Snowboard

Einstieg ins Freestyle-Fahren

+
Die besten Tipps um schnell coole Tricks mit dem Snowboard zu beherrschen.

Wenn es auf der Piste zu langweilig wird und zum Tiefschneefahren nicht genug Schnee liegt, bleibt einem nur der Weg in den Funpark. Doch bevor man einen McTwist springt, muss man viel üben. Snowboardlehrer Alex Walser aus Obertauern erklärt, wie man mit dem Freestyle-Fahren am besten beginnt.

Bei den Winter X-Games zählen Big Air, Halfpipe und Slopestyle schon lange zum Programm. Auch bei den Olympischen Spielen werden zumindest in der Halfpipe Medaillen verliehen. Alleine das Zuschauen ist schon ein Nervenkitzel, wenn die Profis sich mehrfach um sämtliche Körperachsen drehen. Aber auch die besten Freestyler haben einmal klein angefangen. Neben einer gehörigen Portion Mut brauchen Freestyler vor allem Körperbeherrschung und einen guten Orientierungssinn. Aber auch dann sollte man nicht direkt über die großen Kicker fahren. Besser ist es, mit dem Techniktraining einfacher Pistentricks anzufangen, bevor man sich in die Luft wagt.

Nur wenn man an seine Grenzen geht, kann man auch besser werden und etwas lernen“, sagt Snowboardlehrer Alex Walser aus Serfaus (Österreich). „Daher gehören Stürze für Freestyler auch dazu. Bevor Sie sich an Ihren ersten Tricks versuchen, sollten Sie auf jeden Fall entsprechende Protektoren tragen. Ein Helm, ein Rückenprotektor und Handgelenksprotektoren sind eigentlich ein Muss für alle, die mehr wollen, als nur geradeaus zu fahren.“ Ansonsten ist ein kurzes, weiches Brett natürlich besser geeignet als ein langes und steifes Raceboard. Für die ersten Tricks ist es aber fast egal, welches Brett man sich an die Füße schnallt.

 

Die richtige Bindung

Entsprechend ausgerüstet geht es zunächst nicht in den Funpark, sondern erst auf die Piste. Hier holt man sich die Grundlage, um später in der Pipe oder auf dem Kicker glänzen zu können. Denn fast alle Tricks haben mit Drehungen um die Körperlängsachse zu tun. Insofern muss man zunächst auf der Piste einige Dinge üben. Dazu gehört auch die richtige Einstellung der Bindung. Schließlich muss man in beide Richtungen fahren können.

Auf dem Snowboard hat man einen Fuß vorne, dessen Spitze in Fahrtrichtung zeigt. Ist der linke Fuß vorne, nennt man das „regular“, ist der rechte Fuß vorne, heißt es „goofy“. Der hintere Fuß zeigt bei den meisten Fahrern ebenfalls leicht, wenn auch nicht so stark, in die Fahrtrichtung. Einige haben die Bindung so eingestellt, dass der hintere Fuß gerade, also senkrecht zur Kante, nach vorne zeigt. Beim Freestyle-Fahren ist es besser, wenn der hintere Fuß nach hinten zeigt. Diese Fußstellung wird auch „Duckstyle“ genannt. Wie genau die Einstellung sein muss, hängt von individuellen Faktoren und Vorlieben ab. Also einfach ausprobieren.

 

So geht’s los

Je besser die Kontrolle über das Board ist, desto besser klappen auch die Tricks. Dazu gehört auch, dass man das Rückwärtsfahren übt, das auch „switch“ oder „fakie“ genannt wird. Da man sich bei fast allen Sprüngen dreht, ist es unvermeidlich, dass man entweder switch anfährt oder landet. Insofern ist es wichtig, schon auf der Piste das „Rückwärtsfahren“ zu üben. Auch hier tut man sich leichter, wenn das Board auf Duckstyle eingestellt ist. „Versuchen Sie zunächst mit einem Helfer switch zu fahren“, rät Alex. „Der kann Sie festhalten, wenn Sie falsch herum fahren.“

  

Vorübung

Je länger man fakie fährt, desto schwieriger ist es. Für den Anfang ist es daher oft leichter, wenn man eine komplette 360 Grad Drehung auf dem Snowboard macht. Später kann sich nur um 180 Grad drehen, ein kurzes Stück fahren, und sich wieder richtig herum drehen. Nach und nach kann man dann die Switch-Phasen immer weiter verlängern und auch eine Kurve einbauen bis man schließlich das Board in beide Richtungen fahren kann. Wer ohne Probleme verkehrt herum fahren kann, kann sich besser auf die eigentlichen Tricks konzentrieren.

 

Erste Tricks

Man muss nicht direkt in den Funpark fahren“, sagt Alex Walser. „Auch auf der Piste kann man während der Fahrt kleine Tricks einbauen.“ Es gibt hier sogar einen eigenen Wettbewerb, den Slopestyle. Zunächst aber sollte man sich mit einfachen „Rolls“ begnügen. Hierbei dreht man sich während der Fahrt um 180 Grad entweder um die Spitze (Nose-Roll) oder um das Ende (Tail-Roll) des Bretts.

Einfacher ist der Tail-Roll“, sagt Alex. „Dabei fahren Sie zunächst switch an. Verlageren Sie das Gewicht auf das beim Fahren vordere Bein (also das rechte bei regular bzw. das linke bei goofy). Dann heben Sie das hintere Bein an und ziehen es über die Frontside (also die Kante, zu der die Fußspitzen hinzeigen) nach vorne. Mit etwas Übung können Sie danach einfach weiter fahren.“ Etwas einfacher ist es, wenn Sie vor der Drehung leicht den Berg hinauf fahren und so die Drehung einleiten.

Etwas schwieriger ist der Nose-Roll, der vom Prinzip her gleich funktioniert wie der Tail-Roll, nur dass Sie normal anfahren, das Gewicht auf das vordere Bein verlagern (also links bei regular und rechts bei goofy), dann aber über die Backside drehen. Das Schwierige an dem Trick ist, dass Sie switch weiterfahren müssen. Daher ist es wichtig, dass Sie gelernt haben, verkehrt herum zu fahren.

 

Varianten

Wenn Sie das üben und es schaffen, das Brett weit nach oben zu ziehen, haben Sie schon zwei tolle Tricks drauf, mit denen Sie bei Ihren Zuschauern Eindruck schinden können. Noch spektakulärer wird es, wenn Sie es schaffen, nach der Drehung mit dem Standbein abzuspringen und so mit dem Brett komplett in der Luft sind.

Richtig schwierig ist das Drehen über die andere Seite, also die Backside beim Nose-Roll oder die Frontside beim Tail-Roll. Hier müssen Sie das Brett deutlich höher ziehen und quasi über Ihren Rücken drehen, wo Sie nichts sehen können. Daher ist dieser Trick schon eher etwas für Fortgeschrittene.

Mit etwas Übung können Sie diesen Trick auch ins normale Fahren mit dem Snowboard einbauen. Fahren Sie dazu eine normale Kurve über die Backside und hängen anschließend einen Nose-Roll an. Dann fahren Sie die nächste Kurve switch und hängen einen Tail-Roll an. Das können Sie so oft wiederholen, bis die Piste zu Ende ist.

 

Christian Riedel

Auch interessant

Kommentare