Leistungsdiagnostik im Basketball

Diagnostik der Sprint- und Sprungfähigkeit

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Verschiedene Möglichkeiten, die Sprint- und Sprungfähigkeiten im Basketball leistungsdiagnostisch zu erfassen.

Im Fünfteiler über Leistungsdiagnostik im Basketball haben wir Ihnen im ersten und zweiten Teil die Diagnostik der Ausdauerfähigkeit näher gebracht. Im dritten Teil der Serie geht es um die Diagnostik der Sprint- und Sprungfähigkeit von Basketballspielern.

Zuerst stelle ich Ihnen, gemeinsam mit Improof Football, dar, wie die Spezialisten ihre wissenschaftlich fundierten Analysen durchführen. Anschließend zeigen wir Ihnen drei Möglichkeiten einer einfachen Sprungkraftdiagnositk auf, die Ihr jederzeit durchführen könnt.

Die Antrittsschnelligkeit, das Beschleunigungsvermögen und die Endgeschwindigkeit sind drei Faktoren, die maßgeblich für die Fitness in den meisten Ballsportarten sind. Im Basketball ist besonders der erste explosive Schritt (Penetration) entscheidend, um im 1-gegen-1 an seinem Gegenspieler vorbeizuziehen.

 

Diagnostik der Sprintfähigkeit im Basketball

Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, die Sprintfähigkeit zu messen. Welche sich für den Basketballsport eignen erklärt Till Ebener von Improof Football:

Im Fußball sind die Laufstrecken allgemein länger als im Basketball. Von daher eignen sich für den Basketballsport vor allem zwei Diagnostiken sehr gut:

 

30 m-Linearsprint

Abb. 1: 30 m-Linearsprint

Der klassische Linearsprint mit 3 gemessenen Zwischenzeiten ist die Basis sämtlicher Trainingsinterventionen in Bezug auf die Schnelligkeitsfähigkeiten eines Sportlers. Im Basketball ist die von der Explosivkraft bestimmte azyklische Schnelligkeit dominant, also Bewegungen, die unregelmäßig, aber maximal schnell ausgeführt werden. Daher ist die 5 m-Zeit als wichtigster Parameter zu sehen. Sicher ist auch die zyklische Schnelligkeit, also sich wiederholende, gleichmäßige Bewegungen, wie bei einem längeren Sprint, interessant. Gerade im Spiel ohne Ball, etwa bei Fastbreaks ist eine Grundschnelligkeit von enormer Bedeutung. Über diese geben die 20m und 30m Zeit Aufschluss, und auch die Geschwindigkeit des Spielers zwischen 20m und 30m. Damit die Werte voll vergleichbar sind, sollte der Start ohne Ausholbewegung, also aus einer festen Startposition erfolgen. Zudem sind die Abweichungen bei einer Handstoppung über 5 m so groß (im Schnitt etwa 0,2 s), dass die Ergebnisse extrem ungenau sind. Eine Zeit von 0.9 s ist z. B. sehr gut, während 1,1 s sehr schlecht sind. Daher sollte ein solcher Test unbedingt mit Lichtschranken durchgeführt werden.

Erhobene Parameter: Zeiten 5 m, 20 m, 30 m; Maximalgeschwindigkeit

 

30 m-Richtungswechselsprint

Abb. 2: 30 m-Richtungswechselsprint

Der Richtungswechselsprint enthält 2 Wendepunkte und besteht aus Antritts- und Abstoppbewegungen. Gemessen wird die Fähigkeit eines Sportlers, das Momentum der Bewegung bei wechselnden Richtungen aufrecht zu erhalten und gibt somit Aufschluss über die Gewandtheit eines Sportlers. Der wichtigste Parameter dieses Tests ist hier die Wendezeit, die Aufschluss darüber gibt, wie ökonomisch es ein Spieler versteht, abzubremsen und zu beschleunigen, bzw. wie gut er seinen Körperschwerpunkt verlagern kann, um die Wendemarke möglichst schnell zu umlaufen.

Erhobene Parameter: Zeiten 10 m, 20 m, 30 m; Wendezeit

 

Was heißt das für Basketballer?

