Kann man Problemzonen abtrainieren?

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Bierbauch, Reiterhosen oder Winkearme… jeder Mensch hat eine andere Problemzone, an der sich besonders schnell Fett ansammelt. Durch Training versucht man, gezielt Fett an diesen Körperteilen abzubauen. Aber kann man wirklich gezielt Fett an bestimmten Körperteilen abtrainieren?

Eigentlich ist es ganz logisch: wenn man einen dicken Bauch hat, macht man verstärkt Kraftübungen für den Bauch. Lagert sich das Fett an den Oberschenkeln ab, macht man eben vermehrt Übungen für die Beine. Jeder Mensch hat so seine Problemzone. Bei den Frauen sind es dabei eher Arme, Beine und Po, bei Männern ist es meistens der Bauch, an dem sich überschüssiges Körperfett ansammelt.

Daher trainiert man besonders stark die entsprechende Körperregion. Die Fitnessbranche hat das erkannt und bietet schon seit Jahren spezielle Bauch-weg oder Beinstraff-Geräte an. Umso größer ist die Enttäuschung, wenn das Training zunächst keinen positiven Effekt auf die Problemzone hat. Daher geben viele das Training auch schnell wieder auf. Doch so schnell sollte man das Training nicht wieder beenden.

 

Der Irrtum

Auch wenn man noch so viele Sit ups macht, wird der Bauch deswegen nicht unbedingt dünner. Dazu kommt das Problem, dass der Muskelaufbau schneller klappt als der Fettabbau. Entsprechend wird zu Beginn des Trainings das Fett sozusagen vom Muskel nach außen gedrückt und Beine oder Arme werden zunächst sogar dicker, was bei vielen dazu führt, dass sie ihr Training schnell wieder beenden. Das Fett kann man leider nicht gezielt abtrainieren. Es ist vor allem genetisch bedingt, wo der Körper vermehrt Fett ablagert. Es ist ebenfalls genetisch bedingt, wo der Körper als erstes Fett abbaut, wenn man trainiert und sich dabei gesund ernährt. Und meistens wird das Fett dort als letztes abgebaut, wo der Körper es als erstes ablagert.

 

Wie wird man die Problemzone los?

Um seinen Bauch oder die Reiterhose wirklich loszuwerden hilft nur eines: den gesamten Körperfettanteil zu reduzieren. Dazu gehört neben dem Training auch eine gesunde Ernährung. Nur mit Sport ist es schwierig, den Körperfettanteil zu reduzieren. Um ein Kilogramm Fett abzubauen, muss man rund 7.000 kcal verbrennen. Das kostet Zeit. 30 Minuten Krafttraining beispielsweise verbrennt 270 kcal. Insofern müsste man etwas mehr als einen halben Tag Gewichte stemmen, um ein Kilo Fett abzubauen. Beim Joggen in mittlerem Tempo (1 km in 5 Min) müsste man rund sieben Stunden laufen, um 1 Kilo Fett zu verbrennen. Und auch dann hat man nicht die Garantie, dass das Fett dort verschwindet, wo man es gerne hätte. Insofern gehört eine gesunde Ernährung mit dazu, wenn man seiner Problemzone den Kampf angesagt hat. (Lesen Sie dazu auch: Ein gesundes Frühstück – für einen perfekten Tag)

  

Training und Ernährung

Man wird nie einen Sixpack oder eine Bikini-Figur bekommen, wenn man wie ein Besessener trainiert, sich dabei von Pizza und Pommes ernährt. Zwar nimmt die Muskelmasse zu, der Körperfettanteil wird sich dabei aber kaum verringern und dann werden Bierbauch und Reiterhosen auch nicht verschwinden. Aber zumindest wird das Gewebe etwas straffer, wenn man trainiert.

Problemzonen kann man also nicht wegtrainieren, auch wenn viele Fitnessgeräte einem das einreden wollen. Leider verschwindet das Fett dort als letztes, wo es sich als erstes ansammelt. Doch sofern man sich ausreichend bewegt, Krafttraining macht und sich dabei gesund ernährt, werden auch die Problemzonen kleiner und irgendwann verschwinden.

 

Christian Riedel

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