Trainingslager - Wohin fahren um was zu trainieren?

Wie finde ich das richtige Trainingslager für meine Sportart?

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Warme Inseln und Angebote für Sportreisen gibt es viele. Doch wie finde ich da ein für meine Bedürfnisse passendes Trainingslager? trainingsworlds Sportexpertin Monika Sturm-Constantin gibt hilfreiche Tipps.

Welches Ziel bezwecke ich mit dem Trainingslager?

Grundlagenausdauer, Wettkampfvorbereitung oder das Erlernen einer neuen Sportart?

Für Grundlagenausdauer Rad empfiehlt sich z.B. Mallorca, da gibt es alles, was das Radlerherz begehrt. Mallorqinisch-flach, wellig, oder ab in die Berge. Je nachdem wie man das Training gestaltet, ist der Nutzwert sehr hoch.

Für Wettkampfvorbereitung ist Teneriffa eine gute Wahl, knackige und kurze Einheiten können dort sehr gut realisiert werden.

Um eine neue Disziplin besser zu trainieren eignet sich jedes dafür geeignete Ziel, Laufen kann man überall, Schwimmen im Prinzip auch.

Diese Frage sollte im Vorfeld beantwortet werden, nur dann kann ich ein optimales Training – oder Trainingslager konzipieren

 

Welche Sportart(en) genau möchte ich im Trainingslager trainieren?

Schwimmen, Rad, Laufen, Triathlon?

 

Reine Schwimm-Trainingslager

Schwimmen kann man zu jeder Jahreszeit, im Winter im Hallenbad und im Sommer in den Freibädern, Seen und im Meer. Ein reines Schwimm-Trainingslager ist also jahreszeitenunabhängig möglich.

Möchte man alleine ein „Trainingslager“ in einem Hallenbad absolvieren, empfiehlt es sich, sich vorher über vorhandene Trainingszeiten im Schwimmbad zu erkundigen.

Anbieter für Trainingslager im In- und Ausland findet man viele, die Auswahl fällt da schwer. Man sollte sich überlegen, was das Ziel sein soll und danach die Wahl treffen.

Für Triathleten gibt es mittlerweile eine große Auswahl an Anbietern. Vom „Kraulkurs für Anfänger“ über „Techniktraining“ bis zu „Freiwasserschwimmen“ findet sich für jeden der passende Kurs. Triathleten oft im Frühjahr ihre Trainingslager, da sollte man sich die Frage stellen, ob man im Frühjahr auch das Schwimmen angehen möchte, oder dafür lieber einen späteren Zeitpunkt im Jahr (z.B. den Herbst wählt).

In vielen Orten, die von Triathleten „heimgesucht“ werden, findet man mittlerweile sehr gute Pools, in denen ein Bahnentraining (auch alleine) gut möglich ist (zum Beispiel in Alcúdia auf Mallorca, in vielen Triathlon Camps auf Mallorca, im T3 auf Teneriffa).

Für Masterschwimmer finde ich besonders die DSV Lehrgänge empfehlenswert, da sie für Masters ausgerichtet sind, die noch aktive an Schwimmwettkämpfen teilnehmen. Die Trainer sind qualifiziert und gehen auf die Bedürfnisse der Masters ein. Das Rahmenprogramm der Lehrgänge ist ebenso sehr nett. Die Lehrgänge werden meist 3-4 Mal im Jahr angeboten.

 

Radziele - Radtrainingscamps

Für Radfahrer gibt es viele Möglichkeiten, um in angenehmer Atmosphäre trainieren zu können. Der Klassiker ist Mallorca, es gibt aber noch viele andere „Reviere“, wie zum Beispiel Teneriffa, Fuerteventura, Portugal, Andalusien, Zypern, Kreta oder Sizilien.

Je nach dem, welches Trainingsziel man verfolgt, sollte man sich entscheiden, welche Topografie sich am besten zum eignet.

Radcamps gibt es fast überall im Mittelmeer und auf den Kanaren, oft findet man in den gleichen Orten/Regionen auch Triathloncamps.

Die meisten Radfahrer fahren immer zur gleichen Zeit an den gleichen Ort ins gleiche Hotel und fahren dann die gleichen Routen „wie immer“. Frei nach dem Motto: Da waren wir schon immer, da kennen wir uns aus. Je nachdem, welche Ziele man verfolgt, kann das ein guter Weg sein – aber wer nicht variiert – verliert! Also ab und zu auch mal woanders hinfahren, etwas Neues ausprobieren tut gut!

Radfahrer sind oft sehr kostensensibel und schauen sehr auf die Preise, sowohl bei den Flügen als auch bei den Hotels. Das Angebot wird dadurch kleiner.

Triathleten geben oft mehr Geld für Trainingslager aus und sind offener für neue Ziele und Ideen.

