Basketball Verteidigung

Basketball: Restriktionen der Mann-gegen-Mann-Verteidigung

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Welche restriktionen gibt es beim Basketball bei Verstößen in der Mann-gegen-Mann-Verteidigung? Wie lautet das Regelwerk?

Im vorangegangenen Artikel haben wir die Mann-gegen-Mann-Verteidigung taktisch betrachtet näher unter die Lupe genommen.. Im heutigen Artikel wird unser Basketball-Experte euch das Regelwerk näher bringen und die Restriktionen dieser Verteidigungsvariante erklären.

Bei der Mann-gegen-Mann-Verteidigung (auch Mann-Mann-Verteidigung) wird jedem Defensivspieler ein direkter Gegenspieler zugewiesen, der im Eins-gegen-Eins verteidigt wird. Dies sollte nicht nur so gemacht werden, es ist sogar ein Muss, das im Taktiktraining trainiert werden muss, denn im Regelwerk steht: „Jeder Verteidiger ist verpflichtet einen genau bezeichneten Gegenspieler zu fixieren und zu decken. Fixieren und Decken beinhaltet gezielte Verteidigungspositionen und –aktionen im Sieben-Meter-Bereich“.

Für den „Beobachter“ (Aktionen werten die Schiedsrichter eines Spiels), sollte deutlich zu erkennen sein, „dass der Verteidiger seinen Gegenspieler durch Blickkontakt, akustische Signale oder Handzeichen wahrnimmt. Spielt eine Mannschaft eine Verteidigung als Ganz-, Dreiviertel- oder Halbfeldpresse, dann muss dem Beobachter eine klare Mann-Mann-Zuordnung und –Zuständigkeit deutlich werden. Ansonsten drohen Restriktionen, auf die ich später eingehen werde.

 

Was reglementiert „Sieben-Meter-Bereich“?

Im Regelwerk steht das nicht explizit. Festgehalten ist dort folgendes: „Spielt eine Mannschaft eine Pressverteidigung über das ganze, dreiviertel- oder das halbe Feld, sind diese Kriterien auch außerhalb des Sieben-Meter-Bereichs einzuhalten.“ Und weiter: „Hierzu gilt folgende Regelung: Es muss immer Mann-Mann-Verteidigung gespielt werden. Sämtliche Ball-Raum- und kombinierte Verteidigungsvarianten sind auch außerhalb des Sieben-Meter-Bereichs nicht zugelassen.“

Im Prinzip gilt für jeden Verteidiger, dass dieser den Schiedsrichtern zu erkennen gibt, seinen direkten Gegenspieler im maximalen Abstand von sieben Metern zu fixieren und zu decken. Bei einer Press-Verteidigung über einen größeren Spielfeldsektor sollte für den Schiedsrichter die Absicht einer Manndeckung erkennbar sein.

Sonderregelungen, den Abstand zum Gegenspieler betreffend, finden sich im Punkt „I. Decken des Ballbesitzers“. Das Doppeln des Ballbesitzers und Helfen nach Durchbruch des Ballbesitzers ist grundsätzlich erlaubt. Demnach sind alle folgenden Verteidigungs-Rotationsmaßnahmen der anderen Verteidiger auch erlaubt (mehr dazu unter dem Punkten IV. Switchen und V Doppeln). Es muss jedoch ein deutliches und unmittelbares Wiederaufnehmen der zugeordneten Angreifer nach der Spielaktion erfolgen.“

 

Folge bei Verstößen in der Mann-Mann-Verteidigungspflicht

Die vorgeschriebene Mann-gegen-Mann-Verteidigung ist einzuhalten. Ein Verstoß wird beim nächsten toten Ball mit einer Verwarnung geahndet. Ab einem zweiten Verstoß wird das Spiel sofort durch ein Anschreiber-Signal unterbrochen und gegen das Team (die Bank) ein „Technischer Fehler“ verhängt. Dies zieht als Folge Freiwürfe für den Gegner und Ballbesitz an der Mittellinie nach sich.

 

Für unsere Leser, die es noch detaillierter wissen möchten, habe ich die verbindlichen Regelungen zur Verteidigung im Sieben-Meter-Bereich zusammengestellt:

I. Decken des Ballbesitzers

a) Der Verteidiger befindet sich unmittelbar zwischen Ballbesitzer und Korb. Er steht so nah, dass er einen Wurf stören und so weit, dass er einen Durchbruch verhindern kann. Das heißt der Maximalabstand beträgt 1 ½ Meter.

b) Erhält ein Angreifer aus einem Zuspiel den Ball, muss der Verteidiger unmittelbar seine Verteidigungsabsicht durch eine deutliche Positionsveränderung auf den Ballbesitzer hin deutlich machen.

 

II. Decken eines Gegenspielers ohne Ball

a) Der Verteidiger bewegt sich grundsätzlich so, dass er seinen Gegenspieler immer sehen oder fühlen kann. Verteidiger auf der Ballseite und der ballfernen Seite sollten so stehen, dass sie sowohl den Ballbesitzer, als auch den direkten Gegenspieler wahrnehmen können.

b) Dem Beobachter muss eine klare Mann-Mann-Zuordnung und –Zuständigkeit deutlich werden.

c) Verändert der Ball durch Dribbling oder Pass seine Position, so muss jeder Verteidiger seine Position mit dem Basketball verschieben.

d) Verändert ein Angreifer ohne Ball seine Position, muss auch sein Verteidiger seine Position mit dem Angreifer verschieben.

e) Ist kein konkretes Helfen oder Doppeln am Ball erkennbar, müssen die Verteidiger, die einen Spieler auf der ballfernen Seite decken, mindestens mit einem Fuß in der dem Ball abgewandten Seite stehen (Korb-Korb-Linie).

f) Es ist grundsätzlich untersagt einen Spieler ohne Ball zu doppeln.

 

III. Hilfen, Korbsicherung und Verteidigerrotation

a) Den Verteidigern von Spielern ohne Ball ist das Aushelfen am Ballbesitzer und die dazugehörige Korbsicherung erlaubt.

b) Aushelfen erfolgt, wenn der Verteidiger des Ballbesitzers, z. B. durch Dribbeldurchbruch oder nach Anspiel, ausgespielt wurde und nicht mehr in der Lage ist, wirkungsvoll einzugreifen.

c) Aushelfen bewirkt, dass zusätzliche Verteidiger kurzfristig ihre Position so verändern, dass sie den Korb absichern können (Verteidigungsrotation).

d) Alle Helfer und alle anderen Verteidiger müssen nach der Hilfsaktion deutlich bemüht sein, so schnell wie möglich wieder einen Angreifer aufzunehmen.

 

IV "Switchen“

a) Der Wechsel der Zuordnung von Verteidigern zu bestimmten Gegenspielern kann bei direkten und indirekten Blöcken, nach Doppeln, Helfen oder „Run & Jump“ erfolgen.

b) Bei allen „Switching“-Aktionen muss für den Beobachter ein deutliches Aufnehmen des neuen Gegenspielers in der unmittelbaren Spielaktion erkennbar sein.

 

V "Doppeln“

a) Das Doppeln des Ballbesitzers ist grundsätzlich erlaubt. Demnach sind alle folgenden Verteidigungs-Rotationsmaßnahmen der anderen Verteidiger auch erlaubt.

b) Für den Beobachter jedoch muss ein deutliches und unmittelbares Wiederaufnehmen der zugeordneten Angreifer nach der Spielaktion erfolgen.

 

Ramy Azrak

 

Quellenangabe:

http://www.basketball-bund.de, Stand der Regel: 2009

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