Tennis Techniktraining

Tennis Techniktraining: Der Schlag Rückhand Slice

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Beim Tennis Techniktraining sollte der Rückhand Slice geübt werden

Das moderne Tennis hat sich in den letzten 10-15 Jahren immer weiter vom Netz zur Grundlinie entwickelt. Dadurch sieht man heutzutage häufig eintönige Topspin Grundlinienduelle. Der Rückhand Slice wir hier zur nützlichen Waffe.

Vor allem im Damentennis ist dies oft zu beobachten. Teilweise sind junge ambitionierte Tennisspieler/innen nicht in der Lage einen sauberen Rückhand Slice oder Rückhandvolley (dessen Bewegungsablauf dem Slice sehr nahe kommt) zu praktizieren.

Selbst in der Weltspitze sind im Damentennis Netzangriffe, Stops oder Slice Bälle eher eine Seltenheit. Justine Henin, die letzte Spielerin, die das komplette Repertoire auf der Rückhand wirklich beherrschte, hat das Damentennis über Jahre lang hinweg dominiert und konnte immer wieder mit ihrem variablen Spiel ihre Gegnerinnen in Schach halten.

Die große Bedeutung des Topspins führte dazu, dass viele Jugendspieler und junge Erwachsene das Tennisspiel mit extremeren Griffhaltungen erlernten als es noch vor 15 oder 20 Jahren der Fall war. Semi-Western oder Western Griffe auf der Vorhandseite sind nichts Ungewöhnliches mehr. Dem Ball kann so mehr Vorwärtsrotation gegeben werden und bei normal- oder hochabspringenden Bällen ist man dadurch in der Lage seinen Gegner enorm unter Druck zu setzen. Bei flacher abspringenden Bällen steht man allerdings wegen der ungünstigen Griffhaltung oftmals vor großen Problemen. Wenn die Beinarbeit nicht entsprechend angepasst wird, ist es sehr viel schwieriger den Ball im Sweet Spot des Schlägers zu treffen. Dementsprechend leidet die Kontrolle der Schläge und die Anzahl der „misshits“ und der sogenannten „unforced errors“ wird ungleich höher sein. Hat man es also mit einem Gegner zu tun, der mit einem extremen Vorhandgriff spielt, sollte man hin und wieder bewusst einen flachen Slice auf die Vorhand des Gegners spielen. Dieser wird für den Kontrahenten äußerst unangenehm zu spielen sein und früher oder später zu unsauberen Schlägen oder sogar direkten Fehlern führen.

Neben den allgemein bekannten Einsatzmöglichkeiten des Rückhandslice aus der Defensive, kann dieser Schlag auch in anderen Situationen sehr wirkungsvoll und unangenehm für den Gegenspieler verwendet werden. Der Slice ist nicht nur hervorragend geeignet um den Rhythmus des Gegners zu brechen, sondern auch als Angriffsschlag bietet er eine exzellente Alternative. Die flacher abspringenden Bälle sind oft wesentlich schwieriger als Passierball oder Lob zu spielen als gewöhnliche Topspin Angriffsbälle. Bedingung ist wie bei allen anderen Angriffsbällen, dass der Ball lang genug an die Grundlinie gespielt wird.

Ein weiterer Vorteil von Spielern mit einem guten Slice ist die Fähigkeit Stoppbälle und defensive Lobs verdeckt zu spielen, d.h. der Gegner sieht nicht sofort welchen Schlag man als nächstes ausführen wird, da kein Griffwechsel notwendig ist.

Dies sind nur einige Beispiele warum es wichtig ist diesen Schlag zu trainieren. Leider ist nicht abzustreiten, dass viele Trainer die Bedeutung dieses Schlags verkennen und dieser im Tennistraining nicht die Aufmerksamkeit erhält, die er verdient. Besonders auf Amateurniveau kann man durch einen guten Slice seinem Spiel eine Waffe hinzufügen, die viele Gegner nicht besitzen. Beherrscht man diese Variante, verschafft man sich in der Regel einen Vorteil gegenüber dem Spieler, der diesen nicht einsetzt. Häufig ist zu erkennen, dass Spieler, die diesen Schlag selber nicht trainieren und einsetzen auch große Probleme haben damit umzugehen.

Der Rückhand Slice stellt somit eine Variante dar, die in allen Spielklassen das Tennisspiel sinnvoll ergänzt und denjenigen, der diesen regelmäßig trainiert zu einem erfolgreicheren Spieler machen wird. Die Voraussetzung, damit der Slice das Tennisspiel bereichert ist jedoch, dass man ihn clever und im richtigen Moment spielt. Auf keinen Fall sollte der Slice den Topspin als Hauptschlag verdrängen und zu oft angewandt werden, sondern dem Gegner gelegentlich gezielt das Leben schwer machen.

 

Philipp Osburg

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