Saisonvorbereitung

Das Triathlon Trainingscamp – Planung und Vorbereitungen

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Dem Schmuddelwetter entkommen und bei angenehmen Temperaturen in die Saisonvorbereitung für den Triathlon starten

Das triste Winterwetter verleitet viele Ausdauersportler dazu in den Süden zu flüchten und sich ein saisonvorbereitendes Trainingslager zu suchen. Wir sind mit dabei und geben hilfreiche Tipps und Tricks, wie auch Ihr Trainingscamp zum Erfolg wird.

Ab Februar starten die meisten Radsportler und Triathleten mit dem obligatorischen Trainingslager in die Saisonvorbereitung. Der Zeitraum von Februar bis April hat sich als ideale Phase etabliert, um in den zahlreichen Urlaubsregionen hauptsächlich auf dem Rad einen hohen Trainingsumfang zu realisieren. In den sonst von Touristen überfüllten Gebieten hat dann die Badesaison noch nicht begonnen, für Radtraining sind die Bedingungen allerdings optimal. Während zuhause noch Kälte und Schnee ein strukturiertes Training auf dem Rad und auch im Laufen verhindern, kann so die notwendige Grundlage für die Wettkämpfe im Sommer erarbeitet werden oder einfach ein aktiver Urlaub mit Gleichgesinnten in reizvollen Umgebungen verbracht werden.

In den nächsten Tagen und Wochen wollen wir Ihnen schildern, wie ein Triathlon-Trainingslager gestaltet werden kann. Dabei wollen wir Ihnen im Detail vorstellen, welche allgemeinen und trainingswissenschaftlichen Fragestellungen mit einem Trainingslager in der Saisonvorbereitung im Triathlon verbunden sind. Wir wollen dabei immer wieder auf bestimmte Themen eingehen, die von besonderem Interesse sind und sich jedem Sportler, ob Anfänger oder auch fortgeschrittener Athlet, im Vorfeld und während eines solchen Camps stellen. Als beispielhaftes Trainingslager dient uns dabei das iQ-athletik-Trainingscamp auf Teneriffa. In diesem Camp mit Rad- und Schwimmschwerpunkt bereiten sich Triathleten verschiedener Leistungsklassen gemeinsam auf ihre Wettkampfsaison vor.

Bevor es aber losgeht, wollen wir zunächst noch einmal zurückschauen und auf den Zeitraum von der Planung bis zur unmittelbaren Reisevorbereitung eingehen. Bereits hier eröffnen sich die ersten interessanten Fragestellungen, denn schon in dieser Phase können erste Fehler passieren, die sich auf den Verlauf des gesamten Aufenthalts sowie die weitere Saison auswirken können.

 

Die Auswahl von Zeitpunkt und Ort

Die Wahl von Zeitpunkt und Ort des Trainingscamps wird im Wesentlichen von der Wettkampfplanung beeinflusst. (Lesen Sie dazu auch: Saisonplanung im Ausdauersport) Ein Hauptwettkampf in der Zeit von Juni bis August kann perfekt durch einen Aufenthalt im Süden im Februar oder März vorbereitet werden. Wettkämpfe im Frühjahr erfordern eine entsprechend frühere Grundlagenphase, ein Sportjahr mit Rennen im Herbst wird entsprechend später mit spezifischem Grundlagentraining eingeleitet, wobei dann auch in Deutschland ideale Bedingungen herrschen.

Für das Training sind Regionen interessant, die zum gewählten Zeitpunkt gute klimatische Bedingungen bieten. Optimal sind Temperaturen zwischen 15 und 25 Grad sowie ein sehr niedriges Regenrisiko. Je mehr Zeit für das Camp zur Verfügung steht, desto länger darf die Anreise dauern. Athleten, die beispielsweise nur 1 Woche des knappen Urlaubs opfern können, wählen dann meist Mallorca als Destination aus. Der knapp 2-stündige Flug ermöglicht, dass dann schon am Anreisetag, eventuell auch am Abreisetag, trainiert werden kann und so jeder Urlaubstag maximal ausgeschöpft wird. Weiter entfernt liegende Regionen sind besser für längere Aufenthalte geeignet, da eine lange Anreise und auch die Belastung durch die Zeitverschiebung einige Akklimatisationszeit voraussetzen.

