Tennis

Der geblockte Return speziell für Hallentennis

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So trainieren Sie den geblockten Return für den Hallentennis

Dem Return-Spiel kommt in der Halle eine besondere Rolle zuteil: Der Return-Spieler hat eine stark verkürzte Reaktionszeit, was es in vielen Fällen unmöglich macht, eine normale Ausholbewegung durchzuführen. Einzige Möglichkeit hierbei ist es, den Aufschlag zu blocken.

Sobald es von der Freiluftsaison in die Halle geht, ändert sich nicht nur der Bodenbelag sondern auch die Spielweise. (Umstellung von Sandplatztennis auf Hallentennis) Besonders auf schnellen Teppichböden werden von den Spielern ganz andere Spieleigenschaften verlangt als es auf einem verhältnismäßig langsamen Sandplatz der Fall ist.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass der Ball in der Halle wesentlich schneller und flacher wegspringt als auf einem Sandplatz. Natürlich gibt es verschiedene Hallenbodenbeläge, aber es existieren mehr schnelle Hallenböden als langsame. Ein starker Hallenspieler zeichnet sich oftmals durch einen starken Aufschlag aus. Warum? Weil es äußerst schwer ist, einen starken Aufschläger in der Halle zu returnieren. Der Return-Spieler ist hierbei gezwungen, besonders bei ersten Aufschlägen auf den geblockten Return zurückzugreifen. Grund dafür ist, dass der Hallenboden nur eine geringe Reaktionszeit zulässt, so dass kaum Zeit für eine vollständige Ausholbewegung gegeben ist.

 

Passive Sicherheit oder volles Risiko – jeder Spieler hat die Wahl

Für das Return-Spiel in der Halle gibt es 2 Möglichkeiten: Entweder Sie versuchen einen durchgeschwungenen Return oder Sie blocken den gegnerischen Aufschlag. Voraussetzung dafür ist natürlich ein starker gegnerischer Aufschlag.

Wenn Sie sich für einen durchgeschwungenen Return entscheiden, ist das Risiko extrem hoch. Der Return wird schwer zu kontrollieren sein, jedoch machen Sie es Ihrem Gegner ebenfalls sehr schwer, wenn Sie seinen Aufschlag auf diese Weise returnieren. Gelingt es Ihnen, den Ball auch noch zu setzen, so können Sie sich oftmals über einen Return-Winner freuen.

Viele Spieler ziehen jedoch den Faktor „Sicherheit“ vor. „Irgendwie den Aufschlag returnieren und dann schauen, dass ich in den Ballwechsel reinkomme“, lautet in vielen Fällen die Devise. Vom Prinzip her ist diese Vorgehensweise auch nicht verkehrt. Der geblockte Return gibt Ihnen überwiegend die Möglichkeit, in den Ballwechsel hineinzukommen, jedoch sind Sie dann derjenige, der reagiert und nicht agiert. Ein Block ist immer passiv: Sie nehmen Geschwindigkeit heraus und returnieren ohne den extrem gefährlichen Vorwärtsdrall.

Sie haben bei einem geblockten Return 2 Möglichkeiten. Zum einen können Sie mit dem Mittelgriff blocken, der Griff, den Sie auch beim Volley praktizieren. Eine andere, aggressivere Möglichkeit ist der Block mit Ihrem normalen Vor- und Rückhandgriff. Hierbei verzichten Sie auf die Schleife bei der Ausholbewegung und brechen den Schlag unmittelbar nach dem Treffpunkt wieder ab. Sie führen den Schläger also nicht über die Schulter hinweg.

 

So trainieren Sie den geblockten Return mit Mittelgriff

Es gibt keine spezielle Trainingsform, um den geblockten Return zu trainieren. Dieses geht nur über das Training des Return-Spiels. Lassen Sie Ihren Trainingspartner durchgehend aufschlagen, so dass Sie sich voll und ganz auf den Return konzentrieren können. Legen Sie sich ungefähr 2 Meter vor die Grundlinie der generischen Seite Markierungen und ziehen Sie eine Linie. Versuchen Sie, jeden Return in das Zielfeld zwischen den Markierungen und der Grundlinie zu spielen. Eine gute Länge des Returns ist entscheidend für die weitere Gestaltung des Ballwechsels. Je kürzer Sie geblockt returnieren, desto einfacher ist es für den Gegner, einen Winner zu schlagen. Achten Sie bei einem Block mit dem Mittelgriff darauf, dass Sie den gegnerischen Aufschlag flach returnieren. Versuchen Sie die Schlagfläche des Schlägers nicht zu öffnen, so dass die Flugkurve des Balles nach oben geht. Idealerweise ist die Schlagfläche parallel zum Netz. Wie zuvor schon gesagt, ist die Länge Ihres Returns von entscheidender Bedeutung. Achten Sie darauf, dass der Schwerpunkt vor dem Körper ist. Je später Sie den Ball treffen, desto kürzer wird dieser.

 

Der geblockte Return mit normalem Vor- und Rückhandgriff

Besonders erfahrene Spieler blocken starke Aufschläge mit Ihrem normalen Vor- und Rückhandgriff. Diese Art des geblockten Returns ist wesentlich aggressiver und offensiver, aber auch technisch anspruchsvoller.

Auch hier ist die beste und effektivste Übungsform, den Trainingspartner durchgehend aufschlagen zu lassen. Achten Sie darauf, bei dieser Art des Returns keine richtige Ausholbewegung durchzuführen. Eine runde Ausholbewegung kostet Zeit, welche Sie in der Halle nicht haben. Führen Sie den Schläger lediglich kurz nach hinten, damit Sie die Schlagfläche für den Block öffnen. Sobald Sie den Ball getroffen haben, wird die Schlagbewegung nur noch minimal weitergeführt, jedoch wird der Schläger keinesfalls über die Schulter ausgeschwungen. Machen Sie Ihre normale Topspin-Bewegung, aber nur in abgespeckter Form. Sie können so ungefähr 80 % der Aufschlag-Geschwindigkeit mitnehmen. Achten Sie auch hier darauf, den Ball vor dem Körper zu treffen. Besonders wenn Sie nur kurz über den Ball drüberwischen, ist ein idealer Treffpunkt unbedingt notwendig, ansonsten ist der Ball nicht mehr zu kontrollieren. Hier müssen Sie durch intensives und langfristiges Training ein Timing entwickeln, dass Ihnen garantiert, die kurze Ausholbewegung so zu koordinieren, dass der Treffpunkt vorne ist.

 

Fazit

In der Halle wird zwangsläufig auf den geblockten Return zurückgegriffen, da die Reaktionszeit oftmals zu kurz ist, um eine vollständige Ausholbewegung durchzuführen. Erfahrenere Spieler führen diesen Block mit dem gewöhnlichen Vor- und Rückhandgriff aus. Für unerfahrenere Spieler empfiehlt sich ein Return-Block mit dem Mittelgriff. So kann auf Sicherheit returniert werden, so dass man als Return-Spieler in den Ballwechsel hineinkommt. Bei beiden Arten des Block-Returns ist die Länge des Schlages entscheidend. Der Return sollte ungefähr 1 Meter vor die gegnerische Grundlinie gespielt werden.

 

Markus Czerner

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