Basketballtraining

Sommerpause: Regeneration für die einen - Ausgleichsport für die anderen

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Die Sommerpause bietet Basketballern die Möglichkeit, Zeit mit Hobbies und Familie zu verbringen, oder einen Ausgleichssport zu betreiben.

Eine Basketball-Saison bietet kaum Zeit zur Regeneration. So sollte ein Basketballer die Sommerpause nutzen, um sich zu erholen. Doch wie ist es mit denen, die am Ende der Saison noch reichlich Energie haben? Sie können eine Ausgleichsportart ausprobieren - Ramy Azrak stellt Ihnen einige vor.

Es ist bald wieder so weit. Die Basketball-Saison nähert sich sowohl bei den Profi- als auch bei den Amateurvereinen dem Ende. Für Viele ist es eine erholsame basketballfreie Zeit, in der man auch mal abschalten und anderen Hobbys nachgehen kann. Manch einer würde aber gerne gänzlich auf die spielfreie Zeit verzichten und ohne Pause das ganze Jahr durchzocken. Viele Amateurspieler machen genau diesen Fehler, verzichten auf jede Regeneration und spielen auch in der Sommerpause intensiv Basketball und wundern sich, weshalb sie während der Saison den einen oder anderen Durchhänger haben. Basketball-Profis, insbesondere Spieler, die noch viele Playoff-Spiele bestritten haben, gehen am Ende der Saison regelgerecht am Zahnfleisch. Zu dem regenerativen Pflichtprogramm, das vom Trainerteam vorgegeben wird, gehört häufig ein Sportverbot von mindestens einer Woche. (s. unser Interview mit Marcus Lindner, Athletiktrainer der Brose Baskets Bamberg). Der Körper soll in dieser Zeit komplett runterfahren und regenerieren, um zu neuen Kräften zu gelangen. Diese Zeit ist eigentlich die schönste Zeit des Jahres, weil durch die hohe Belastung „weniger gleich mehr ist“. Ähnlich wie beim Übertraining ist jede körperliche Belastung kontraproduktiv, weil der Körper regelgerecht nach Erholung schreit. (Lesen Sie auch: So regenerieren Sie richtig)

Im Amateursport ist die körperliche Belastung einerseits deutlich geringer, andererseits sind Amateure nicht so austrainiert wie Profibasketballer und auf Regeneration wird nach Spielen häufig kaum Wert gelegt. Auf Auslaufen, Dehnen und Triggern der Muskulatur wird in den meisten Fällen verzichtet. Wer sich dementsprechend nach der Saison ausgelaugt fühlt, kann ohne ein schlechtes Gewissen 1-2 Wochen an einem schönen Sandstrand dieser Welt verbringen und mit neuer Energie zurückkehren. Sollten Sie sich am Ende der Saison jedoch nicht ausgelaugt fühlen, dann können Sie natürlich auch weiterhin aktiv sein. Im Vordergrund sollte immer der Spaßfaktor stehen. Im Folgenden ein paar Vorschläge, wie Sie Ihre Sommerpause aktiv gestalten können:

 

Aquajogging

Wer während der Saison körperliche Probleme oder Übergewicht hatte, eine längere Zeit verletzt war oder sich muskulär dauerhaft verspannt fühlt, der sollte mal Aquajogging probieren.

 

Crossfit

Es gibt kaum einen intensiveren Sport als Crossfit. Ich würde Crossfit von daher nur als zustätzliches Training zum Basketball am Ende der Vorbereitung auf die neue Saison empfehlen. Allerdings sollten Sie wissen, dass Crossfit sich auch nur für gut trainierte Amateursportler und Profis eignet, da die Verletzungsgefahr sehr groß ist. Unterschätzen Sie das nicht!

 

Fußball

Wer einfach mal Lust darauf hat, mit ein paar Freunden auf dem Bolzplatz im Sommer zu kicken, dem kann ich nur empfehlen, das zu machen. Sie werden am nächsten Tag garantiert einen Muskelkater über den ganzen Körper verspüren, weil nicht oder wenig beanspruchte Muskelpartien aktiviert werden. Gleichzeitig tun Sie sogar etwas Gutes für Ihre konditionellen Fähigkeiten. Vermeiden Sie allerdings harte Ascheplätze und hören Sie auf, wenn es beispielsweise in den Adduktoren zu zwicken beginnt.

 

Joggen

Das Laufen hilft Ihnen, eine gute Ausdauer aufzubauen. Sie sollten jedoch nicht zu früh mit intensiven Laufeinheiten beginnen. Wer neben dem Spielbetrieb regelmäßig läuft, der wird gegenüber seinem Gegenspieler Vorteile haben, allerdings ist auch Vorsicht geboten: Sie sollten unbedingt auf gutes Schuhwerk achten, sich gegebenenfalls auch im Sportgeschäft beraten lassen und das Laufen auf hartem Untergrund (z. B. Asphalt) vermeiden.

 

Schach

Dirk Nowitzki hat ein Musikinstrument erlernt und Romane lesen müssen. Sein Mentor Holger Geschwindner konnte durch diese Maßnahmen auch den Geist seines Schützlings trainieren und ihn zu einem der besten Freiwerfer der NBA machen. Auch Schach kann, meiner Meinung nach, eine ähnliche Auswirkung auf die Konzentration und Nervenstärke haben, das behaupte ich aus eigener Erfahrung als ehemaliger Vereinsspieler.

 

Schwimmen

Viele Ärzte sagen, dass regelmäßiges Schwimmen Gelenkprobleme mildert, den Bewegungsapparat durch die Auftriebskraft des Wassers schont und insgesamt ein idealer Ausdauersport ist. Viele Basketballer schaffen es zeitlich während der Saison nicht, ins Wasser einzutauchen. Dann nutzen Sie die Sommerpause und ziehen Sie regelmäßig ein paar Bahnen im Freibad. Ihr Körper wird es Ihnen danken.

 

Streetball

Wer sein Gewissen beruhigen will, der kann auf dem Freiplatz Streetball spielen. Ich empfehle, an Schwächen zu arbeiten, z. B. am Dribbling oder am Wurf. Den größten Nutzen haben Anfänger, die den Sport neu erlernt haben. Eine trainingsintensive Sommerpause hat schon häufig aus einem basketballerischen Mauerblümchen einen passablen Basketballer gezaubert.

 

Yoga

Besonders Männer haben häufig das Vorurteil gegenüber Yoga, dass es nur etwas für Frauen und Weicheicher sei. Doch immer mehr Männer gehen mittlerweile regelmäßig zum Yoga. Der älteste Basketballspieler der Beko-Basketball-Bundesliga Chris Ensminger von den Telekom Baskets Bonn konnte dank Yoga seine Karriere verlängern und auch für Dirk Nowitzki ist Yoga keine unbekannte Sportart. Yoga trainiert sowohl den Geist als auch den Körper. Es macht die Gelenke weich und verbessert die Beweglichkeit und fördert nachhaltig die Regeneration und Verletzungsprophylaxe. Probieren Sie in der Sommerpause mal eine Yoga-Einheit aus, Sie werden merken, wie anstrengend es ist.

 

Ramy Azrak 

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