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Tennis Techniktraining: Der Slice-Aufschlag (Teil 3)

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Der Slice Aufschlag im Tennis - Für welche Spieler taugt er, wie spiele ich ihn und iwe sieht ein Techniktraining aus?

Der 3. Teil unserer Serie über verschiedene Formen des Aufschlags im Tennis widmet sich dem Slice Aufschlag. Erfahren Sie, für welche Tennisspieler dieser Aufschlag besonders Sinn macht und wie man ihn trainiert.

Der Slice-Aufschlag im Tennisspiel

Der Slice-Aufschlag ist vor allem auf schnellen Belägen sehr unangenehm für den Returnspieler. Da in Deutschland Tennis fast ausnahmslos auf Sandplätzen gespielt wird, hat der Slice nicht die große Bedeutung wie der Kick-Aufschlag. Allerdings sollte der Slice vor allem in der Wintersaison, wo häufig auf Teppich gespielt wird, oft den Weg in den Trainingsplan finden.

Beim Slice wird der Ball nicht direkt über den Kopf geworfen sondern etwas rechts versetzt. Dem Ball wird dabei viel Seitwärtsrotation mitgegeben, indem er nicht direkt im Zentrum getroffen wird. Als Rechtshänder soll quasi bewusst rechts am Ball vorbeigeschlagen werden.

Die Vorteile des Slice kommen vor allem auf den schnellen Belägen zum Vorschein. Der Ball hat keinen natürlichen Absprung sondern rutscht durch die Seitwärtsrotation nach dem Aufprall weg. So kommt der returnierende Spieler viel schlechter unter den Ball, der sich zudem nach dem Aufkommen von ihm weg dreht. Von der Einstandseite kann somit der Gegner hervorragend aus dem Feld getrieben und somit die Rückhandseite weit geöffnet werden. Von der Vorteil-Seite dreht sich der Ball Richtung Mitte. Der positive Effekt ist, dass dem Returnspieler wenig Winkel gegeben wird, mit dem man selbst aus dem Feld getrieben werden könnte.

Für Spieler, die gern Serve-and-Volley (Serve and Volley - So verbessern Sie Ihr Spiel) praktizieren, ist dies sicherlich eine wirkungsvolle Aufschlagvariante, da ein Passierball aus der Feldmitte oft schwerer ist als aus einer Ecke. Eine weitere Möglichkeit, den Slice einzusetzen, bieten Gegner mit einem extremen Vorhandgriff. Da diese Spieler besonders bei flach abspringenden Bällen Probleme haben, kann man ihnen mit dem Slice häufig weh tun. Durch die ungünstige Griffhaltung kommen sie viel schwieriger unter den Ball und sind so anfällig für ungenaue Schläge und Rahmentreffer.

Wenn der Slice jedoch nicht gut beherrscht wird, ist er häufig viel zu harmlos. Wenn er nicht nah an die Linien gespielt wird, hat der Returnierende kaum Probleme den Ball druckvoll zurückzuspielen. Hinzu kommt, dass der Ball beim Slice auf die in der Regel stärkere Vorhandseite des Gegners gespielt wird.

 

Trainingsbeispiel für den Slice-Aufschlag

Es werden im Techniktraining Zielfelder im Aufschlagfeld markiert. Auf der Einstandseite befindet sich ein schmaler Streifen nahe der Einzelauslinie, auf der Vorteilseite nah an der mittleren Aufschlaglinie. Wichtig ist, dass die Zielfelder wirklich nah an der Linie platziert werden, da der Slice nur dann effektiv ist, wenn er sehr genau gespielt wird. Zusätzlich soll darauf geachtet werden, dass der Ball mit viel Seitwärtsrotation vom Gegner weg springt. Bei den Vorgaben der Trefferzahlen kann der Trainer je nach Spielstärke variieren. Zusätzlich können kleine Wettbewerbe durchgeführt werden:

- Wer schafft die meisten Treffer bei zehn Versuchen?

- Wer schafft die meisten Treffer hintereinander?

- Bei jedem Treffer müssen die anderen 10 Liegestütz machen.

- etc.

 

Fazit

Wenn der Slice-Aufschlag richtig gespielt wird, kann er äußerst unangenehm für den Returnspieler sein. Gerade auf schnellen Belägen oder gegen Spieler mit extremem Vorhandgriff kann er durch seinen flachen Absprung häufig eingesetzt werden. Auf den weit verbreiteten Sandplätzen in den deutschen Vereinen hat er allerdings nicht die große Bedeutung. Hier kann der Slice hin und wieder als Überraschung gespielt werden, man sollte jedoch mehrheitlich den Kick-Aufschlag einsetzen. Denn wenn der Slice nicht präzise genug gespielt wird, kann der Returnspieler sofort Druck mit seiner Vorhand machen.

 

Philipp Osburg

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