Waffentechnik, Teil 1

Positionen der Waffen

+
Strategisch-taktische Fähigkeiten werden im Techniktraining geschult.

Fechten ist durch effiziente, durchdachte Bewegungen und schnelles, logisches Denkvermögen geprägt. Taktisches Geschick, Ausdauer und Schnelligkeit sollte der Athlet bzw. die Athletin im Training und auf Turnieren abrufen können. Einige Tipps zur Waffentechnik im ersten Teil unserer Serie!

Konditionelle Fähigkeiten und Fertigkeiten, koordinative Fähigkeiten wie z.B. die Koordination (Bein- Armbewegung) und strategisch-taktische Fähigkeiten und Fertigkeiten müssen im Techniktraining geschult werden. Die technischen Grundelemente worunter auch die Körperbewegungen wie Schritt vor, Schritt zurück, Sprung, Ausfall, Flèche und Abducken verstanden wird, wurden unter dem Artikel „Allgemeine Grundlagen der Fechttechnik“ vorgestellt. In diesem Artikel und folgenden Publikationen werden die unterschiedlichen Positionen und Waffenbewegungen erläutert.

 

Einladung, Blößen und Paraden

Unter Positionen werden spezielle Stellungen des Waffenarmes verstanden, die gleichzeitig als Einladung, Blößen und Paraden genutzt werden können. Insgesamt werden acht Positionen (1. Sixt, 2. Quart, 3. Septim, 4. Oktav, 5. Prim, 6. Sekond, 7. Quint, 8. Terz) differenziert, die im Gefecht individuell eingesetzt werden können. Da die Positionen mit den dazugehörigen Waffenbewegungen sehr komplex sind, wird zu Beginn die Sixt- Position erläutert; zusammen mit der Fechtstellung ist sie die „Ausgangsstellung“ des Fechters. Sie deckt die Blöße oben außen ab. Der Fechter beseitigt bei einer Sixt die Klinge des Gegners nach außen (Rechtshänder nach rechts außen, Linkshänder nach links außen). Nach Erlernen der Sixt-Stellung folgt die Quart-Position, mit dem Ziel einen Positionswechsel bzw. einen Wechsel der Waffenstellung zu erreichen, der die „Linie“ verändert und somit bestimmte Bereiche der Trefferfläche öffnet bzw. schließt [1]. Ist der Schüler in der Sixt-Stellung, bietet er dem Gegner die obere äußere Linie an, zu treffen. Es wird hier von der Quarteinladung gesprochen. Allgemein gilt bei einer „Einladung“, dass eine bestimmte Linie entblößt wird, um den Gegner zu einem Angriff herauszufordern [2]. Um den gegnerischen Stoß in der „Quart“ parieren zu können, muss der Schüler in die Quart- Position und die anschließende Reposte beherrschen wie z.B. den geraden Stoß.

 

Positionswechsel: direkt, (halb)kreisförmig oder elliptisch

Allgemein sollte bei der Quart-Position der Ellebogen gebeugt sein, die Waffe wird links zur Angriffslinie gebracht, um den Angriff parieren zu können. „Mit der Quart wird die Blöße oben innen abgedeckt. Der Fechter beseitigt bei einer Quart die Klinge des Gegners nach innen (Rechtshänder nach links innen, Linkshänder nach rechts innen) [3].“ Die Parade ist eine Beseitigungsbewegung, welche schlagartig ausgeführt wird. Der Wechsel von Sixt zur Quart oder auch in umgekehrter Reihenfolge wird als direkter Wechsel bezeichnet. Veränderungen der Waffe in diagonaler Richtung werden als halbkreisförmige (z.B. Quart zur Oktav-Position), und elliptische Wechsel als kreisförmige Wechsel (z.B. von Sixt zur Sixt- Position) verstanden [1]. Der kreisförmige Wechsel erfolgt nur durch Drehung des Handgelenks.

 

Oktav- und Septimposition

Die Positionen Oktav und Septim decken den Unterkörper des Fechters ab. Bei der Oktav-Position wird der Unterkörper unten außen gedeckt, während bei der Septim die Blöße unten innen gesichert wird. Die Waffenspitze des Fechters zeigt in der Oktav auf den Bauch oder Oberschenkel des Gegners. Um die Klinge des Gegners zu beseitigen, muss der Fechter die gegnerische Waffe nach unten außen beseitigen. Bei der Septim wird die Klinge des Gegners nach unten innen beseitigt.

 

Prim-, Quint- und Terzposition

Die Prim-Position „wird von Könnern, meist im Florettfechten, gelegentlich auch im Degenfechten als Parade angewandt. Der Fechter beseitigt das gegnerische Eisen mit abwärtsgerichteter Klinge nach innen. (Rechtshänder nach links innen, Linkshänder nach rechts innen) [3]“. Die Quint kennzeichnet obere Paraden-, Einladungs- und Klingenposition. Ähnlich wie bei der Terz wird die Quintparade bei den Stoßwaffen kaum noch angewendet. „Sie hat eine ähnliche Position und Klingenlage wie die Quartparade, wird aber näher am Körper genommen [4].“ Bei der Hiebwaffe (Säbel) übernimmt die Quint- Position eine Abwehrfunktion insbesondere bei Kopfhieben (Hiebe von oben auf die Maske). Die Terz-Position wird bei den Stoßwaffen selten angewendet. Bei Anwendung dient sie der Abwehr von Hieben auf die Außenseite sowie Stößen auf die Brust .Die Position entspricht der Sixtparade.

 

Caroline Trautmann

 

Literatur

 

1. Barth B., Beck E. (2000), Fechttraining, Meyer und Meyer: Aachen

2. Gaugler W.M. (2004), Fechten für Anfänger und Fortgeschrittene, Nymphenburger: München

 

Internetadressen

  

3. http://www.fechten.org

4. http://www.walddoerfer-sv.de

Auch interessant

Kommentare