 

Laufen - Laufcamps

Gibt es meist an den gleichen Orten wie Lauf- oder Triathloncamps. Aber es gibt auch in Deutschland viele Anbieter, die auch Mini-Camps mit Lauf ABC, Koppeltraining und Laufanalyse anbieten. Wenn man ein reines Laufcamp sucht, ist die Auswahl im In- und Ausland recht vielfältig. Es gibt sowohl für Laufanfänger als auch für „Profis“ viele gute Angebote.

Auch hier ist wichtig vorher zu überlegen, was genau das Ziel des Camps sein soll. Danach kann man dann die Lage, topografischen Eigenschaften passend dazu auswählen, um den optimalen Erfolg mit dem Training vor Ort zu erzielen.

 

Was für ein Wetter möchte ich? Sonne, Wind – oder ist es mir egal?

Wenn die Sonne hier nicht scheint, dann reisen wir ihr einfach hinterher. Doch wo ist Sonne? Bei dieser Frage sollte man sich genau informieren wie das Wetter vor Ort sein kann. und auch bei Vereinskollegen nach Erfahrungen fragen. Leider ist weder das Wetter, noch die Wetterlagen so, wie es mal war, deshalb kann es durchaus auch anders sein, als üblich. In diesem Fall sollte man flexibel reagieren und vor Ort das Training umgestalten. Bei zu viel Wind beispielsweise Schwimmen oder Laufen gehen oder Gymnastik machen und sich auf jeden Fall die Laune nicht verderben lassen

 

Bin ich alleine, reise ich mit der Familie oder Trainingskollegen?

Je nach dem, mit wie vielen Personen an reist, sucht man am besten die Unterkunft so aus, damit sich am Ende alle wohlfühlen. Es kann ein Hotel oder eine Ferienwohnung oder auch ein großes Ferienhaus sein. Auch sollten Trainingszeiten und Umfänge vorher besprochen werden, damit keiner unter falschen Voraussetzungen anreist. Auch die Art der Verpflegung sowie Infrastruktur sollte für alle Teilnehmer passen.

 

Habe ich einen Trainingsplan? Möchte ich „organisierte“ Angebote nutzen?

Viele Hotels oder Veranstalter bieten z.B. Radpakete oder Laufrunden für ihre Gäste an. Je nachdem wie die Leistungsgruppen zusammengestellt sind, kann es sinnvoll sein, sich anzuschließen. Wenn man alleine unterwegs ist, lernt man so schnell Leute kennen.

Wenn man als größere Gruppe unterwegs ist organisiert man sich am besten selbst, es sei denn das Leistungsniveau ist zu unterschiedlich. In diesem Fall sollte es Untergruppen geben, damit keiner über- oder unterfordert ist.

Wenn man einen eigenen Plan hat, sollte man sich vor Ort noch schöne Routen oder Wege zeigen lassen.

 

Wie viel Zeit habe ich zur Verfügung?

Wie lange sollte ein Trainingslager sein? Das kommt wirklich darauf an, wie viel Zeit man erübrigen kann. Empfehlenswert ist meiner Meinung nach die Spanne von 10 bis 14 Tagen. Man braucht bekanntlich ein bis zwei Tage bis man „im Urlaub angekommen“ ist und dann kann man in Ruhe trainieren und auch die Ruhetage einhalten.

 

Was habe ich für Kosten?

Das hängt von vielen Faktoren ab: Welches Reiseziel suche ich, wie lange und welche Annehmlichkeiten vor Ort nehme ich noch wahr. Radtransport kann teuer werden, viele Airlines ziehen gerade die Preise für den Radtransport an.

Vor Ort kann man überlegen, ob man einen Mietwagen buchen möchte. Oder wenn ein Ausflug in die Umgebung oder Hauptstadt geplant ist, falls man dem „Lagerkoller“ entfliehen möchte.

 

Welche Anreise ziehe ich vor?

Auto, Flugzeug oder Bahn, hängt natürlich vom Reiseziel ab. Fernziele sind in der Regel nur per Flugzeug zu erreichen, da lohnt es sich frühzeitig zu buchen!

 

Termin: Einen perfekten Termin für ein Trainingslager gibt es nicht!

Vorbereitung und Inhalte des Camps hängen davon ab, wann der Saisonhöhepunkt geplant ist und in welcher Phase der Vorbereitung man sich also zum Zeitpunkt der Reise befinden. Liegt das Highlight im Juli oder August, müsste der Schwerpunkte der Grundlagenarbeit in den März oder frühen April liegen. Wenn allerdings bereits früh ein Wettkampf ansteht - zum Beispiel Ende Mai dann müssten zur gleichen Zeit schon an Tempo und Kraftausdauer gefeilt werden.

Es kommt auch darauf an, wie viel Trainingskilometer man schon hat (Trainingsalter), bevor man in ein Trainingslager fährt. Danach richtet sich der Zeitpunkt, Inhalt und die Dauer des Trainingslagers.

 

Monika Sturm-Constantin

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