Ski Training

Freeriding – die richtige Fahrweise im Tiefschnee

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Freeriding im Tiefschnee und ohne Piste ist unter Skisportlern ein Trend

Im Tiefschnee zu fahren ist das Größte, was es für viele Skifahrer gibt. Doch bevor man seine ersten Spuren durch den Schnee ziehen kann, muss man die entsprechende Fahrtechnik beherrschen. Skilehrer Marc Degold gibt Tipps, wie man am besten im Tiefschnee fährt.

Auf der Piste fahren kann jeder. Dagegen ist das Freeriden voll im Trend. Abseits der Piste zu fahren macht Vielen nicht nur mehr Spaß, es ist auch schwieriger und technisch anspruchsvoller und sollte daher schon vorher geübt werden. Wer seine Skier nicht kontrolliert, fällt schneller im Tiefschnee, als man „Powder“ sagen kann. Damit das nicht passiert, ist es wichtig, schon im Voraus in einem Techniktraining etwas zu üben und die richtige Fahrweise zu beherrschen.

 

Grundlegende Fahrweise

„Ein Fehler, den Viele machen, ist, dass sie glauben, im Tiefschnee mit Rückenlage fahren zu müssen“, sagt Marc Degold, Skilehrer aus dem Lungau in Österreich. „Das ist aber genauso falsch wie auf der Piste. Wenn man Rückenlage hat, verliert man schnell die Kontrolle.“ Dass Viele im Tiefschnee mit leichter Rückenlage fahren, liegt an einer optischen Täuschung, da die Skispitzen im Tiefschnee eher an der Oberfläche gleiten und die Skienden meist weiter unten sind. Das vermittelt den Eindruck, als hätte man eine leichte Rücklage.

Die Spitzen sind im Vergleich zu den Enden der Skier weiter oben, d. h. es gibt ein Gefälle von der Spitze Richtung Skiende. Der Grund ist einfach, im „Powder“ baut sich unter der Skifläche eine Art Polster auf, auf welchem man runter fährt. Auf der normalen harten Piste ist das ja im Normalfall nicht so.

Richtig ist, im Tiefschnee mittig auf dem Ski zu stehen, sozusagen in der neutralen Position. So kann man besser auf die verschiedenen Untergründe reagieren. Schließlich weiß niemand, was unter der Powderschicht versteckt ist. Bei zuviel Vorlage läuft man Gefahr, nach vorne zu stürzen, wenn die Schneeauflage plötzlich stumpf wird oder man an einem Holz o.ä. hängen bleibt. Bei Rücklage hat man grundsätzlich weniger Kontrolle über die Ski, da der Ski erst in der Skimitte zu steuern beginnt.

 

Gewichtsverteilung

„Im Gegensatz zur Piste, wo man das Gewicht möglichst auf dem Talski bringen sollte, ist es im Tiefschnee besser, ausgeglichen zu fahren“, rät Marc. „Das Gewicht sollte im Verhältnis von maximal 60:40 auf dem Talski liegen. Dadurch kann man verhindern, dass man auf einer Seite zu tief in den Schnee einsinkt und sein Gleichgewicht verliert, was passieren könnte, wenn man das Gewicht zu sehr auf einen Ski bringt.“ Sind die Skier ungleich belastet, wird es auch viel schwieriger, zu steuern. Im Tiefschnee reicht das oft, um den Sturz nicht mehr verhindern zu können. Daher sollte man auf eine gleiche Belastung auf beide Beine achten.

 

Beinstellung

„Auf der Piste empfehlen wir, mit den Ski ungefähr hüft- bis maximal schulterbreit zu fahren“, sagt Marc, der Leiter der Skischule am Fanningberg. „Neben der Piste ist es dagegen besser, die Ski möglichst eng zusammen zu bringen.“ Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen kann man mit geschlossenen Skiern die Balance besser halten, da das Gewicht besser auf beide Bretter verteilt ist und kein Ski nach oben oder unten absacken kann. Zum zweiten vergrößert man die Auflagefläche, wenn zwischen den Skiern keine Lücke besteht, und hat dadurch mehr Auftrieb. Zum dritten ist gerade bei schlechten Schneeverhältnissen wie Harsch oder Bruchschnee eine enge Skiführung zwar schwierig, aber enorm wichtig.

Bei Harsch beispielsweise, also wenn sich auf der Schneeoberfläche eine harte Schneekruste gebildet hat, welche man als Skifahrer durchbricht, ist ein Sturz kaum zu vermeiden, wenn man die Ski nicht eng zusammen hat. Es besteht die Gefahr, dass nur ein Ski durch die Decke durchbricht und dann unter der Kruste entlang fährt, während der andere Ski an der Oberfläche weiter rutscht. In so einem Fall gehen die Skier unkontrolliert auseinander und ein Sturz ist unvermeidbar. Hält man die Ski dagegen eng zusammen, bricht man entweder mit beiden Ski ein oder gar nicht und kann die Kontrolle über seine Bretter behalten. Am besten übst du schon einmal auf der Piste, die Ski eng zusammen zu halten. Dann klappt es auch im Tiefschnee besser, wenn die Bedingungen schwierig werden.

 

Christian Riedel

 

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Quellenangabe:

1. www.samsunn-sport.at/

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