Beta-Alanin: Ein leistungssteigerndes Mittel?

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Beta-Alanin ist eine Aminosäure, der heute immer mehr Sportwissenschaftler eine potenziell ergogene Wirkung zuschreiben. Eine amerikanische Studie konnte diese Wirkung bestätigen, die Wirkweise bleibt jedoch unklar.

Einige Studien zeigen, dass Beta-Alanin das Muskelwachstum und die Ausdauer verbessern kann. Allerdings ist wenig darüber bekannt, wie es dazu kommt. US-Wissenschaftler haben daher die Wirkung einer Beta-Alanin-Supplementierung auf den Hormonhaushalt untersucht. Sie wollten feststellen, ob die für das Wachstum zuständigen Hormone hierdurch positiv beeinflusst werden.

 

Die Studie

Im Rahmen dieser Studie nahmen 8 kraftsporterfahrene Männer 30 Tage lang jeweils 4,8 g Beta-Alanin oder ein inertes Placebo ein. Vor und nach diesem Zeitraum sollten die Teilnehmer ein akutes Krafttrainingsprogramm mit Kniebeugen durchführen, das aus 6 Sätzen à 12 Wiederholungen bei 70 % von 1RM bestand. Zwischen den einzelnen Sätzen lag eine Pause von 1,5 Minuten. Unmittelbar vor und nach den Kniebeugen sowie 15 und 30 Minuten nach der Belastung wurde den Probanden Blut entnommen. Dieses wurde auf den Gehalt an Wachstumshormonen und Testosteron (beide sind für das Muskelwachstum zuständig) sowie auf Cortisol (zuständig für den Abbau von Muskeln) untersucht.

 

Die Ergebnisse

Im Vergleich zur Einnahme des Placebos führte eine Beta-Alanin-Supplementierung über 30 Tage zu einer höheren Gesamtzahl an Wiederholungen. Außerdem stieg bei einer Beta-Alanin-Supplementierung die während des Testprotokolls erzielte durchschnittliche Trainingsleistung. Die Forscher stellten zwar nach der Belastung einen erhöhten Wachstumshormon- und Cortisolspiegel fest, allerdings gab es keine Unterschiede zwischen der Placebo-Gruppe und der Beta-Alanin-Gruppe. Auch beim Testosteronspiegel (auf den das Training keinen Einfluss hatte) traten keine Unterschiede zwischen den beiden Gruppen auf.

 

Fazit

Die Forscher kamen daher zu dem Schluss, dass eine 4-wöchige Supplementierung mit Beta-Alanin die Kraftausdauer beim Krafttraining bei kraftsporterfahrenen Sportlern deutlich verbessern kann. Diese Leistungssteigerung hatte jedoch keinerlei Auswirkungen auf die akute Hormonantwort auf einen Krafttrainingsreiz. Somit ist auch diese Studie wieder ein Beleg für das leistungssteigernde Potenzial von Beta-Alanin. Die Wirkweise bleibt jedoch weiterhin unklar.
 

Quellenangabe:

1. International Journal Sports Medicine, 2008, Bd. 29 (12), S. 952–958.

 

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Trainingsworld

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