Für den Basketball ist es entscheidend, möglichst schnell Kraft entwickeln zu können, um z. B. den Gegenspieler mit einer schnellen Bewegung zu überraschen. Gleichzeitig muss man in Offense und Defense jederzeit eine gute Balance wahren, also Bewegungen schnell abstoppen können und gegebenenfalls die Richtung wechseln.

Neben den benötigten Schnelligkeits- und Kraftfähigkeiten, die über den oben beschriebenen Sprinttest und die unten beschriebenen Sprungkrafttests eingestuft werden können, ist dafür eine hervorragende Koordination vonnöten. Diese kann mithilfe des Richtungswechselsprints eingeordnet werden. So kann die Frage beantwortet werden, ob ein Spieler an seiner Kraft, seiner Schnelligkeit, oder seiner Koordination arbeiten muss, um flinker zu werden.

S Spezifisches und funktionelles Training, für jedes Ziel die richtige Methode
P Persönliche Erreichbarkeit und Hilfestellung bei jeder Problematik
O Ort und Zeit des Trainings nach Wünschen des Kunden, wir kommen zu Ihnen
R Respektvoller Umgang miteinander auf allen Ebenen
T Transparente Darstellung der Entwicklung eines Sportlers und der Vorgehensweise
L Leistungsdiagnostische Tests als regelmäßige und objektive Standortbestimmung
I Individuell auf die Bedürfnisse des Athleten / der Kleingruppe abgestimmte Trainingsinhalte
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H Höchstleistung als Ziel. Wir holen das Maximum aus jedem heraus
Unternehmensphilosophie von Improof Football

 

Diagnostik der Sprungfähigkeit im Basketball

Gerade für die Brettspieler, aber im Zusammenhang mit den Werten aus dem Sprinttest, ist die Sprungkraft ein bedeutendes Element im Basketballsport. Basketball ist einer der sprungintensivsten Sportarten: Sprungwurf, Korbleger, Rebound, im Prinzip kommt es in jeder Angriffs- und Verteidigungssituation zu Sprungsituationen in einzelnen Mannschaftsteilen. Dies fordert eine gewisse Kraftausdauer in der Sprungleistung eines Spielers, aber natürlich auch eine maximale Sprungkraft, um entsprechend seinen Gegenspieler zu blocken oder den Rebound zu sichern. (Macht Sprungkraft auch schneller?)

  

Wie wird die Sprungkraft im Basketball gemessen?

Till Ebener von Improof Football empfielt drei entscheidende Tests, um die Sprungkraftfähigkeit zu testen. Diese drei Tests können mit oder ohne Armeinsatz durchgeführt werden. Lässt man die Spieler ihre Hände an den Hüften festhalten und isoliert somit den Armeinsatz aus den Tests, so bekommt man deutlich niedrigere Werte, aber das Ergebnis gibt viel mehr Aufschluss über die effektive Sprungkraft! Hier die 3 Sprungformen:

 

1. Squat Jump

Abb. 3: Squat Jump

Der Spieler befindet in einer gehockten Position und beschleunigt aus dieser nur nach oben, macht also keine weitere Ausholbewegung aus den Beinen. Hier wird gemessen, wie schnell der Spieler wie viel Kraft in den Beinen entwickeln kann. Wer in diesem Test gut ist, sollte auch in der 5 m Sprintzeit gut sein, andernfalls hapert es an der Koordination.

 

2. Counter movement jump

Abb. 4: Counter Movement Jump

Der Spieler beginnt im Stehen, macht eine Ausholbewegung in den Beinen und beschleunigt aus dieser Bewegung nach oben (er geht schnell in die Knie und springt dann ab). Mit diesem Test wird der langsame Dehnungs-Verkürzungszyklus in der Beinmuskulatur bewertet. Die zum Springen benötigte Muskulatur wird durch Beugen der Hüft-, Knie und Fußgelenke auseinandergezogen, um anschließend schnellkräftig zu kontrahieren.

