Volleyball

Die Annahme trainieren (Teil II)

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Die Annahme im Volleyball kann auch spielerisch trainiert werden.

Im ersten Teil des Annahmetrainings ging es um die Grundsätze, die zu beachten sind, und es wurden erste Übungsformen vorgestellt. Für das Annahmetraining eignen sich jedoch auch sehr gut kleine Spiele, die vom 1:1 (auf kleinem Spielfeld) bis hin zum 6:6 (auf dem ganzen Feld) reichen.

Beim Annahmetraining gibt es unterschiedliche Rotations- und Wechselmöglichkeiten, um alle Spieler an dem Techniktraining zu beteiligen. Um die Trainingsintensität hoch zu halten und den Annahmespieler herauszufordern, können Zusatzübungen eingeführt werden.

 

Spielformen

Die erste Übungsform (siehe Volleyball: Annahmetraining – Teil I) kann leicht in eine Spielform umgewandelt werden, indem der Fänger zum Steller wird. Dabei agiert er entweder als gemeinsamer Zuspieler, der immer unter dem Netz herläuft, oder jede Seite hat einen eigenen Steller.

Diese Spielform kann dann weiter geführt werden zum 2:2, 3:3, 4:4, 5:5 und 6:6. Ab dem 4:4 sollte auf dem ganzen Feld gespielt werden, um die Annahme im Dreier- oder Viererriegel zu trainieren. Sind nicht genug Spieler für ein 5:5 oder 6:6 beim Training, können auch 5 oder 6 Spieler gegen die Übrigen spielen (5:3, 5:4, 6:3, 6:4, 6:5). Sind mehr als 12 Spieler beim Training, sollte ein Wechsel stattfinden, bei dem beispielsweise ein Steller für einen Steller, eine Mitte für eine Mitte usw. ausgetauscht wird.

Bei diesen Spielformen ist es wichtig, die Trainingsintensität hoch zu halten, deshalb sollte unbedingt mit Dankebällen gespielt werden. Eine weitere bekannte Spielform ist „King-of-the-Cord“ (auch „Israelisch“ genannt). Dabei werden je nach Anzahl der Spieler 3er oder 4er Gruppen gebildet. Es kann sowohl auf halben, als auch auf ganzem Feld gespielt werden. Die Mannschaft, die einen Fehler macht, muss raus und wird durch das Team, das draußen gewartet hat, ersetzt. Die neue Mannschaft hat das Aufschlagrecht. Es kann nur aus der Annahme heraus gepunktet werden. Gespielt wird bis eine Gruppe eine bestimmte Punktzahl erreicht hat.

 

Rotations- und Wechselmöglichkeiten

Bei den Übungs- und Spielformen können entweder zunächst die gleichen Spieler annehmen bevor rotiert wird, oder es wird nach jeder Annahme gewechselt. Die Rotation kann nach einer bestimmten Zeit (3 bzw. 5 Min.), nach dem Erreichen einer bestimmten Punktzahl beider Mannschaften (3 bzw. 5 Punkte), nach dem Erreichen einer bestimmten Anzahl von erfolgreichen Handlungen (hintereinander) oder nach einer Aufschlagserie, d. h. eine Mannschaft hat 5- bis 10-mal hintereinander Aufschlagrecht, erfolgen.

Um den Wettkampfgedanken bei den Übungsformen mit ins Spiel zu bringen, können die Annahmespieler Punkte für gute Annahmen erzielen. Dabei wird zwischen perfekten Annahmen (z. B. 2 Punkte), guten Annahmen (z. B. 1 Punkt) und schlechten Annahmen (z. B. keinen Punkt) unterschieden. Für direkte Annahmefehler oder ein Ass bekommt der Spieler einen Minuspunkt. Hat ein Spieler eine bestimmte Punktzahl erreicht, wird die Übung beendet.

Des Weiteren gibt es die Möglichkeit, nach einem Aufschlag mit Dankebällen zu spielen. Dadurch können die notwendigen Positionswechsel in Vorder- und Hinterreihe stattfinden und die annehmende Mannschaft greift auch aus der Block- und Feldabwehr heraus an. Außerdem erhöht sich damit die Intensität des Trainings und gleicht der Intensität des Spielniveaus.

 

Zusatzaufgaben für Annahmespieler

Um die Annahme schwieriger zu gestalten und die Annahmespieler herauszufordern, können sie Zusatzaufgaben bekommen. Die Spieler müssen beispielsweise vor der 3-Meter-Linie oder hinter der Grundlinie starten und dürfen sich erst bewegen, wenn der Aufschläger den Ball angeworfen hat.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass die Annahmespieler mit dem Rücken zum Aufschläger stehen und sich erst auf ein akustisches Signal beim Anwurf umdrehen dürfen. Dabei wird vor allem die Reaktionsfähigkeit geschult.

Um dies noch etwas zu steigern, können eine oder mehrere Weichbodenmatten an das Netz gelehnt werden, sodass der Annahmespieler den Aufschläger nicht sieht. Dieser gibt ein akustisches Signal kurz bevor er aufschlägt.

Es gibt noch zahlreiche weitere Zusatzaufgaben für die Annahmespieler, der Volleyballtrainer sollte dabei selber kreativ werden und verschiedene Sachen ausprobieren.

 

Lea Becker

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