Schießsport

Schießen: Allgemeine Grundlagen der Technik (Teil 3)

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Übungen für die korrekte Atmung beim Sportschießen

Sportschießen verlangt Ruhe und Konzentration. Insbesondere die Atemtechnik beim „Schießen“ ist eines der wichtigsten Elemente und sollte von Anfang an in das Training einbezogen werden.

Gründe für eine gute Atemtechnik sind unter anderem die Regulation des Erregungszustands, der eine optimale Lage für den Schuss schafft, zum anderem verhindert sie ein Sauertstoffdefizit. In Bezug auf die Doppelatmung, die in Teil 2 erklärt wurde, dient die Atmung der Verbesserung der Sauerstoffzufuhr während der Schussabgabe, zum anderem der Verbesserung der Feinmotorik beim Senken der Waffe. Das Senken des Waffenarmes läuft parallel mit der Bewegung des Brustkorbs während Ausatmungsphase ab (siehe Tabelle 1, Artikel Teil 2); dabei verringert sich der Brustumfang, der für das Senken des Waffenarmes verantwortlich ist und eine bewusste Steuerung der Waffe in den Halteraum ermöglicht.(4)

 

Übungen zu Brust- und Bauchatmung

Bei den Atemübungen gibt es unterschiedliche Ansätze, unter anderem wird von den Schützen Yoga präferiert. Darunter sind Übungen wie Anuloma Viloma (Wechselatmung), Kapalabhati (Schnellatmung) oder auch die typische Bauchatmung zu verstehen. Eine andere Möglichkeit, dem Schützen die Atmung zu erläutern, ist die Beobachtung der Atmung (Ein- und Ausströmen der Luft) im Ruhezustand (sitzend, stehend). Fragen wie z. B. "Wie atmet der Athlet in Ruhe?" "Welche Muskeln werden an- und entspannt?" oder auch Fragen über das Atemverhalten in verschiedenen Lebenssituationen sollten dabei beantwortet werden. Weitere Übungen sind das bewusste Erlernen der Bauchatmung sowie das Aktivieren der Brustatmung; dabei wird bewusst über den Brustkorb geatmet.

 

Wechselatmung

Nachdem die Unterschiede von Brust- und Bauchatmung verinnerlicht wurden, kann die Wechselatmung erlernt werden, welche eine sehr entspannte Atemtechnik ist. Für diese Übung sollte der Schütze immer nur durch ein Nasenloch ein- bzw. ausatmen. Mit dem Daumen wird eines der Nasenlöcher (z. B. das rechte Nasenloch) zugehalten. Während das rechte Nasenloch zugehalten wird, wird durch das linke Nasenloch ausgeatmet (ca. 4 Sekunden). Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Ausatmung betont wird und der Bauch nach vorne geht.(2) Das nachfolgende Beispiel der Wechselatmung aus Barth K. dient als Anschauung:

 

Einatmung in Nasenloch li. – Ausatmung aus Nasenloch li. - Kurze Pause - Seitenwechsel

Einatmung in Nasenloch re. – Ausatmung aus Nasenloch re. - Kurze Pause - Seitenwechsel

Einatmung in Nasenloch li. – Ausatmung aus Nasenloch li. - Kurze Pause - Seitenwechsel

Einatmung in Nasenloch re. – Ausatmung aus Nasenloch re. - Kurze Pause - Seitenwechsel

..usw.

 

Die Wechselatmung hilft, die Lungenkapazität zu erhöhen und die Atmung unter Kontrolle zu bringen. Die Übung sollte zu Beginn 3- bis 8-mal pro Seite wiederholt werden. Fortgeschrittene können die Übung bis zu 30 Minuten ausbauen.

 

Probleme im Wettkampf

Das Atemverhalten in unterschiedlichen Lebenssituationen bewusst wahrzunehmen ist zu Beginn sehr schwierig. Der Athlet muss für eine gute Technik seine Atmung insbesondere in Stresssituationen wie z. B. Wettkämpfen erkennen und analysieren können, um eine bewusste Steuerung der Atmung vorzunehmen. Meist liegt die Schwierigkeit darin, dass ein falsches Atemverhalten in der Hektik des Wettkampfes nicht erkannt wird.(3,4) Bei Erkennen der falschen Atemtechnik im Wettkampf (hektische und flache Brustatmung) sollte sofort gegengesteuert werden, um den Atemrhythmus sowie die Pulsfrequenz zu senken.

 

Caroline Trautmann

 

Literatur

1. Barth K., Dreilich B. (2009), Ich lerne Sportschießen, Meyer & Meyer Verlag: Aachen

2. Barth K., Dreilich B. (2009), Ich trainiere Sportschießen, Meyer & Meyer Verlag: Aachen

3. Skanaker R., Antal L. (2011), Sportliches Pistolenschießen, Stuttgart: Motorbuch-Verlag

 

Internetadressen:

4. http://www.schuetzen-boergermoor.de

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