 

3. Dropjump

Abb. 5: Dropjump

Der Spieler beginnt auf einer Erhöhung von etwa 30cm. Von dort aus lässt er sich mit möglichst gestrecktem Körper und angezogenen Fußspitzen (damit die Wadenmuskulatur vorgespannt ist), zu Boden fallen, um mit einem möglichst kurzen Bodenkontakt direkt wieder abzuspringen. Gemessen wird hier der schnelle Dehnungs-Verkürzungszyklus in der Wadenmuskulatur und der Achillessehne. Durch den Bodenkontakt wird die bereits vorgespannte Wadenmuskulatur weiter auseinandergezogen und zieht somit an der Achillessehne. Dadurch wird ein Reflex ausgelöst, der die Wadenmuskulatur schnell kontrahieren lässt und zudem die gespeicherte Energie aus der Achillessehne nutzbar macht. Bei diesem Test ist, neben der Sprunghöhe, die Bodenkontaktzeit von entscheidender Bedeutung. Sie sollte unter 200 Millisekunden liegen, gute Werte liegen deutlich unter 180 Millisekunden.

 

Wie in allen konditionellen Bereichen, so gibt es auch für die Sprungkraft einfach durchzuführende Tests, um zumindest zwei der drei entscheidenden Sprungkraftfähigkeiten abzudecken.

 

1. Jump and reach Test

Abb. 6: Jump and Reach Test

Der Jump and reach Test ist sicher der bekannteste einfache Sprungkrafttest. Mit ihm lassen sich der Squat Jump und der Counter Movement Jump mit Armeinsatz, mithilfe eines Stücks Kreide und einem Maßband durchführen. Dazu reibt der Spieler zunächst seine Fingerspitzen reichlich mit Kreide ein. Anschließend stellt er sich seitlich zu einer Wand, mit erhobenem Arm, die Kreide an seinen Fingerspitzen markiert seine Reichweite. Der Spieler bleibt an der gleichen Stelle stehen. Nun führt der Spieler den Squat Jump, wie oben beschrieben, durch und berührt dabei an der höchsten ihm möglichen Stelle die Wand, wodurch eine zweite Markierung entsteht. Die Differenz in Zentimetern der beiden Markierungen entspricht der Sprunghöhe. Genauso ist beim Counter Movement Jump zu verfahren. Der Dropjump ist mit dieser Methode nicht durchführbar, da die Bodenkontaktzeit nicht gemessen werden kann und von entscheidender Bedeutung ist.

 

2. Maßbandtest

Dieser Test ist in seiner Genauigkeit ähnlich beschränkt wie der Jump and reach Test, lässt sich aber mit und ohne Armschwung durchführen. Der Spieler bekommt das Ende eines Maßbandes um ein Fußgelenk gebunden (es sollte sich um ein hochwertiges Maßband handeln, das nicht selbsttätig ausrollt). Anschließend stellt er sich so neben das Maßband, welches vom Trainer gehalten oder am Boden festgemacht wird, dass dieses genau 1 m ausgerollt und unter Spannung ist (das Band soll nicht schlaff auf dem Boden herumliegen). Nun kann der Spieler den Squat Jump und den Counter Movement Jump durchführen, wobei er zwingend (!!!) in der Luft die Beine gestreckt halten muss. Der Spieler sollte ausschließlich nach oben springen und somit wieder an der (markierten) Absprungstelle landen. Nun kann man nachsehen, wie weit das Maßband ausgerollt ist und zieht von dem Ergebnis den bereits zu Beginn ausgerollten Meter ab. Das Ergebnis erfasst die Sprunghöhe. Wie auch beim Jump and reach Test, sollten die Ergebnisse dieses Tests ausschließlich mit anderen Ergebnissen des gleichen Tests verglichen werden

 

Fazit

Ein professioneller Test der Sprungkraftfähigkeiten findet mit einer Sprungkraftmessplatte statt

Ein professioneller Test der Sprungkraftfähigkeiten findet mit einer Sprungkraftmessplatte statt. Diese kann bei allen 3 Sprungformen präzise die wirkenden Kräfte und Zeiten messen und liefert somit wesentlich exaktere Ergebnisse als die einfachen Tests.

 

Ramy Azrak

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