Schwimmen Technik

Schwimmtechnik: Übungen für die Überwasserphase

+
Übungen für die richtige Technik in der Überwasserphase beim Kraulschwimmen

In der Überwasserphase wird beim Kraulschwimmen kein Vortrieb erzeugt. Dennoch sollte auch dieser Abschnitt von jedem Schwimmer im Techniktraining berücksichtigt werden.

Eine für den Kraulstil vorteilhafte Überwasserphase zeichnet sich dadurch aus, dass der aktive Arm möglichst locker und mit dem Ellenbogen als höchstem Punkt nach vorn geführt wird. Dazu wird der Oberkörper leicht aus dem Wasser gedreht, während der Ruhearm lang gestreckt unter der Wasseroberfläche erst kurz vor dem Eintauchen des zurückgeführten Armes mit dem Kraulzyklus beginnt. Sie trainieren das lockere Rückführen mit hohem Ellenbogen und die gleichzeitige Gleitphase mit den im Folgenden beschriebenen Übungen. Diese sind auch für Einsteiger leicht zu erlernen und in jedes Schwimmtraining ohne Hilfsmittel gut einzubinden.

 

Achseltippen

Die einfachste Übung zur Verbesserung der Armstellung in der Überwasserphase ist das Achseltippen. Während des vertrauten Kraulschwimmens berührt die Hand in der Rückholbewegung leicht Achselhöhle oder Schulter. Durch die Unterbrechung der gewohnten Überwasserphase wird diese nun minimal länger, was den Ruhearm wiederum zwingt, ebenfalls etwas länger als gewohnt in der Streckung zu verharren. Noch viel wichtiger aber ist, dass Sie nur Ihre Achselhöhle berühren können, wenn der Arm mit dem Ellenbogen als höchstem Punkt und gleichzeitig dicht am Körper zurückgeführt wird. Dies wiederum gelingt nur, wenn der Oberkörper leicht um den Ruhearm als gedachte Achse aus dem Wasser rotiert. Hier stellt sich übrigens ein günstiger Nebeneffekt der Rotationsbewegung ein: Indem Sie jeweils die Schulter aus dem Wasser heben, nimmt die Stirnfläche Ihres gegen den Wasserwiderstand gerichteten Körpers ab, was sich gerade in der vortriebslosen Gleitphase günstig auf die Schwimmgeschwindigkeit auswirkt.

 

Wasserschleifen

Auch beim sogenannten Wasserschleifen oder Wasserziehen schwimmen sie im gewohnten Kraulstil kurze Strecken. In der Überwasserphase wird die Hand dabei so zurückgeführt, dass die Fingerkuppen bis zum Wiedereintauchen vor dem Körper stets leicht die Wasseroberfläche berühren, also über das Wasser schleifen. Achten Sie wieder auf einen hohen Ellenbogen und darauf, die Hand in einer geraden Linie möglichst nah am Körper nach vorne zu führen. Die Hand ist während des Rückführens möglichst locker nach unten gerichtet in einem rechten Winkel zur Wasseroberfläche. Diese Übung ist hervorragend geeignet, die Ellenbogenstellung in der Überwasserphase zu verbessern, was sich auch in einer insgesamt verbesserten Rückführung der Arme bemerkbar machen wird. Dem raumgreifenden Rückführen mit senkrecht über die Wasseroberfläche schwingenden Armen, welches oft bei Schwimmern mit schlechter Technik beobachtet werden kann, lässt sich so effektiv entgegenarbeiten. Falls Sie sich nicht sicher sind, ob der Arm gerade nach vorn geführt wird, sollten Sie den Kopf gelegentlich nach vorn aus dem Wasser strecken. Jetzt sehen Sie den vorderen Abschnitt der Überwasserphase und können zusätzlich überprüfen, ob die Hand genau mittig eintaucht. Natürlich lässt sich auch hier wieder durch einen Trainer oder erfahrenen Mitschwimmer eine weitaus bessere Rückmeldung zur Technikqualität und möglichen Verbesserungen erzielen.

 

Reißverschluss

Ebenfalls zur Verbesserung der Überwasserphase trägt das sogenannte Reißverschlussschwimmen bei. Im Wesentlichen handelt es sich hierbei um eine Variation des Wasserschleifens. Die Hand wird nun nicht mit Kontakt zur Wasseroberfläche zurückgeführt, sondern so, dass der nach innen weisende Daumen stets den äußersten Punkt der Rumpfaußenseite berührt. Das gedachte Schließen eines am Körper angebrachten Reißverschlusses beginnt am Oberschenkel und endet in der Achselhöhle. Erst hier verliert der Daumen den Kontakt zum Körper, um weit vor dem Kopf wieder in das Wasser einzutauchen. Sollte diese Übung für eine Ausführung im zyklischen Kraulschwimmen noch zu komplex sein, bietet sich beispielsweise eine Kombination mit dem einarmigen Schwimmen an. So können Sie sich ganz auf eine Hälfte der Bewegung konzentrieren, bis die Seiten nach einigen Zügen oder einer kompletten Bahn getauscht werden.

 

Daniel Kilb

Auch interessant

Kommentare