Olympia 2016 in Rio: Beachvolleyball

Techniktraining Beachvolleyball: Grundtechnik I – Das Pritschen

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Pritschen im Beachvolleyball-Techniktraining: So funktioniert's!

Die olympischen Sommerspiele 2016 in Rio sind in vollem Gange! Und mit ihnen eine der spektakulärsten Disziplinen, nämlich das Beachvolleyball. Erfahren Sie hier mehr zum Training der Profis. Grundtechnik eins: Das Pritschen. Pritschen ist eine Technik in Volleyball und Beachvolleyball und ermöglicht präzises Zuspielen und Passen.

Die genauen Regeln, die Ausführung und Übungen für das Techniktraining erklärt Lea Becker in diesem Artikel für Strand und Halle.

Das Pritschen ist das genaueste Zuspiel. Beim Beachvolleyball wird das obere Zuspiel beim 2. Ballkontakt eingesetzt, um einen präzisen Pass für den Angreifer zu spielen. Bei der Annahme und Abwehr ist das Pritschen nicht erlaubt und auch der Angriff im oberen Zuspiel ist regelwidrig, solange er nicht senkrecht zur Schulterachse durchgeführt wird. Das Erlernen dieser Grundtechnik bietet viele Trainingsmöglichkeiten von Einzelübungen bis zu ersten spielnahen Übungen.

 

Die Technik des Pritschens

Beim Pritschen ist ein sicherer, fester Stand wichtig. Dieser wird über eine schulterbreite Schrittstellung erreicht. Die Hände befinden sich über dem Kopf vor der Stirn in einer schalenförmigen Haltung. Hierfür bilden die Daumen und Zeigefinger ein Dreieck, jedoch ohne sich zu berühren. Die Daumen zeigen zum Gesicht. Wenn der Ball die Hände erreicht, werden Knie und Arme gebeugt. Dies führt zu einer Senkung des Körperschwerpunktes. Die Handgelenke geben in der Bewegung etwas nach, sodass der Ball elastisch gebremst wird. Durch eine Ganzkörperstreckung wird der Ball wieder beschleunigt und erhält so seine Flugrichtung. Gespielt wird der Ball mit den Fingerkuppen. Viele Beachvolleyballer lassen den Ball etwas tiefer fallen, um eine bessere Kontrolle über den Ball zu bekommen. Dies führt zu einer längeren Kontaktzeit zwischen Ball und Hand im Vergleich zum Hallenvolleyball.

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Erste Trainingsmöglichkeiten

Das Pritschen lässt sich am Anfang auch ohne Partner trainieren. Zum einen kann der Spieler sich den Ball selber hochspielen, wobei die Höhe variiert werden kann. Zum anderen kann der Sportler den Ball gegen eine Wand spielen. Hierbei kann die Entfernung zur Wand und die Geschwindigkeit, mit der der Ball gespielt wird, verändert werden. Der Schwierigkeitsgrad erhöht sich, wenn man die Fläche, die getroffen werden soll, eingrenzt. Der Spieler sollte sich bei diesen Übungen möglichst wenig bewegen. Je mehr er sich bewegen muss, um den (abgeprallten) Ball erneut zu pritschen, desto ungenauer war der gespielte Ball. Kann er also von ein und demselben Punkt aus hintereinander die Bälle spielen, deutet dies auf ein präzises Zuspiel hin.

Natürlich macht das Ganze alleine nicht so viel Spaß, deshalb sollte möglichst schnell mit einem Partner trainiert werden. Dieser kann den Ball zunächst zu dem Zuspieler werfen, der ihn zum Werfer zurück pritschen muss. Durch die Art des Anwurfs – hoch oder flach, schnell oder langsam – kann die Schwierigkeit gut variiert werden. Auch durch die Entfernung der beiden Spieler zueinander kann die Schwierigkeit verändert werden, denn ein kurzer Pass ist leichter zu spielen als ein langer. Da beim Beachvolleyball beide Spieler als Zuspieler agieren müssen, pritscht als nächstes auch der Werfer die Bälle.

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Ab ans Netz!

Beherrschen beide Spieler das obere Zuspiel, kann das Pritschen im Techniktraining spielnah trainiert werden. Dazu stellt sich ein Spieler ans Netz. Der andere Spieler steht im Feld und wirft oder pritscht dem Zuspieler Bälle zu. Dieser muss unterschiedliche Pässe – kurz oder lang, hoch oder flach – für den Angreifer spielen. Der Werfer fängt entweder denn Pass oder greift ihn direkt an. Für diese Übung sollten viele Bälle zur Verfügung stehen, damit der Zuspieler eine hohe Frequenz erreicht. Die Spieler wechseln nach 6-10 Bällen die Funktion.

Anschließend kann die Übung variiert werden, indem der erste Ball nicht direkt auf den Zuspieler am Netz gespielt wird, sonder ungenau, damit dieser sich zum Ball bewegen muss. Es ist auch möglich, dass der Zuspieler auf Höhe des Angreifers steht und erst mit dem Anwurf zum Netz läuft.

Bei diesen Übungen wird neben dem Zuspiel auch gleich der Angriff mit trainiert. Desweiteren kann die Annahme mit eingebunden werden, wenn ein 3. Spieler auf einen Spieler aufschlägt. Während dieser den Ball annimmt, läuft der Zuspieler zum Netz und spielt einen Pass im oberen Zuspiel. Der annehmenden Spieler greift diesen dann an.

Hier kommen Sie zum dritten Teil unserer Beachvolleyball-Technikserie:

Techniktraining Beachvolleyball: Grundtechnik III – Der Schlag (Teil 1)

Techniktraining Beachvolleyball: Grundtechnik III – Der Schlag (Teil II) 

Lea Becker

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