Taekwondo

Der Side Kick (Seitwärtsfußstoß)

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Sie stehen auf Tritttechniken im Kampfsport? Dann erfahren Sie hier alles über den Side Kick

Kampfsport weist eine große Vielfalt von Techniken auf. Der Seitwärtsfußstoß ist eine der kraftvollsten Techniken, die ohne Drehung, nur mit reiner Muskelkraft ausgeführt wird. Erfahren Sie hier, wie Sie diesen Side Kick erlernen und traineren können.

Bei diesem Kick wird die Fußkante als Angriffsfläche benutzt. In einigen Fällen kann auch die Ferse als Angriffsfläche eingesetzt werden. Bei einem „Side Kick“ wird nicht nach vorne, sondern kraftvoll zur Seite getreten. Daher ist auch keine Drehung aus der Hüfte heraus notwendig. Der Kick an sich ist sehr einfach zu erlernen, aber um ihn zu perfektionieren, braucht man viel Training. Dieser Kick kann als Angriffs- und Verteidigungstechnik z. B. im Taekwondo angesehen werden. Im Folgenden beschreibe ich, wie Sie einen Side Kick im Techniktraining trainieren können. Dafür müssen wir den Kick in Stufen zerlegen, um auf kleine Feinheiten, die aber enorm wichtig sind, einzugehen.

 

Stufe 1

Nehmen Sie die richtige Haltung ein: Stehen Sie in einer seitlichen Stellung zum Gegner. Die Füße sind schulterbreit auseinander. Die Gewichtsverteilung ist zu 50 % auf dem rechten und zu 50 % auf dem linken Bein. Die Fußspitzen zeigen nach vorne. Von oben betrachtet, bilden Ihre Knie mit Ihren Fußspitzen eine Linie. In der Ausgangsstellung müssen sowohl die Waden als auch die Oberschenkelmuskulatur entspannt sein. Je angespannter sie sind, desto schwieriger ist es, diesen Kick auszuführen.

 

Stufe 2

Ziehen Sie den linken Fuß zum rechten Knie heran und drehen Sie ihn dabei ein. Die Kraftverteilung auf das Standbein beträgt etwa 70 %. Diese Position muss einwandfrei funktionieren. Die Balance muss gut eingehalten werden. Um die Balance zu verbessern, kann man in dieser Position die Augen schließen und die Koordination trainieren.

 

Stufe 3

Nun ziehen Sie das rechte Knie bis vor den Brustkorb. Die Gewichtsverteilung bleibt wie zuvor bei 70 % zu 30 %. Drehen Sie Ihre rechte Hüfte nach innen. Durch das Eindrehen der Hüfte wird die Innenseite des Körpers vor einem Gegenangriff geschützt. Außerdem kann der Kick im Nachhinein viel leichter und kraftvoller ausgeführt werden. Die Zehen müssen jetzt angezogen werden, sodass die Muskeln im Fuß angespannt sind. Der Fuß muss leicht nach innen eingedreht sein.

 

Stufe 4

Nun strecken Sie das Bein voll aus, sodass sich die Fußkante auf einer geraden Linie zum gedachten Ziel bewegt. Das Standbein muss leicht nach vorne rutschen oder umgesetzt werden. In der Regel muss Umsetzen und Kicken gleichzeitig passieren, damit der Kick schneller und kraftvoller wirkt. Hierbei ist es sehr wichtig, dass die Hüfte nicht nachlässt. Sie muss bis zum Ende der Ausführung nach innen eingedreht sein, damit die Körperinnenseite vor Gegenangriffen geschützt wird. Es ist ebenso wichtig, dass der Angreifer immer sein Ziel im Auge hat. Dafür muss man immer über die Schulter zum Ziel gucken. Das Ziel wird mit der Fußkante oder mit der Ferse getroffen.

 

Stufe 5

Ziehen Sie das Bein einfach genauso wieder zurück und setzen Sie es idealerweise vorne ab. Verteilen Sie das Gewicht 50 % zu 50 %.

 

Weitere Tipps

Achten Sie auf eine langsame Ausführung bis sie den Kick automatisiert haben. Die Arme sollten einen Gegenangriff verhindern. Nehmen Sie also die Deckung hoch, um den Kopf und den gesamten Oberkörper zu schützen. Als Angriffsziele kann man den Solar Plexus, die Rippen, das Kinn und das Knie nehmen.

Fälschlicherweise denken viele Kampfsportler, dass dieser Kick unbedingt hoch ausgeführt werden muss. Oft haben hohe Tritte keine Wirkung und die Kraft geht einfach verloren. Sobald der Angreifer zum Gesicht des Gegners hoch kickt, hat er weniger Angriffsfläche und das Treffen wird schwieriger. Daher ist es besser, mittig zu kicken. So ist die Wirkung gigantisch und es ist einfacher auszuführen. Außerdem spart man jede Menge Energie.

 

Achtung, Fehlerpotential

- Atmen Sie, bevor Sie einen Kick ausführen, zunächst einmal ein. In dem Moment, wo Sie den Kick ausführen, müssen Sie voll ausatmen, um mögliche Schäden durch einen Gegenangriff zu minimieren.

- Wenn Sie das Bein ausstrecken, sollten Sie immer einen Winkel bilden. Damit verhindern Sie, ins Gelenk zu kicken. Somit minimieren Sie mögliche Knochenschäden. Also nie das Bein ganz ausstrecken!

- Erhöhen Sie Ihre Flexibilität. Dehnen Sie sich vor und nach dem Training intensiv. In einer Notsituation sollten Sie versuchen, so niedrig wie möglich zu kicken. So verhindern Sie Zerrungen.

- Sollten Sie sich beim Training verletzen, ist es ganz wichtig, den Kick nicht mehr auszuführen, bis die Verletzung komplett verheilt ist. So verhindern Sie weitere Schäden. Vergessen Sie nicht: Schäden halten Sie nur noch mehr vom Training ab.

- Um den Side Kick kraftvoll ausführen zu können, müssen Sie auch die Muskulatur stärken. Sie sollten vermehrt Ihre Abduktoren trainieren.

 

Kraft für die Abduktoren

Legen Sie sich auf eine Seite Ihres Körpers und positionieren Sie die Hand der oben liegenden Seite an Ihrer Hüfte. Sie können den unteren Arm entweder anwinkeln oder unter den Kopf legen. Das unten gelegene Bein wird leicht angewinkelt, um eine stabilere Position in der Seitenlage einzunehmen. Das oben liegende Bein wird komplett ausgestreckt und die Fußspitzen werden angezogen. Jetzt atmen Sie langsam aus und heben das ausgestreckte Bein. Halten Sie die Spannung im höchsten Punkt für einen Moment. Nun senken Sie das Bein wieder und atmen dabei tief ein.

Achten Sie während der Übungsausführung darauf, dass das Bein durchgestreckt und die Fußspitze angezogen bleibt. Wenn Sie möchten, können Sie eine Gewichtsmanschette am Fußgelenk befestigen, um die Trainingsbelastung zu steigern.

 

Lesen Sie auch: Der Roundhouse Kick (Halbkreistritt)

  

Vahab Yektapour

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