Unerfahrene Athleten sollten mehr Wert auf eine umfangreiche Betreuung durch Trainer und Zusatzangebote wie Vorträge zu relevanten Themen legen. Außerdem ist es gerade für solche Sportler wichtig, dass die angebotenen Radgruppen dem eigenen Leistungsniveau entsprechen und das Terrain vor Ort nicht zu fordernd ist.

 

Wie lange sollte das Camp dauern?

Sofern Sie in der glücklichen Lage sind, im Frühjahr eine beliebige Anzahl an Urlaubstagen in Anspruch nehmen zu können, stellt sich die Frage nach der optimalen Länge des Camps. Auch hier gibt es wieder keine allgemeingültigen Formeln, mit deren Hilfe sich die exakte Länge in Abhängigkeit zur individuellen Leistungsfähigkeit bestimmen ließe. Anfänger fahren sicherlich gut mit einer Länge von 7-10 Tagen, denn dann ist das Risiko von Überlastungen durch ein zu umfangreiches Trainingsvolumen geringer. Erfahrene Athleten können problemlos 10-14 Tage einplanen, sollten ihre Trainingsbelastungen aber auch individuell an das zurückliegende Wintertraining anpassen.

 

Die ersten Trainingsgrundlagen

Die Vorbereitungen für das Trainingscamp beginnen meist schon im Vorjahr, wenn mit der Buchung Termin und Lokation festgelegt werden. Jetzt rückt die noch in weiter Ferne liegende Reise zunächst in den Hintergrund, Weihnachten und Jahresbeginn dominieren das Geschehen. Trainingseinheiten v. a. des Ausdauertrainings fallen in dieser Zeit durch vielfältige Verpflichtungen, Krankheit oder miserable Witterungsbedingungen allzuoft aus. Natürlich ist ein Trainingslager kein Wettkampf, welcher eine maximal ausgeprägte Leistungsfähigkeit bedingt. Es ist aber von Vorteil, das Trainingslager mit einer bestimmten Basis an Trainingskilometern vorzubereiten. Fehlt diese Grundlage, kann der Anstieg von Trainingsumfang und Trainingsdichte im Süden schnell zu Überlastungen führen.

 

Wie viele Radkilometer sind sinnvoll?

Es gibt keine einheitlichen Empfehlungen, wie viele Radkilometer ein Sportler vor einem Trainingslager in den Beinen haben muss. Zudem muss der Trainingsumfang in Stunden oder Kilometern nicht zwangsläufig eine Aussage über die Qualität des absolvierten Trainings machen. Über den gesamten Winter sollten Sie allerdings versuchen, mindestens 1-mal auf dem Rad zu trainieren. Versuchen Sie, bei ausreichend guten Bedingungen draußen zu trainieren und bei sehr widrigem Wetter auf Rolle oder Spinningrad auszuweichen.

Führen Sie zudem ein Trainingstagebuch, in welchem Sie Umfang und Inhalte Ihres täglichen Trainings aufzeichnen. Mit diesen Informationen können Sie gemeinsam mit den Trainern vor Ort, dem Heimtrainer oder ganz objektiv in Eigenregie eine optimale Trainingsgestaltung im Süden festlegen und vermeiden, die Umfänge zu sehr zu steigern.

Die Grundlagenphase vor dem Trainingscamp geht etwa 10-7 Tage vor Abflug zu Ende. Hier gilt es, das Training zurückzufahren und die Reisevorbereitungen zu treffen. Wie Sie diese hektische Woche ganz entspannt meistern und die letzten Trainingseinheiten abschließen, erfahren Sie im nächsten Artikel.

 

Daniel Kilb

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