Tennistechnik

Tennistraining: Warum man die Schlagart Lob in sein Techniktraining aufnehmen sollte

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Wenn Sie den Lob gut trainieren, kann er Ihnen als Slice und als Topspin nutzen

Obwohl die Bedeutung der Schlagart Lob in den letzten Jahren abgenommen hat, sollte man diesen sowohl als Topspin als auch als Slice in sein Tennis-Techniktraining aufnehmen. Erfahren Sie hier alles über die Vorteile des Lob und sehen Sie Beispiele, wie man ihn trainieren kann.

Die Bedeutung des Lobs im Tennissport ist zweifellos in den letzten Jahren geringer geworden. Das liegt hauptsächlich daran, dass es heutzutage kaum noch Offensivspieler gibt, die häufig nach vorne gehen und ihren Punkt am Netz abschließen. Demzufolge tritt der Lob immer seltener auf, da er im Grunde genommen nur dann gespielt wird, wenn der Gegner nach vorne rückt. Trotzdem ist es ratsam, diesen Schlag in sein Repertoire aufzunehmen und entsprechend zu trainieren.

Grundsätzlich gibt es beim Lob 2 verschiedene Varianten der Ausführung – den Topspin Lob und den Slice Lob.

 

Topspin Lob

Der Topspin Lob ist ein hoher Ball mit viel Vorwärtsdrall, der sich im besten Fall steil hinter den am Netz stehenden Spieler ins Feld senkt. Dieser Schlag ist jedoch relativ anspruchsvoll und sollte regelmäßig geübt werden, um ein Gefühl für Länge, Drall und Tempo zu entwickeln zu können.

Genau das ist die Problematik des Schlags. Sind Tempo, Drall und Länge nicht richtig dosiert, segelt der Ball entweder viel zu weit ins Aus, oder der Netzspieler hat bei einem zu kurzen Lob leichtes Spiel, den Punkt am Netz abzuschließen.

Beherrscht man den Topspin Lob aber, sollte man ihn auch oft einsetzen, da er so gut wie immer zu einem direkten Punkt führt, wenn er richtig gespielt wird. Springt der Ball einmal hinter dem Gegner auf, hat dieser kaum noch eine Chance den Ball zu erreichen. Außerdem hat man die Möglichkeit diesen Schlag verdeckt auszuführen, d. h. der Gegner am Netz sieht nicht sofort, dass jetzt ein Lob gespielt wird. Besonders wirkungsvoll ist der Topspin Lob, wenn der Gegner sehr dicht am Netz steht.

 

Slice Lob

Der Slice Lob ist hingegen ein eher langsamer Ball, der mit Unterschnitt wahlweise etwas flacher oder sehr hoch ins gegnerische Feld gespielt werden kann. Von der Ausführung her ist es der einfachere und sicherere Schlag, jedoch führt er nicht so häufig zum Punktgewinn, da der Spieler am Netz fast immer die Möglichkeit hat, den Ball zu erlaufen und wieder zurück in den Ballwechsel zu kommen. Außerdem kann dieser Schlag nicht verdeckt gespielt werden, sodass der Gegner sich frühzeitig auf einen möglichen Lob einstellen kann. Trotzdem ist es eine exzellente Variante aus der Bedrängnis Zeit zu gewinnen.

 

Warum den Lob trainieren?

Beide Varianten sollten im Techniktraining berücksichtigt und geübt werden. Die Voraussetzung beim Topspin Lob ist, dass man den Topspin-Grundschlag auf Vorhand und Rückhand beherrscht. Besonders im Amateurbereich kann der Lob sehr wirkungsvoll eingesetzt werden. Viele Spieler in unteren Klassen haben große Schwierigkeiten mit dem Schmetterball und verschlagen diesen häufig. Das sollte man unbedingt ausnutzen und in Bedrängnis grundsätzlich einen Lob spielen. So bringt man seinen Gegenspieler oft in Verlegenheit. Sehr wirkungsvoll ist der Lob über die Rückhandseite des Gegners. Der Rückhand-Smash ist einer der schwierigsten Schläge im Tennis und führt selbst auf hohem Niveau selten zum Punktgewinn.

Sollte ein Gegner vor einem stehen, der stark von der Grundlinie spielt und man schnell merkt, dass man von hinten wenig Chancen hat, bietet es sich an, den Kontrahenten hin und wieder mit einem kurzen Ball ans Netz zu locken. Meistens fühlen sich die Grundlinienspieler vorne nicht wohl und haben große Probleme mit Volleys und Überkopfbällen. Das sollte man unbedingt ausnutzen.

Desweiteren kann der Lob nicht nur defensiv eingesetzt werden. Im Doppel hat man die Möglichkeit ihn als Angriffsball zu spielen, wenn beide gegnerischen Spieler ans Netz vorgerückt sind. Hier ist er häufig sogar die einfachere Variante, da es äußerst schwierig ist, zwei Spieler am Netz zu passieren. Im Einzel ist der Lob jedoch nach wie vor ein reiner Defensivschlag.

 

Beispiele, um den Lob zu trainieren

1. Es wird ein Seil 2-3 Meter über das Netz gespannt. Die Übenden sollen versuchen, den Ball von der Grundlinie über die Schnur lang ins gegnerische Feld zu spielen.

2. Spieler A greift mit einem Angriffsball an, Spieler B versucht einen Lob über Spieler A zu spielen. Ist der Angriffsball ein Topspin, soll auch möglichst mit einem Topspin Lob geantwortet werden. Greift Spieler A mit einem Slice an, ist es einfacher einen Slice Lob zurückzuspielen. Der Topspin Lob nach einem Slice Angriffsball ist sehr schwierig, da man kaum unter den Ball kommt.

 

Um den Schlag erfolgreich auszuführen, ist es ratsam, nicht nur auf den Spieler am Netz zu achten, sondern eine Zone kurz vor der Grundlinie anzuvisieren und diese zu treffen.

 

Philipp Osburg

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