Trainingsplanung

Trainingsprinzipien als Planungshilfen

Die Trainingsphasen sollten nach Bedarf individuell gestaltet werden.

Sie können Ihr Lauftraining beginnen, indem Sie einfach loslaufen und Ihr Training beenden, wenn Sie keine Lust mehr haben oder wenn Sie müde sind. Für eine zielorientierte Planung ist es jedoch wichtig, sich mit den grundlegenden Prinzipien befassen, um das Training zu strukturieren.

Wenn Sie versuchen Ihr Training etwas zu strukturieren und Ihrem Körper ausreichend Erholung zu gönnen und auch mal in unterschiedlichen Belastungszonen laufen wollen, müssen Sie sich näher mit den Prinzipien des Trainierens auseinandersetzen. Umfang, Dauer, Intensität und Dichte sind die Fachworte, mit denen sich Ihr Training beschreiben lässt. Für den Laien stellen sich einfach die Fragen: Was soll ich wann, wie oft und wie schnell trainieren? 

Neben Kraft und Ausdauer ist auch Organisation wichtig

Um Ihrem Training nun eine Struktur geben zu können, müssen Sie neben den verschiedenen motorischen Fähigkeiten wie Kraft, Ausdauer und Schnelligkeit zunächst einmal die Frage der Organisation in den Vordergrund stellen. Im Laufe der Zeit haben sich deshalb Regeln entwickelt, die Ihnen als „Prinzipien“ in der Planung Ihres Trainings eine Orientierung geben sollen. Allerdings sollten Sie die Trainingsprinzipien immer nur als Leitfaden behandeln und letztendlich Ihre individuellen Gegebenheiten als Maßstab nehmen. Dazu muss auch einschränkend

gesagt werden, dass die Trainingsprinzipien eben nicht durchgängig als wissenschaftlich erprobte Verhaltensregeln betrachtet werden dürfen. Obwohl sie oft als Gesetzmäßigkeiten des Trainings bezeichnet werden, handelt es sich eben nicht um feste Planungsvorgaben!

Die Trainingsprinzipien als Planungshilfen 

Man bezeichnet die Prinzipien des Trainings oft als Kernstück der Trainingslehre und dementsprechend sollen sie als allgemeine Handlungsorientierung verstanden werden. Allerdings darf man dabei nicht vergessen, dass es sich nicht um wissenschaftlich gesicherte Regeln für Ihr Training handelt. Dennoch können sie Ihnen in vielen Bereichen des sportlichen Trainings eine sichere Handlungsgrundlage bieten und Ihnen so helfen Belastungen systematisch zu entwickeln. Wir müssen jedoch feststellen, dass die Anzahl von Trainingsprinzipien in den letzten Jahren geradezu sprunghaft angestiegen ist. So werden in den aktuellen Veröffentlichungen zur Trainingslehre bis zu 25 Prinzipien angeführt1. Ursache für diese hohe Anzahl ist wohl der Wunsch eine möglichst große Sicherheit zu bieten, denn Trainer arbeiten größtenteils mit Unsicherheiten. Die Fülle der vermeintlich objektiven Prinzipien führt jedoch in der praktischen Anwendung zu einer Vielzahl von Problemen, denn die meisten dieser Prinzipien entstammen aus dem Leistungssport. Lauftraining besteht jedoch aus einer Vielzahl unterschiedlicher Sportler mit unterschiedlichen Zielstellungen, Voraussetzungen und Problemen. Anpassungen an eine Trainingseinheit laufen nicht immer nach demselben Schema ab! 

Training ist individuell und nicht nach Modell planbar

Während Ihr Herz-Kreislaufsystem sehr schnell regeneriert, sind Ihre Energiespeicher in den Muskeln mitunter erst nach mehreren Tagen wieder auf dem Stand von vor der Belastung. Knochen, Sehnen und Bänder benötigen mehrere Wochen, um sich anzupassen. Die verschiedenen Anpassungen auf neuronaler Ebene laufen aber nicht linear ab! Wichtig ist, dass Sie die Unberechenbarkeit von Training erkennen. So kann es bei identischen Trainingseinheiten aufgrund der jeweiligen Beanspruchung zu unterschiedlichen Trainingswirkungen bei einer Trainingsgruppe kommen. Den Anpassungen können aufgrund unterschiedlicher Regenerationszeiten komplett andere zeitliche Abläufe zugrunde liegen. Deshalb darf Ihr Trainingskonzept eben nicht allein auf der Basis von Modellvorstellungen geplant werden. Ihre persönliche Biologie und Ihre Adaptionsprozesse spielen bei der Trainingsplanung durchgängig eine wichtige Rolle. Ein offenes Trainingsverständnis, gepaart mit einigen wenigen Grundprinzipien scheint wesentlich effektiver, Ihre körperlichen Anpassungen widerzuspiegeln als die festgelegten Trainingsstrukturen der klassischen Trainingslehre.

Literatur:

1. Lange, H. (2007). Optimales Walking. Balingen: Spitta.

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