Grundlagenwissen

Volleyball: Spielsysteme im unteren Leistungsbereich

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Im Volleyball sind verschiedene taktische Aufstellungen und Spielsysteme möglich.

Beim Volleyball stehen 6 Spieler pro Mannschaft auf dem Feld. Bis zur Ausführung des Aufschlags sind sie an ihre Positionen (I-VI) gebunden, doch danach beginnt häufig das Wechseln. Grund dafür ist das Spielsystem.

Während im Anfängerbereich des Volleyball mit vielen Spielsystem-Universalisten gespielt wird, steigt mit zunehmender Spielstärke auch der Grad der Spezialisierung.

 

Grundlagen aller Spielsysteme

Die Wahl des Spielsystems ist abhängig von den technisch und taktischen Fähigkeiten und Fertigkeiten der Spieler. Hierzu zählen aber nicht nur die Stärken, sondern auch die Schwächen. Jedes Spielsystem sollte die Stärken der Spieler hervorheben und die Schwächen der Spieler verdecken bzw. für den Gegner schwer erkennbar machen. Außerdem sind annähernd gleich starke Angriffsreihen bei allen sechs Aufstellungen das Ziel eines optimalen Spielsystems. Des Weiteren bestimmt das Spielsystem den Handlungsrahmen der Individual- und Mannschaftstaktik und ist somit verantwortlich für die Stellung, den Aufgabenbereich, die Funktion und den Handlungsrahmen jedes einzelnen Spielers.

Das Spielsystem beschreibt nur die Zusammensetzung der Mannschaft, also das Verhältnis von Zuspieler zu Angreifer bzw. den Universalisten. Jedoch gibt es keine Auskunft über die Spielweise in Annahme, Aufbau und Abwehr. So können bei jedem Spielsystem unterschiedliche Riegelformationen, Angriffs-, Block- und Feldabwehrformationen im Taktiktraining trainiert, angewendet und miteinander kombiniert werden.

Alle Spielsysteme werden jeweils in Zahlen angegeben. Die erste Zahl steht für die Anzahl der Zuspieler, die zweite für die Anzahl der Schnellangreifer/Mittelblocker und die letzte Zahl für die Anzahl der Universalisten/ Nebenangreifer.

 

Spielsystem 0:0:6

Dieses Spielsystem ist am einfachsten zu erlernen und bietet jedem Spieler eine universelle Grundausbildung. Deshalb wird es am häufigsten im Anfängerbereich eingesetzt. Alle Spieler agieren als Universalisten und müssen dementsprechend auf jeder Position spielen können. Sie sind somit gleichermaßen Annahmespieler, Zuspieler, Angreifer, Blockspieler und Feldverteidiger. Dadurch entstehen auch keine Positionswechsel. Das 0:0:6-Spielsystem ist das variabelste Spielsystem, da sowohl positions- und situationsgebunden als auch ungebunden gespielt werden kann. Außerdem können alle Formen der Riegel- und Abwehrformationen sowie des Angriffsaufbaus und der Angriffssicherung miteinander kombiniert werden. Dieses Spielsystem dient als Basis für alle folgenden Spielsysteme. (Beachvolleyball: Aufschlagtaktik)

  

Spielsystem 3:0:3

Das 3:0:3-Spielsystem ermöglicht eine erste Spezialisierung. 3 Spieler agieren als Zuspieler und 3 als Universalisten. Jeder Zuspieler wird einem Universalisten zugeordnet, sodass sich 3 Paare ergeben (Paarsystem). Somit findet ein Wechsel vom situations- und positionsgebundenen Angriffsaufbau hin zum personengebundenen Angriffsaufbau statt. Zunächst spielt jeder der 3 Zuspieler nur dann zu, wenn er auf Position II oder III ist. Bei diesem Spielsystem ist jedoch später auch die Ein- und Durchführung von Positionswechseln möglich. Dabei ist von Vorteil, dass bei diesem System zunächst nur wenige Spieler betroffen sind und die Laufwege noch relativ kurz sind. Die Positionswechsel ermöglichen es, die Spieler entsprechend ihrer Fähigkeiten auf einer festen Position optimal einzusetzen.

 

Spielsystem 2:0:4

Beim 2:0:4-Spielsystem setzt sich die Spezialisierung fort. Es gibt nur noch 2 Zuspieler und 4 Universalisten. Die beiden Zuspieler stehen sich bei der Grundaufstellung diagonal gegenüber, sodass immer ein Zuspieler am Netz ist, der zunächst als Hauptsteller agiert. Somit sind Positionswechsel jedoch zwingend erforderlich, damit der jeweilige Steller auf seine Zuspielposition (zunächst III dann II) gelangt. Später kann auch mit Hilfe des Läufersystems über den Hinterfeld-Zuspieler der Angriffsaufbau erfolgen. Dies verbessert und festigt das Spiel und auch die Angriffsmöglichkeiten und -varianten steigen. Außerdem ist bei diesem Spielsystem eine Annahme mit immer weniger Spielern möglich.

 

Spielsystem 2:2:2

Bei diesem Spielsystem gibt es weiterhin 2 Zuspieler, nun aber auch 2 Hauptangreifer/Schnellangreifer und nur noch 2 Universalisten/Nebenangreifer. Somit findet eine Spezialisierung der Spieler in Angriff und Abwehr statt. Es gibt bei allen Spielern feste Positionen im Spielaufbau und es können Varianten im Angriff gespielt werden. Dazu sind Positionswechsel unumgänglich. Außerdem ist der Einsatz des Liberos in Abwehr und Annahme möglich.

 

Lea Becker

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