Sport hemmt die Magenentleerung (das Wandern von Nahrung vom Magen zum Dünndarm), die dann noch zusätzlich durch die erhöhte Konzentration von Kohlehydraten und Salz im Magen behindert wird; zuckerhaltige Sportdrinks können das Problem noch verschlimmern. Ebenso verstärkt Dehydration die Symptome. Unklar ist, ob Nahrung und Sportdrinks tatsächlich die Durchlässigkeit der Darmwand erhöhen oder einfach die Symptome verstärken, die der Athlet spürt.

Kann Laufen bei Hitze „Durchfall“ verursachen?

Auch Umweltfaktoren spielen eine Rolle. Eine Studie zeigte, dass ein einstündiger Lauf bei sowohl heißem (33 °C) als auch kühlem (22 °C) Wetter eine erhöhte Durchlässigkeit der Darmwand verursachte, dass aber die Menge an im Blut vorhandenem Endotoxin (Protein der gramnegativen Bakterien) nur nach anstrengendem Training bei heißem Wetter stark erhöht war, nicht bei kühlem Wetter. Das legt nahe, dass bei Hitze betriebener anstrengender Sport inflammatorischer ist. Auch hier kann Durchfall eine unangenehme Begleiterscheinung sein.

Probiotika unterstützen die Darmwand

Probiotika können helfen, die Darmwand vor sportbedingter zunehmender Durchlässigkeit zu schützen. Eine Studie ergab, dass eine Probiotika- Supplementierung bei männlichen Sportlern nach einem anstrengenden Training die Menge proinflammatorischer Zytokine im Blut sowie die Menge an Zonulin (einem Protein, das die Tight Junctions zwischen den Enterozyten öffnet, im Stuhl verringerte.
Läufer, Radfahrer und Triathleten wurden auf eine sportinduzierte Dysfunktion der Magen-Darm-Barriere untersucht. Obwohl es noch keine konkreten Studien zum Zusammenhang zwischen Krafttraining und Durchlässigkeit der Darmwand gibt, hängt Letztere sicher von der Art des Workouts und der Länge
der Ruhepausen ab. Workouts von hoher Intensität und mit kurzen Ruhepausen verstärken die Cortisolausschüttung mehr als traditionelles Krafttraining. Demgegenüber könnte ein regelmäßiges Training mit relativ geringer Intensität den Magen-Darm-Trakt vor Krankheiten schützen. Körperliche Bewegung verringert nachweislich das Risiko von Darmkrebs, Gallensteinen, Divertikulose und entzündlichen Darmerkrankungen – ein weiteres Argument, sich mehr zu bewegen, jedoch anstrengendes Training zu meiden.

Autorin: Sarah Ballantyne

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